Im Oktober 2025 wurde dem Projekt »Unveiling Neolithic Identities in the Balkans: Multiproxy Anthropological Insights from the Immature Remains from Svinjarička Čuka, Serbia« (PI: C. Partiot) ein HEAS Seed Grant zugesprochen. Ziel des Projekts ist die Durchführung einer multiproxybasierten Studie eines unreifen Unterkiefers von der von B. Horejs ausgegrabenen Fundstelle. Innerhalb des ÖAI ist das Projekt an der Archscience-Einheit, der RG Prehistoric Phenomena im Fachbereich Prähistorie sowie der Einheit Digital Archaeology and Classics (DAC) angesiedelt. Es wird in Zusammenarbeit mit der Universität Wien, dem UMR 7269 LAMPEA-Labor der Universität Aix-Marseille (Aix-en-Provence, Frankreich), dem UMR 5199 PACEA-Labor (Bordeaux, Frankreich), der Zahnmedizinischen Fakultät Montrouge (Frankreich) und dem UMR 7206 Ecoanthropology-Labor (Paris, Frankreich) durchgeführt.

Das Projekt konzentriert sich auf einen 2022 entdeckten Unterkiefer, der einem Kind gehörte, das vermutlich etwa zehn Jahre alt war (bezeichnet als Cu22-248-18-1) und derzeit fast das einzige menschliche Skelettfragment aus der neolithischen Sequenz darstellt. Die Seltenheit menschlicher Knochenreste an der Fundstelle verleiht ihnen große Bedeutung, und die Untersuchung unreifer Individuen bietet zudem eine außergewöhnliche Möglichkeit, mehr über das Leben und die Umwelt der Gruppe selbst zu erfahren, da die Entwicklungsplastizität ihrer Organismen besondere Einblicke ermöglicht.

Ziel des Projekts ist es, erste bioanthropologische Einblicke in Fragen der biologischen Identität, des Lebensverlaufs und der Populationszugehörigkeit an der Fundstelle Svinjarička Čuka zu gewinnen, durch multiproxybasierte Analysen dieses Fundes, strukturiert entlang von drei Hauptforschungsachsen:

i) Detaillierte Charakterisierung des biologischen Profils des Individuums, einschließlich präziser Altersbestimmung zum Todeszeitpunkt und der Bestimmung des genetischen Geschlechts.

ii) Untersuchung des Lebensverlaufs des Individuums durch die Analyse osteologischer Stressmarker, Mobilität und Rekonstruktion der Ernährung.

iii) Untersuchung der Populationszugehörigkeit des Individuums anhand zahn- und biochemischer Befunde. Dieser Ansatz basiert auf der kollaborativen, interdisziplinären und innovativen Entwicklung eines multi-analytischen Probenahmeprotokolls, das invasive Analysen optimiert und gleichzeitig die Veränderungen an den Überresten minimiert.

Projektleitung
Laufzeit

seit 2025

Finanzierung
  • HEAS Seed Grant