Während des frühen und mittleren Neolithikums (ca. 6000–5500 v. Chr.) förderte die Entstehung sesshafter Bauerngemeinschaften auf dem zentralen Balkan neue technologische und soziale Praktiken. Unter diesen spielte die Keramik eine zentrale Rolle, da sie eine dynamische technologische Ressource darstellte, deren Lebenszyklus durch gezieltes Recycling zu Werkzeugen gelegentlich über ihre ursprüngliche Funktion hinaus verlängert wurde.

Dieses Projekt untersucht die Muster des Recyclings und der Sekundärverwendung von Keramik im frühen/mittleren Neolithikum anhand einer vergleichenden Analyse von Funden aus zwei Schlüsselstätten: Svinjarička Čuka (Südserbien, Starčevo-Kultur) und Amzabegovo (Nordmazedonien, Amzabegovo–Vršnik-Kultur). Durch die Integration typologischer, gebrauchs­spuren­analytischer und kontextueller Ansätze soll rekonstruiert werden, wie und warum Keramikfragmente in funktionale Werkzeuge umgewandelt wurden, welche Materialien sie bearbeiteten und ob solche Praktiken gemeinsame technologische Traditionen oder regionale Anpassungen widerspiegeln.

Mikroskopische und experimentelle Analysen, die an der Abteilung für Archäologische Wissenschaften des OeAI (Keyence, FTIR, SEM) durchgeführt werden, werden mit Vergleichsdaten aus dem weiteren neolithischen Balkan kombiniert, um die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Recyclingverhaltens zu bewerten. Die Ergebnisse sollen zu einem umfassenderen Verständnis technologischer Innovationen, des Ressourcenmanagements und der alltäglichen Praktiken in frühen Bauerngemeinschaften beitragen.

 

 

Projektleitung
Team
Kooperationen
  • Regionalmuseum Petrovac na Mlavi (Serbia)
Laufzeit

01/10/25 - 31/03/26

Finanzierung
  • JESH – Joint Excellence in Science and Humanities, ÖAW