Die über 125 Jahre währenden Forschungen in Ephesos sind eng verknüpft mit einer ebenso langen Bauforschungstradition. Archäologische Bauforschung in Ephesos war und ist ein Langzeitvorhaben, das sich durch vielfältige nationale und internationale Forschungskooperationen auszeichnet. Ihre Ergebnisse sind in anerkannten wissenschaftlichen Editionen zu finden.

Die direkte Auseinandersetzung mit Einzelmonumenten oder zusammenhängenden Baustrukturen in Bezug auf ihre Architektur, Konstruktion und Nutzung ist eine grundlegende Aufgabe bauforscherischer Arbeit. Erst auf dieser Basis können Untersuchungen zur Lebensdauer und Verfallsgeschichte oder zur Transformation von Bauwerken erfolgen, die es ermöglichen, die jeweilige Architektur und ihre historische Bedeutung im größeren zeitgeschichtlichen und kulturellen Kontext zu beleuchten und einzuordnen.

Die Stadt als Bauplatz

Das aktuelle Forschungsprogramm stellt neben Einzeluntersuchungen übergreifende Fragestellungen zu historischen Bauprozessen und Herstellungsverfahren sowie der Verfügbarkeit und Verarbeitung von Baumaterialien in den Vordergrund. Ziel ist es, die umfassend freigelegten ephesischen Monumente und gebauten urbanen Strukturen über ihre Architektur, Funktion und Nutzungsgeschichte hinaus auch als Ausdruck jeweils vorherrschender, zeitlich sich wandelnder Bautraditionen, Bedingungen und technologischer Entwicklungen zu erforschen.

 

Bauforschung und Denkmalpflege

Kooperationen mit lokalen Institutionen und Initiativen zur Denkmalpflege sowie der ÖAI-Fachabteilung Restaurierung kennzeichnen einen Großteil der Bauforschungsprojekte in Ephesos. Die enge Verbindung der Bauforschung mit der Denkmalpflege setzt in den meisten Fällen parallel mit den Feldforschungen ein oder arbeitet sogar Hand in Hand. Aktuell wird etwa das Baptisterium an der Marienkirche konsolidiert und durch bauforscherische Analysen begleitet.

 

Projektleitung

Gudrun Styhler-Aydın

Laufzeit

seit 2019

Finanzierung

ÖAW-ÖAI