Die Plattform »Early Careers Research Group« ging aus den »young.academics.oeai« hervor und umfasst seit Herbst 2022 etwa 50 Personen. Sie wird vom ÖAI unterstützt und bietet Unterstützung in diversen Belangen. So können Präsentationen über Forschungsergebnisse gehalten oder Abschlussarbeiten innerhalb der Gruppe präsentiert werden, um Feedback zu erhalten und für die Defensio bzw. Konferenzen zu proben. Darüber hinaus steht die Gruppe für Diskussionen von methodischen Ansätzen sowie den Austausch allgemeiner Informationen zur Verfügung (z.B. zu Stipendien/Förderprogrammen bzw. für Hinweise auf Konferenzen/Veranstaltungen etc.). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Forscher:innen unterschiedlicher Fachrichtungen und Disziplinen zu Vorträgen und Workshops einzuladen, um Kenntnisse in spezifischen Arbeitsmethoden, Programmen oder Softskills zu erweitern und eigene Kompetenzen zu fördern. Die Kommunikation erfolgt primär über Email. Jours fixes finden zwei Mal jährlich statt, hinzu kommen Workshops sowie informelle Treffen nach Bedarf in kleineren Gruppen.

 

 

Vasiliki Anevlavi

Vasiliki Anevlavi ist Archäologin, die sich auf archäometrische Herkunftsbestimmungen von antikem weißem Marmor spezialisiert hat. Seit rund einem Jahrzehnt ist sie in Österreich tätig und arbeitet derzeit als Forscherin am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Sie promovierte in Klassischer und Frühägäischer Archäologie an der Universität Salzburg, wobei sie sich in ihrer Dissertation auf die Anwendung geochemischer Methoden zur Herkunftsbestimmung von Marmor konzentrierte.
Ihre Forschung befasst sich mit der Identifizierung von Marmorquellen sowie mit der Rekonstruktion von Produktions- und Verteilungsmustern im östlichen Mittelmeerraum, insbesondere in römischen Kontexten. Sie arbeitet mit internationalen Museen und Institutionen zusammen und trägt maßgeblich zu groß angelegten Referenzdatenbanken sowie zur wissenschaftlichen Analyse archäologischer Sammlungen bei. Im Oktober 2026 beginnt sie ein Postdoc-Stipendium im Rahmen des APART-GSK-Programms.

Jacobo Bruno

Dr. Jacopo Bruno ist Archäologe und Keramikexperte mit Spezialisierung auf materielle Kultur und Keramikproduktion in Regionen wie Zentralasien, Nordost-Iran und dem Vorderen Orient. Er hat einen BA und MA in Archäologie des Alten Vorderen Orients von der Universität Turin und promovierte 2017 in Zentralasiatischer Archäologie an derselben Universität.
Er war aktiv an archäologischen Projekten in Turkmenistan (Old Nisa, 2009–2019), Usbekistan (Buchara-Oase, 2017–heute), Iran (Seymareh-Staudammprojekt, 2014), Irak (Tūlūl al-Baqarat, 2017–2021) und im Irakischen Kurdistan (Yasin Tepe, 2023–heute) beteiligt. Seit 2020 ist er Mitglied des Editorial Boards der internationalen, peer-reviewed Zeitschrift Parthica. Zwischen 2020 und 2021 war er zudem an der wissenschaftlichen Koordination der Restaurierung der Sumerischen Galerie des Iraq Museum in Bagdad beteiligt.
Derzeit ist er Postdoktorand am Institut für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und arbeitet an seinem eigenständigen Projekt „A Tale of Pots and People: An Unwritten Material History of Everyday Life in the Bukhara Oasis during the Long First Millennium“, gefördert vom FWF.

Jessica Mendes Cardoso

Sie ist Postdoktorandin mit einem Doktortitel in Archäologie von der Universität São Paulo (Brasilien) sowie in Geowissenschaften von der Universität Toulouse (Frankreich). Ihre Forschung konzentrierte sich bislang auf geochemische Anwendungen der Isotopenanalyse in archäologischen Materialien – vor allem menschlichen und tierischen Knochen und Zähnen – zur Rekonstruktion der Ernährung und zur Bestimmung der geologischen Herkunft präkolonialer Küstenpopulationen Brasiliens.
Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Zooarchäologie, insbesondere im Zusammenhang mit südamerikanischen brasilianischen Muschelhügeln (Sambaquis), die bereits im Mittelpunkt ihrer Bachelor- und Masterforschung standen.
Darüber hinaus war sie als Archäologin in mehreren Projekten der präventiven Archäologie tätig und sammelte dabei Erfahrung sowohl in der Feld- als auch in der Laborarbeit sowie in der Vermittlung von Kulturerbe. Sie war außerdem Mitentwicklerin des Spiels „Sambaquis: A History Before Brazil“, des ersten brasilianischen Spiels mit archäologischem Thema.
Derzeit ist sie Postdoktorandin im ERC Starting Grant-Projekt HUE, wo sie in einem neuen geochemischen Labor mit Massenspektrometrie und Isotopenanalysen an antiken Pigmenten arbeitet.

Maria Bianca D´Anna

M. Bianca D’Anna (PhD 2019) ist Projektkoordinatorin (50 %) für die Forschungsinfrastruktur Heritage Science am ÖAI, mit Fokus auf die Implementierung des E-RIHS.at-Knotens, Disseminationsaktivitäten und die Einwerbung neuer Fördermittel.
Ab Mai 2026 wird sie zudem an der Universität Innsbruck als Postdoktorandin (30 %) im Projekt „TAGS: Materialities of Annihilation and Resistance: Prisoner Tags from the Mauthausen Concentration Camp“ tätig sein, dass durch das ÖAW-Programm „Heritage Science Austria 2.0“ gefördert wird. In dieser Funktion ist sie verantwortlich für die Datenerhebung; die Dokumentation von Referenzkennzeichen in Zusammenarbeit mit Konzentrationslager-Gedenkstätten in Österreich, Polen und Deutschland; Makroanalysen von Produktionsmarken; sowie die Durchführung statistischer Analysen und Objektbiografien in Kooperation mit der Projektleiterin Prof. Barbara Hausmair. (Prof. Barbara Hausmair).

Anna Charlotte Dietrich: Eine kritische Neubewertung schriftlicher Quellen für eine historische Chronologie des Neuen Reiches

Vollständiger Titel: »Eine kritische Neubewertung schriftlicher Quellen für eine historische Chronologie des Neuen Reiches« 

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuer: R. Gundacker

Kurzbeschreibung: Die Dissertation erforscht die historische Chronologie des altägyptischen Neuen Reiches (ca. 1550 – 1050 v. Chr.; Dynastien 18 – 20). Durch eine Sammlung und kritische Auswertung schriftlicher Quellen sowie genealogische Untersuchungen sollen Dauer der einzelnen Regierungen und deren Verhältnis zueinander erschlossen werden. Außerdem werden Synchronismen mit anderen levantinischen Kulturen berücksichtigt. (Subprojekt 4 des ERC Starting Grants (GA Nr. 757951) „Challenging Time(s): A New Approach to Written Sources for Ancient Egyptian Chronology“).

Murat Dirican

Die Forschung, die Dr. Dirican an der Universität Leiden durchführen wird, trägt den Titel TAS (Testimony of Stones: A New Method in Ancient Traffic Analysis). Dieses durch die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) geförderte Postdoc-Projekt zielt darauf ab, den Fußgängerverkehr in Städten der Antike zu verstehen, indem neue Forschungsmethoden entwickelt werden.
Dabei werden experimentelle Ansätze wie Gesteinsmechanik und experimentelle Archäologie eingesetzt, um Daten zur Abriebfestigkeit zu gewinnen. Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts ein agentenbasiertes Modell entwickelt, um Bewegungen in antiken urbanen Räumen zu analysieren und emergente Eigenschaften des städtischen Verkehrs zu untersuchen. TAS verfolgt außerdem das Ziel, physische Bedrohungen für das kulturelle Erbe durch einen neuartigen Risikoanalyseansatz zu mindern.

Elifnaz Eker

Vollständiger Titel: -

Universität: Universität Wien

Betreuerin: E Mohandesan

Kurzbeschreibung: Ich bin Doktorandin am Department für Evolutionsanthropologie der Universität Wien. Meine Forschung konzentriert sich auf menschliche Mobilität und soziale Organisation von der Bronze- bis zur Eisenzeit im Karpatenbecken (KB).
In diesem Zeitraum wurden die sozialen Strukturen durch mehrere Wellen steppenbezogener Migrationen geprägt, was zu einer ausgeprägten kulturellen und genetischen Vielfalt in der Region führte, insbesondere entlang eines Ost-West-Gradienten. Parallel zu diesen Bevölkerungsbewegungen erfuhren auch rituelle Praktiken bedeutende Veränderungen, insbesondere im Zusammenhang mit Pferden.
Ziel meiner Forschung ist es zu untersuchen, wie menschliche Mobilität und pferdebezogene Praktiken gemeinsam die genetische Vielfalt, die soziale Organisation und das rituelle Leben beeinflusst haben, indem ich alte DNA-Daten sowohl von menschlichen als auch von Pferdeüberresten integriere.

Benjamin Frerix: Transport und Logistik von weißem Marmor im römischen Thrakien

Vollständiger Titel: »Transport und Logistik von weißem Marmor im römischen Thrakien. Analyse der Marmorlandschaften des 1. bis 3. Jh. n. Chr.« 

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuer: C. Gugl

Kurzbeschreibung: Das Dissertationsprojekt untersucht den Transport und Handel von weißem Marmor im römischen Thrakien des 1. bis 3. Jh. n. Chr. Die landschaftsarchäologische Studie wird die Zugänglichkeit der Steinbrüche, die Transportwege und -länge zwischen Abbauort und Ort des Auffindens von Marmorartefakte aufzeigen. Die Analyse der Distributionsnetze der Steinbrüche und Bezugsnetzwerke ausgewählter Städte und villae rusticae wird in Synthese mit Wirtschaftsmodellen der römischen Kaiserzeit zur Darlegung der Marmorlandschaften Thrakiens durchgeführt.

Katharina Huber: Das Zirkulationsverhalten römisch-republikanischer Münzen während der Prinzipatszeit

Vollständiger Titel: »Das Zirkulationsverhalten römisch-republikanischer Münzen während der Prinzipatszeit« 

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuer B. Woytek

Kurzbeschreibung: In dieser Dissertation wird das Zirkulationsverhalten römisch-republikanischer Münzen, insbesondere der Silberdenare, seit der Regierungszeit des Kaisers Augustus untersucht. Da die Weiterverwendung dieser Prägungen ein zentrales Phänomen der römischen Geldwirtschaft – besonders der frühen und hohen Prinzipatszeit – darstellt, stehen die Einflüsse von Münzreformen auf die Zirkulation von Republikdenaren und die Ursachen für das Verschwinden der Mehrzahl der vorkaiserzeitlichen Silbermünzen in den Regierungszeiten der Kaiser Trajan und Hadrian im Zentrum der Untersuchungen. Daraus resultieren auch weitere Forschungsschwerpunkte wie u. a. das gezielte „Recycling“ von Altgeld, regionale Unterschiede im Zirkulationsverhalten republikanischen Geldes und die Unterschiede im Zirkulationsverhalten verschiedener republikanischer Münztypen und Typengruppen.

Sophie Insulander: Prokonnesischer Marmor in Ephesos

Vollständiger Titel: »Prokonnesischer Marmor in Ephesos«

Kontakt:  sophie.insulander(at)oeaw.ac.at

Thorsten Jakobitsch: Grave goods and cremation fuel from a Hellenistic and Roman cemetery: Reconstructing the burial rituals and vegetation of Tenos island

Dr. Thorsten Jakobitsch ist Archäobotaniker am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Er ist auf die Analyse botanischer Makroreste und Holzreste aus archäologischen Kontexten spezialisiert. 
Er studierte Pflanzenwissenschaften und promovierte an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Seine 2023 abgeschlossene Dissertation befasste sich mit Waldnutzungsstrategien in spätneolithischen Pfahlbausiedlungen an Mondsee und Attersee und untersuchte den menschlichen Einfluss auf die Wälder dieser Zeit. Darüber hinaus war er an archäobotanischen Studien in Griechenland beteiligt, bei denen er Grabbeigaben und Brandmaterial aus antiken Nekropolen auf der Insel Tinos analysierte, um Bestattungsrituale und Vegetation zu rekonstruieren. Seit 2019 lehrt er Archäobotanik an der Universität Wien.

Nisan Lordoğlu: Reworked Sculptures of Ephesus

Vollständiger Titel: »Reworked Sculptures of Ephesus« 

Art: Dissertation

Universität: Universität Hamburg

Betreuer:in: Ch. Berns

Kurzbeschreibung: Der Schwerpunkt dieser Studie liegt auf der Untersuchung der überarbeiteten Statuen in Ephesos und der Gründe für ihre Verlagerung. Die überarbeiteten/wiederverwendeten Skulpturen von Ephesos stammen aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. bis zum sechsten Jahrhundert n. Chr., dem Ende der Skulpturenzeit. Wiederverwendung war vor allem in der Spätantike ein weit verbreitetes Phänomen, und die Beispiele aus Ephesos zeigen, dass wiederverwendete Skulpturen an anderen Orten als die Originale wiederverwendet wurden. Das Hauptaugenmerk dieser Studie liegt darauf, die Praxis der Wiederverwendung in Ephesos zu untersuchen und zu verstehen, wie Statuen in Kombination mit neuen Statuen in öffentlichen Gebäuden verwendet und wahrgenommen wurden. Ziel ist die Beantwortung der Frage nach den Gründen für die Umarbeitung von Porträtplastiken und gleichzeitig nach den Ergebnissen für die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Identitäten und Entwicklungen des spätantiken Ephesos.

Dean Mahmoud: Continuity and Change from the Late Iron Age to the End of the Parthian Period in Northern Iraq / Kurdistan Region based on Excavation Finds and Contexts.

Vollständiger Titel: Continuity and Change from the Late Iron Age to the End of the Parthian Period in Northern Iraq / Kurdistan Region based on Excavation Finds and Contexts.

Universität: Universität Wien

Betreuer: M. Jursa

Kurzbeschreibung: Meine Dissertation untersucht, wie die Expansionen der Assyrer, Neu-Babylonier, Achämeniden, Seleukiden und Parther die lokalen Gemeinschaften in der Shahrizor-Region geprägt haben. Mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes, der archäologische, historische und siedlungsarchäologische Analysen kombiniert, verfolge ich lokale Kontinuitäten sowie die selektive Übernahme imperialer Formen anhand von Keramik, Architektur und Kleinfunden.
Meine Forschungsinteressen in der Archäologie des Vorderen Orients im irakischen Kurdistan (Shahrizor-Ebene) beinhalten Siedlungsarchäologie, Keramikanalysen, Interaktionen zwischen imperialen Zentren und lokalen Gemeinschaften von der Neuassyrischen bis zur Partherzeit, Landschaftsarchäologie sowie die materielle Kultur und sozialer Wandel.

Andrea Acevedo Mejia: Ancient Pigment Trade and Production during the Hellenistic and Roman periods in the Mediterranean Region.

Vollständiger Titel: »Ancient Pigment Trade and Production during the Hellenistic and Roman periods in the Mediterranean Region.«

Universität: Universität Wien

Betreuer:innen: A. Rodler, C. Koeberl

Kurzbeschreibung: Neue multidisziplinäre Strategien, die die Synthese und Verarbeitung antiker Pigmente umfassen; die geochemische Analyse von Rohmaterialien und Pigmenten aus archäologischen Kontexten; Beprobungsmethoden im Mikrobereich; sowie die Implementierung einer Datenbank und von Datenmodellierungsstrategien, um sowohl aktuelle als auch frühere Forschung zu dokumentieren und Zusammenhänge zwischen ihnen zu erkennen.

Nicole Mittermair: Bronze Age alloying practices and traditions in the Balkan region

Vollständiger Titel: »Bronze Age alloying practices and traditions in the Balkan region«

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuerin: B. Horejs

Kurzbeschreibung: Mithilfe von Spurenelementanalysen wird die chemische Zusammensetzung von Kupfer- und Bronzeobjekten aus dem Balkanraum der Bronzezeit unter chronologischem sowie chorologischen Gesichtspunkten auf Legierungspraktiken analysiert. Ziel dabei ist es, im Rahmen des übergeordneten Forschungsprojekts »Tracking the routes. Bronze Age copper supply networks between Italy and the Balkans« durch Bearbeitung sowohl bereits publizierter als auch neu vorgelegter archäometrischer Daten unter Berücksichtigung archäologischer Kontexte Entwicklungen, Parallelen sowie Besonderheiten in den metallurgischen Praktiken und Traditionen auf lokaler als auch überregionaler Ebene zu fassen. Mithilfe der Ergebnisse jener Untersuchungen sollen Erkenntnisse zu technologischen Kommunikations- und sozialen Distributionsnetzwerken bronzezeitlicher Gesellschaften gewonnen werden

Florian Oppitz: Places of Christian-Motivated Charity in the Eastern Mediterranean in Late Antiquity

Vollständiger Titel: »Places of Christian-Motivated Charity in the Eastern Mediterranean in Late Antiquity. An Interdisciplinary Study Based on Archaeological and Other Ancient Sources (working title)«

Art: Dissertation

Universität: Universität Graz/Max Weber Centre Erfurt/IGS Resonant Self-World Relations in Ancient and Modern Socio-Religious Practices

Betreuer:innen: C. Heil/W. Spickermann (Graz), M. Vinzent (Erfurt), A. Pülz (ÖAW-ÖAI)

Kurzbeschreibung: Die Studie befasst sich mit Orten der christlich motivierten Nächstenliebe im östlichen Mittelmeerraum. Der zeitliche Rahmen reicht vom späten 3. Jh. n. Chr. bis zur Mitte des 7. Jhs. n. Chr. Während die karitativen Handlungen Gegenstand zahlreicher Studien waren, wurde den Orten ihrer Ausführung im Allgemeinen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Diese interdisziplinäre Studie zielt darauf ab, archäologische, epigraphische und literarische Quellen zusammenzuführen, und es wird der Versuch unternommen, die Orte der Wohltätigkeit in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Kontakt: florian.oppitz(at)uni-graz.at

Galán Palomares

Ich bin römische Archäologin mit Spezialisierung auf Steinmaterialien, Marmorverkleidungen und Bautechniken in der römischen Welt. Mein akademischer Hintergrund verbindet Klassische Archäologie mit Archäometrie, wodurch ich archäologische Materialien sowohl mit historischen als auch mit naturwissenschaftlichen Methoden analysieren kann.
Ich verfüge über umfangreiche Erfahrung in der Untersuchung von Marmorverkleidungen, Bodenbelägen und architektonischer Dekoration aus privaten und öffentlichen Kontexten, insbesondere im römischen Hispanien. Zu meiner Arbeit gehören außerdem archäologische Feldforschung, Projektkoordination sowie der Einsatz digitaler Werkzeuge wie GIS und neuer Technologien für Analyse und Management archäologischer Daten.
Neben meiner Forschung bin ich aktiv in Lehre und Öffentlichkeitsarbeit tätig und engagiere mich dafür, archäologisches Wissen sowohl für die akademische Fachwelt als auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Caroline Partiot

Meine Forschung konzentriert sich auf Bioarchäologie und Archäothanatologie, mit besonderem Schwerpunkt auf Bestattungspraktiken, biologischer Identität und der Lebensgeschichte vergangener Populationen.
Unter Anwendung eines Multiproxy-Ansatzes, der makroskopische und histologische Analysen mit Osteologie, Paläopathologie, Isotopenuntersuchungen und dem Bestattungskontext verbindet, untersuche ich die Wechselwirkungen zwischen Individuen und ihren Umweltbedingungen – seien sie natürlicher, sozialer, gemeinschaftlicher oder kultureller Art.
Meine Forschung umfasst Zeiträume vom Jungpaläolithikum bis in die Neuzeit, mit einem besonderen Fokus auf Individuen, die im frühen Kindesalter verstorben sind. Durch Feld- und Laborarbeit sowie internationale und interdisziplinäre Kooperationen zielt meine Arbeit darauf ab, biologische und soziale Identitäten sowie Lebensverläufe zu rekonstruieren, um übergeordnete soziale und kulturelle Dynamiken zu erschließen

Nirvana Silnović

Ich bin Postdoc am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Meine Forschung konzentriert sich auf die römische Provinzialarchäologie, mit besonderem Schwerpunkt auf religiösen Praktiken und Kulten in den Provinzen – insbesondere in der römischen Provinz Dalmatien – sowie auf antike Polychromie und die Geschichte der Archäologie in Bosnien und Herzegowina.
Derzeit bin ich Stipendiatin des APART-GSK-Exzellenzstipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für das Projekt „Das Globale, das Lokale und das Dazwischen: Der Mithraskult in der römischen Provinz Dalmatien“. Ziel dieses Projekts ist es, die erste umfassende und kontextualisierte Studie zum Mithraskult in der römischen Provinz Dalmatien zu erstellen.

Kontakt: nirvana.silnovic(at)oeaw.ac.at

Hannah Skerjanz: Die mittelbronzezeitlichen Hügelgräber von Unterradlberg

Vollständiger Titel: »Die mittelbronzezeitlichen Hügelgräber von Unterradlberg« 

Art: Masterarbeit

Universität: Universität Wien

Betreuerin: Katharina Rebay-Salisbury

Kurzbeschreibung: 

Ich bin prähistorische Archäologin mit Schwerpunkt auf Bestattungspraktiken, bioarchäologischen Methoden, materieller Kultur und Chronologie der mitteleuropäischen Metallzeiten. In meinem Dissertationsprojekt „Inmitten des Wandels“ untersuche ich den Übergang von Körper- zu Brandbestattungen sowie die damit verbundenen Entwicklungen im Bestattungsritus während der Mittelbronzezeit (ca. 1600–1300/1200 v. Chr.) in Ober- und Niederösterreich.
Im Rahmen dieses Projekts werte ich archäologische und bioarchäologische Daten kleinerer mittelbronzezeitlicher Fundstellen nördlich der Donau und entlang ihres Verlaufs aus, um Einblicke in das Verhalten vergangener Gemeinschaften und ihren Umgang mit den Toten zu gewinnen.

Ramón Soneira-Martínez

Das Projekt HIEROTOPOI mit dem Titel „Historisierung von Interritualität mit der Umwelt und religiöser Orographie in topographischen Interaktionen“ untersucht die dynamische Beziehung zwischen Religion und Natur in den antiken griechischen und römischen Gesellschaften.
Das von 2026 bis 2029 laufende interdisziplinäre Vorhaben verbindet Archäologie, Geschichte und Religionswissenschaft, um zu erforschen, wie antike Gemeinschaften natürliche Umgebungen in sakrale Landschaften verwandelten. Über stadtzentrierte Ansätze hinausgehend analysiert das Projekt, wie Rituale, Mythen und alltägliche Praktiken natürlichen Gegebenheiten – wie Bergen und Quellen – religiöse Bedeutung verliehen.
Die Methodik integriert Textanalyse, Epigraphik und räumliche Analyse innerhalb eines theoretischen Rahmens aus Ritualtheorie und Phänomenologie. Durch die Untersuchung dieser Mensch-Umwelt-Interaktionen in der Antike zielt HIEROTOPOI nicht nur darauf ab, ein ganzheitliches Bild antiker Religion zu vermitteln, sondern auch historische Perspektiven bereitzustellen, die für aktuelle ökologische Debatten über nachhaltiges Leben und die soziale Konstruktion von Umwelt von Bedeutung sind.

Förderung: FWF (Einzelprojekt / Principal Investigator Project) - Grant-DOI: 10.55776/PAT2141125

Magdalena T. Srienc: Lifeways of the early medieval Slavs

Vollständiger Titel: »Lifeways of the early medieval Slavs: A bioarchaeological examination of diet and health from the human remains from three cemeteries north and south of the Karawanken Mountains«

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuerin: S. Kirchengast

Kurzbeschreibung: Dieses Dissertationsprojekt zielt darauf ab, die Lebensweisen von drei Gemeinschaften aus dem ostalpinen Raum in Österreich und Slowenien während des Frühmittelalters (7.–10. Jahrhundert n. Chr.) zu untersuchen und zu vergleichen. Die menschlichen Skelettreste werden sowohl mit makroskopischen Methoden als auch mithilfe stabiler Isotope (C und N) zur Rekonstruktion der Ernährung sowie durch Analyse alter DNA (aDNA) zur Identifizierung von Migrationsmustern untersucht.

Michael Stal: Die Münzprägung in Khuzistan von Alexander dem Großen bis zum Ende der Sasaniden

Vollständiger Titel: »Die Münzprägung in Khuzistan von Alexander dem Großen bis zum Ende der Sasaniden« 

Art: Dissertation

Universität: Universität Wien

Betreuer: N. Schindel

Kurzbeschreibung: Das den Zeitraum von ca. 325 v. Chr. bis ca. 642 n. Chr. umfassende Forschungsvorhaben ist im Bereich der orientalischen Numismatik anzusiedeln und beinhaltet somit die Epochen der seleukidischen, arsakidischen und sasanidischen (Vor)herrschaft im Gebiet Khuzistans im heutigen Iran sowie die Unabhängigkeitsbestrebungen unter eigenständigen Herrschern. Es werden hierbei die numismatischen und ökonomischen Abläufe – wie u. a. das Einsetzen der Verwendung von Münzgeld, der Beginn lokaler Prägungen und die Unterschiede mit den Nachbarregionen bzw. -städten – in Khuzistan und deren historische Auswirkungen untersucht. Ebenso werden in dieser Arbeit mögliche geographische und zeitliche Beschränkungen von Nominalien und Münztypen oder aber deren Weiterverwendung und/oder Übernahme behandelt.

Martin Valent

Mgr. Martin Valent erforscht Gesellschaften der späten Bronzezeit in Mitteleuropa und hat sich dabei auf Hügelfestungssiedlungen und die Nutzungspurenanalyse von Bronzeartefakten spezialisiert. Als Nachwuchswissenschaftler erwarb er seinen BA in Archäologie und Museologie (2023) und seinen MA in Archäologie (2026) an der Masaryk-Universität in der Tschechischen Republik. Derzeit ist er als Spezialist für Gebrauchsspuren am Institut für Archäologie und Museologie der Masaryk-Universität tätig.

Domnika Verdianu: : Life and death of children and adolescents during the Early Bronze Age in Central Europe. The non-adult individuals from the burial ground Weiden am See.

Vollständiger Titel: Life and death of children and adolescents during the Early Bronze Age in Central Europe. The non-adult individuals from the burial ground Weiden am See.

Universität: Universität Wien

Betreuerin: K. Rebay-Salisbury

Das Dissertationsprojekt zielt darauf ab, die Unterschiede in Bestattungsriten, sozialen Rollen, Status und Gesundheit zwischen männlichen und weiblichen Nicht-Erwachsenen in der Frühbronzezeit in Mitteleuropa zu untersuchen. Diese Periode ist eine Schlüsselphase der europäischen Vorgeschichte, in der Metallverarbeitung sich zunehmend etablierte, die ersten zentralisierten Siedlungen entstanden und soziale Unterschiede im archäologischen Befund deutlich sichtbar wurden.
Da Alter und Geschlecht in vielen Gesellschaften soziale Rollen und Verantwortlichkeiten beeinflussen können, sind die Schätzung des Todesalters und des biologischen Geschlechts entscheidend für das Verständnis der Organisation und Struktur vergangener Gesellschaften.
Der Bestattungsplatz Weiden am See in Burgenland umfasst etwa 200 Gräber, von denen ein Drittel Bestattungen von Nicht-Erwachsenen sind. Im Rahmen des Dissertationsprojekts werden die Gräber aller erwachsenen und nicht-erwachsenen Individuen des frühbronzezeitlichen Friedhofs Weiden am See archäologisch, osteologisch und mittels Amelogenin-Peptid-Analyse untersucht.