Die Grabungen in Ephesos bieten mit ihrer großen Quantität an stratifizierten Keramikfunden und dem herausragenden Forschungs- und Publikationsstand die ideale Basis für diachrone Studien zu Typologie und Chronologie sowie für eine funktionale Analyse unterschiedlicher Keramikgattungen.

›Feinware‹ (Dünnwandige Keramik)

Dissertationsgegenstand ist eine gattungsspezifische Untersuchung der dünnwandigen Keramik mit dem Schwerpunkt von späthellenistischer-augusteischer Zeit bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Zu dieser Zeit verstärkte sich der römische Einfluss im griechischen Osten, was sich auch in dem vermehrten Auftreten dieser Keramik im Fundspektrum von Ephesos mit einem vielfältigen Formenrepertoire manifestiert.

Charakterisierend ist eine Wandstärke von unter 1 mm bis zu maximal 6 mm, die Gefäße sind scheiben- oder in Form gedreht und können sowohl unter oxidierenden als auch reduzierenden Brennbedingungen im Ofen gebrannt sein. Im Formenrepertoire überwiegen Becher unterschiedlicher Formgebung neben Schalen und seltener Krügen, Töpfchen und Flaschen. Sie bezeugen die Verwendung der Keramik als Tafelgeschirr, vor allem als Trinkutensilien bei Tisch.

›Ephesoslampen‹

›Ephesoslampen‹ sind eines der meistverbreiteten Produkte der ephesischen Keramikproduktion hellenistischer Zeit. Eingebettet in den soziopolitischen und kulturellen Rahmen werden durch ihre Erforschung Aspekte der ephesischen Handwerksproduktion vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis in die augusteische Zeit betrachtet. Über das Verbreitungsmuster der ›Ephesoslampen‹ sind Aufschlüsse über die kulturelle Verflechtung im antiken Mittelmeerraum und darüber hinaus zu erwarten.

Pompejanisch-rote Ware und Derivate

Kombinierte archäologische und archäometrische Analysen der sog. pompejanisch-roten Ware bezeugen nicht nur den Import von Prototypen dieser Keramik aus Kampanien im 1. Jahrhundert v. und 1. Jahrhundert n. Chr., sondern erlauben auch die Identifikation von Imitaten und Derivaten aus westkleinasiatischen Produktionen. Anhand der abweichenden Tonzusammensetzung und Oberfläche der Kochplatten lassen sich für kampanische und westkleinasiatische Keramiken differierende physische Eigenschaften rekonstruieren. Diese hatten einen direkten Einfluss auf die mit ihnen durchgeführten Kochtätigkeiten und -praktiken.

Red-on-White-Lampen

Für die sogenannte Red-on-White (ROW)-Lampen ist eine weiße Grundierung und ein auf ihr aufgetragener roter Überzug charakteristisch, was den Lampen ein leuchtendes orange- bis rotbraunes Erscheinungsbild verleiht. Die ROW-Lampe wird ab tiberischer Zeit in Ephesos zum gebräuchlichsten Beleuchtungsmittel und löst die davor übliche lokal produzierte, modelgeformte ›Ephesoslampe‹ mehr oder weniger abrupt ab. Ziele der Studie sind Definition und Charakterisierung der bis in das 3. Jahrhundert verbreiteten ROW-Lampen anhand technologischer Merkmale und die Erstellung einer Chronologie sowie Typologie unter Einbeziehung von Motiven und Stempeln.

 

Feinware

Projektleitung


Pompejanisch-rote Ware und Derivate

Projektleitung

Alice Waldner

Kooperationen

Laufzeit

seit Januar 2016

Finanzierung

ÖAW-ÖAI


    Ephesoslampen

    Projektleitung

    Marina Ugarković

    Kooperationen

    Laufzeit

    seit Oktober 2017

    Finanzierung


    Red-on-white-Lampen

    Projektleitung

     

    Bibliografie Keramik Ephesos