Die Einheit Technik bildet einen wichtigen integrativen Bestandteil des Instituts. Die Erfassung, Verarbeitung und Präsentation von Geodaten und archäologischen Befunddaten sowie die bildliche Dokumentation durch digitale Fotografie spielen bei der wissenschaftlichen Synthese in nahezu jedem Projekt des ÖAI eine fundamentale Rolle. Die Einheit Technik setzt sich aus den vier Arbeitsbereichen Archäoprospektion, Geodäsie, Grabungstechnik und Fotografie zusammen. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit wird ein Maximum an innovativer Kreativität, Qualität und Effizienz in Ideenumsetzung und Methodenentwicklung erreicht.

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oeai-technik(at)oeaw.ac.at

 

1. Archäoprospektion

Unter dem Überbegriff Archäoprospektion werden die Kompetenzbereiche Geophysik, Geoprospektion und Geoarchäologie subsummiert. In diesem Teilbereich der Einheit Technik wird die Planung und Durchführung geophysikalischer Prospektionen und geoarchäologischer Untersuchungen abgewickelt. Mittels modernster geophysikalischer Prospektionsausrüstung (Geomagnetik und Georadar) werden Objekte und Strukturen im Untergrund sichtbar gemacht. Rammkernsondierungen geben Auskunft über Schichtenabfolgen und tiefer liegenden Strukturen.

Die Aufbereitung der Messdaten mithilfe aktuellster Prozessierungsmethoden und die anschließende kartografische Umsetzung der gewonnenen Daten mittels GIS-Software einschließlich der archäologischen Interpretation der Messdaten sind die Kernaufgaben dieses Arbeitsbereichs. Kontinuierliche Wartung und Weiterentwicklung des Gerätepools nach dem jeweiligen Entwicklungsstand der Technologie gehören ebenfalls zu den Aufgaben.

2. Geodäsie

Mit umfassender Kompetenz aus den Bereichen Vermessung und Geoinformatik ergibt sich für diesen Arbeitsbereich eine wichtige Zentralfunktion für die raumbezogenen Aspekte der archäologischen Forschung. Zu den zentralen Aufgaben zählen die Vermittlung grundlegender geodätischer Konzepte und Methoden sowie die Beratung beim Einsatz geodätischer Instrumente, geografischer Informationssysteme (GIS) und modernster 3D-Sensoren. Eine professionelle, den Prinzipien der Kartografie folgende Erstellung von Plänen und Karten gewährleistet die hohe visuelle Qualität von Forschungsergebnissen.

Im Fokus der Tätigkeiten auf Ausgrabungen oder archäologischen Surveys stehen die Erstellung und Pflege präziser geodätischer Netze, die Durchführung von Spezialvermessungen mit unterschiedlichen 3D-Sensoren sowie die exakte Erfassung archäologisch-historischer Objekte und deren topografischer Kontexte. Angewandte Aufnahmemethoden richten sich dabei grundsätzlich nach der Vorgabe der speziellen Fragestellung, die einer fachlich fundierten Analyse unterzogen wird.

    3. Fotografie

    Im Arbeitsbereich Fotografie werden Aufnahmen des gesamten Spektrums archäologischer Fundstücke bis hin zu großflächigen Grabungsdokumentationen, Makro- und Panoramaaufnahmen sowie Architekturfotografien angefertigt. Durch die Anwendung des computerbasierten fotografischen Verfahrens (Reflectance Transformation Imaging – RTI) mit dem vollautomatischen RTI-Dome, der im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts vom ÖAI in Zusammenarbeit mit der HTL St. Pölten entwickelt wurde, können Oberflächenstrukturen ausgewählter Objekte in einer interaktiven Analyse wiederbeleuchtet werden. Imagebilder für Sponsoren, Präsentationen sowie Presseausendungen in Verbindung mit Technologien wie UV- und IR-Fotografie sowie RTI runden das fotografische Portfolio ab.

    Um die Visualisierung archäologischer Artefakte, Befunde und Monumente zu gewährleisten, ist hochauflösendes, verzeichnungsfreies und farbtreues Arbeiten erforderlich. Neben ihrem dokumentarischen Charakter unterstützt die Fotografie Argumentationen und Theorien.

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      4. Grabungstechnik und Funddokumentation

      Von der ersten Begehung archäologischer Fundplätze bis zur Publikation – die Mitarbeiter:innen des Arbeitsbereichs Grabungstechnik unterstützen die archäologischen Feldforschungsprojekte des ÖAI bei ihrer Planung, Durchführung und Auswertung.

      Um das Generieren qualitativ hochwertiger Forschungsdaten zu gewährleisten, werden innovative und nachhaltige Lösungen bei der Aufnahme archäologischer Funde und Befunde eingesetzt und weiterentwickelt. Für diese Aufgabe nutzen die Mitarbeiter:innen des Arbeitsbereichs ihre fundierten Kenntnisse in der Anwendung effizienter Survey-, Ausgrabungs- und Dokumentationsmethoden mit dem Anspruch zur Umsetzung hoher technischer und wissenschaftlicher Standards.

      Vom Handaufmaß bis zur 3D-Fotogrammetrie, von der Datenerhebung bis zur Visualisierung – Ziel ist es, auf den individuellen Bedarf der jeweiligen Forschungsprojekte adäquat und lösungsorientiert zu reagieren.

        5. Drohnen Dokumentation und Vermessung

        Seit dem Aufkommen der Luftbildfotografie nutzen Archäologie- und Kulturerbeprojekte die Vorteile dieser Technik. Frühe Ballonfotografie, historische Flüge oder sogar deklassierte Satelliten. Das Aufkommen kommerzieller Drohnen revolutionierte den Einsatz von Luftbilddaten für archäologische Projekte. Das ÖAI hat eine lange Tradition im Einsatz von Drohnen bei seinen Projekten: Österreich, Griechenland, Italien, Südafrika, Türkiye,.... Die Drohnenflotte des Instituts kann derzeit in fast jedem Land der Welt anfliegen und mit modernsten Sensoren Daten sammeln: Fotografie, multispektrale Erfassung und LIDAR-Messung.

        Unsere Piloten sind EASA-zertifiziert und haben Erfahrung mit VLOS- und BVLOS-Flügen. Wir können große Gebiete mit photogrammetrischen Techniken erfassen (bis zu 200 ha/Tag) und mit unserer Mavic 3 Enterprise noch am selben Tag georeferenzierte Daten mit einer Auflösung von bis zu 3 cm/Pixel liefern. Für die multispektrale Erfassung verwenden wir den Micasense MX Rededge, der Multibanddaten erfasst (bis zu 150 ha/Tag). Das LIDAR ist unser Top-Sensor in der Flotte, eine Hochleistungsdrohne Clogworks Dark Matter hX Gen 2, auf der ein extrem präzises Riegl MiniVux-3UAV mit einer APX-20 IMU montiert ist. Damit können wir bis zu 220/120 ha pro Tag in flachem Gelände erfassen, jegliche Vegetation entfernen und jede Veränderung auf der Oberfläche mit einer DSM-Auflösung von 0,2 m im Vergleich zur 1 m-Auflösung kommerzieller Satelliten hervorheben.