Das Aufkommen und die Verbreitung von Brandbestattungen bzw. Urnenfeldern und der Urnenfelderkultur stellt einen entschiedenen Wandel im bronzezeitlichen Europa dar. Obwohl es sich um ein überregionales Phänomen mit entsprechender materieller Kultur handelt, die in weiten Teilen Zentraleuropas, des Karpatenbeckens und der italienischen Halbinsel festzustellen ist, folgt die Übernahme der Brandbestattung unterschiedlichen Entwicklungspfaden mit erkennbaren regionalen, lokalen und gemeinschaftsspezifischen Besonderheiten.

In Ostösterreich ist der Übergang von der Körperbestattung zur Brandbestattung durch eine hohe Variabilität und Experimentierfreudigkeit gekennzeichnet mit den klar erkennbaren Verbindungen zu den Bestattungsriten der Mittelbronzezeit. Kennzeichnend für diese Übergangsphase sind vor allem Brandbestattungen ohne Urne in den rechteckigen Grabgruben, die somit eine Hybridisierung der neuen (Verbrennung des Körpers) und alten (rechteckige Grabgrube für Körperbestattungen) darstellen. Gräber dieser Art sind in vielen Fundorten Niederösterreichs wie z. B. in Pitten, Baierdorf oder Horn nachgewiesen, wobei es sich hauptsächlich um Grabungen aus dem letzten Jahrhundert handelt.
Im Jahr 2013 führte eine Rettungsgrabung in Plaika bei Bergland in Niederösterreich zur Entdeckung von 25 rechteckigen Brandgräbern mit reichen Keramik- und Metallbeigaben. Der Friedhof wurde bisher nur in kurzen Berichten publiziert, während eine umfassende Analyse noch aussteht. Dieses Projekt zielt auf eine detaillierte, interdisziplinäre Untersuchung ab, die neben der archäologischen Auswertung, auch Radiokarbondatierung, anthropologische Analyse, Archäozoologie und Paläobotanik, Archäometallurgie sowie organische Rückstandsanalysen umfasst.
2025-2028