Inhalt des Forschungsprojekts ist die Erstellung eines papyrologischen Kommentars zum Brief an die Römer, der vom Apostel Paulus verfasst wurde und vermutlich den bedeutendsten Brief des Neuen Testaments (NT) darstellt. Papyrologische Kommentare zum NT werten dokumentarische Quellen wie Papyri, Ostraka sowie Holz- und Wachstafeln aus der griechisch-römischen Zeit aus, um das Umfeld, in dem das NT – in diesem Fall der Brief des Paulus – verfasst wurde, besser zu verstehen. Die Auswertung solcher dokumentarischen Quellen aus Ägypten stellt ein fortlaufendes Forschungsvorhaben dar, dessen Ergebnisse in der Reihe »PKNT/Papyrologische Kommentare zum Neuen Testament« veröffentlicht werden.
Der Gegenstand des vorliegenden Projekts, der Brief des Paulus an die Römer, gehört hinsichtlich seines griechischen Sprachniveaus zu den anspruchsvollsten Texten des Neuen Testaments. Seine Auslegung ist nicht nur für die christliche Theologie von Bedeutung, sondern auch für den christlich-jüdischen Dialog. Somit befasst sich die Forschung nicht nur mit der Auslegung eines Textes aus der Antike, sondern kann auch zum Dialog zwischen zwei abrahamitischen Religionen beitragen.
Das vom FWF geförderte Projekt dient der Kommentierung des Römerbriefes im Licht der auf Papyrus überlieferten Alltagstexte. Beim Römerbrief handelt es sich um einen der wichtigsten – wenn nicht sogar um den wichtigsten – Brief des Apostels Paulus. Er ist wohl auch der am häufigsten kommentierte Brief des Völkerapostels. Gerade deshalb ist ein neuer Blick mit Hilfe bisher nur wenig berücksichtigter Quellen ein spannendes Forschungsvorhaben. Im Rahmen der Forschungen wird sich zeigen, inwieweit die Papyri das bisherige Verständnis des Textes bestätigen und inwiefern sie ein kritisches Potential entfalten, das an einzelnen Stellen – wie beim oben erwähnten Philemonbrief – eine neue Sicht auf den Text ermöglichen.
12/2022–04/2027