Mit dem Aufstieg der Urnenfelderkulturen (14.–11. Jh. v. Chr.) breiteten sich aufgrund ungleicher Ressourcenverteilung metallische Austauschnetzwerke über Europa aus. Das MeTEx-Projekt untersucht den Kupferaustausch zwischen den metallproduzierenden und -konsumierenden Regionen Mitteleuropas. Es erforscht, ob Kupfer in Form standardisierter, formbasierter Barren (z. B. Äxte, Sicheln, Ringe) zirkulierte, und kombiniert archäologische, chemische und netzwerkanalytische Methoden, um Herkunft und Intensität des Handels nachzuvollziehen.

Mit dem Aufkommen der bronzezeitlichen Urnenfelderkulturen in den weiten Teilen Europas (14.–11. Jahrhundert v. Chr.) kam es zu einer deutlichen Intensivierung der zwischenmenschlichen und interkulturellen Kontakte. Eine treibende Kraft hinter diesen Interaktionen war das Bestreben, am Metallhandel teilzuhaben. Infolge einer ungleichen Verteilung der Rohstoffe, waren Gemeinschaften ohne natürliche Ressourcen auf weitreichende Netzwerke angewiesen, die Produzenten, Händler und spezialisierte Handwerker in ein umfassendes Austauschsystem verbanden.

Eines der zentralen Ziele der archäometallurgischen Forschung besteht darin, die Herkunft von Metallen zu bestimmen und ihre Verteilungsmuster zu rekonstruieren. Das Hauptziel des MeTEx-Projekts ist es, den Metallhandel in Mitteleuropa zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf den Beziehungen zwischen metallproduzierenden und metallverbrauchenden Regionen liegt. Eine wesentliche Fragestellung des Projekts ist es, das Ausmaß und die Intensität der Interaktionen zwischen zwei Hauptzonen Mitteleuropas – der nördlichen und der südlichen Region – insbesondere im Hinblick auf die Versorgung mit Kupfer zu erfassen.

Die Arbeitshypothese des Projekts ist, dass Metallartefakte innerhalb der Austauschsysteme unterschiedliche Rollen spielten. Einige Objekte, wie Äxte, Sicheln und Ringe, fungierten als formbasierte Rohmaterialeinheiten, die über weite Entfernungen transportiert, zerteilt und eingeschmolzen wurden, um neue, lokal charakteristische Gegenstände herzustellen. Durch detaillierte Analysen ausgewählter Metallfunde aus wird das Projekt prüfen, ob Kupfer in den mitteleuropäischen Urnenfelderkulturen in Form standardisierter »formbasierter Barren« verteilt wurde.

Das MeTEx-Projekt wird einen umfassenden Datensatz neuer analytischer Ergebnisse zu Metallartefakten erzeugen. Durch einen interdisziplinären Ansatz – die archäologischen Befunde mit physikalischen, chemischen und netzwerkanalytischen Methoden verbindet – wird das Projekt der Herkunft des Metalls in verschiedenen prähistorischen Zonen nachgehen und die Bedeutung einer bislang unerforschten »formbasierten« Kupferökonomie der Bronzezeit hervorheben.

Projektleitung
Kooperationen
Laufzeit

01/2025–31/2026

Finanzierung
  • Seal of Excellence Post-Doctoral Fellowship @ ÖAW