Das »Corpus Vasorum Antiquorum« (CVA) ist ein internationales Forschungsprojekt zur Erforschung und Publikation griechischer Keramik. Es ist das älteste Projekt der Union Académique Internationale (UAI). In 100 Jahren wurden in dieser Reihe mehr als 400 Bände publiziert. Die Vorlage der Bände liegt in der Eigenverantwortung jedes Mitgliedlandes.

Ziel

Ziel des Publikationsprojektes CVA ist es, in einheitlichen Publikationen antike Gefäße fachgerecht vorzulegen, die eine wichtige Grundlage und deren Bilder eine Quelle für weitere Forschungen darstellen. Im CVA online sind die einzelnen Bände und im Beazley Archive die publizierten Objekte abrufbar: https://www.cvaonline.org/cva/. https://www.beazley.ox.ac.uk/pottery/default.htm

CVA Österreich

Österreich ist 1935 dem CVA-Projekt beigetreten, gehörte aber 1938–1945 politisch bedingt Deutschland an. Der Band der Sammlung der Universität Wien, der 1942 erschienen ist, wird daher als »Deutschland 5« geführt. Seit 1949 ist Österreich wieder eigenständiges Mitglied. Das CVA wurde 1951 als eigene Kommission eingesetzt und fortan an solche an der ÖAW geführt. 1994 wurde die Kommission Teil der »Forschungsstelle Archäologie«, welche im Jahr 2000 in das Institut für Kulturgeschichte der Antike umgewandelt worden ist.

2005 wurde der Österreichische CVA-Arbeitskreis für den wissenschaftlichen Austausch auf nationaler und internationaler Ebene gegründet. Zu den jährlich stattfindenden Treffen werden Gäste eingeladen, und es finden öffentliche Vorträge statt.

Dokumentation

Neben den konventionellen Methoden wurden für die Dokumentation in CVA »KHM 5« auch im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit zerstörungsfreie naturwissenschaftliche Methoden eingesetzt; diese Kooperationen werden auch bei den folgenden Bänden angewendet und weiterentwickelt. 

Für die berührungsfreie Aufnahme der Gefäßformen kommt ein 3D-Laser- oder 3D-Streifenlicht-Scanner zum Einsatz. Die digitalen 3D-Modelle geben den tatsächlichen Zustand jedes Gefäßes und seiner figürlichen und ornamentalen Dekoration wieder. Diese Methode ermöglicht einerseits eine reale und objektive Darstellung von Gefäßschnitten und eine berührungsfreie Berechnung des Fassungsvermögens; andererseits gehen die zahlreich daraus resultierenden Möglichkeiten weit über die Erfordernisse für die aktuellen CVA-Bände hinaus.

Zur Bestimmung der Farbpigmente wurden Multispektralmessungen an markanten Stellen, vor allem auf den weißgrundigen Lekythen, durchgeführt. Diese unterstützten die wissenschaftliche Dokumentation dieser Gefäße, da neuzeitliche farbliche Ergänzungen von der antiken Substanz optisch oft kaum zu unterscheiden sind und die zeitliche Herkunft eines Pigmentes erst in der Zusammensetzung ersichtlich wird.

In Kooperation mit dem Naturwissenschaftlichen Labor des Kunsthistorischen Museums wurde eine Untersuchung aus ausgesuchten Objektgruppen mittels Röngtenfluoreszenzanalyse (RFA) begonnen. Ziel ist es, die verwendeten Pigmente für Vergleiche zu analysieren.

Ergänzend zu den CVA-Bänden Österreich wird das Beiheft am Institut herausgegeben. Alle wissenschaftlichen Ergebnisse und Pilotstudien aus dem Bereich der Vasenforschung werden nach Themen zusammengefasst darin publiziert. Bisher sind das Beiheft 1 zu den »Interdisziplinären Dokumentations- und Visualisierungsmethoden« sowie das Beiheft 2 »Pflanzen und Tiere auf griechischen Vasen«, Akten des Kongresses, der 2013 in Graz abgehalten wurde, erschienen. Im Beiheft 3 werden die Akten des Kongresses »Griechische Vasen als Medium für Kommunikation«, der 2017 in Wien im Kunsthistorischen Museum stattgefunden hat, publiziert.

Projektleitung

Claudia Lang-Auinger (assoz.)

Team

Elisabeth Trinkl (assoz.)

Kooperationen

  • Kunsthistorisches Museum Wien
  • Kulturabteilung der Stadt Wien
  • Institut für rechnergestützte Automation, Technische Universität Wien, 
  • Gruppe für Mustererkennung und Bildverarbeitung (PRIP)
  • Beazley-Archive
  • Institut für Raumbezogene Informations- und Messtechnik, Hochschule Mainz - University of Applied Sciences
  • Computer Vision Lab