AG »Alltag, Handel und Handwerk«

Die Schlagworte »Alltag – Handel – Handwerk« geben bereits die inhaltliche Ausrichtung dieser Arbeitsgruppe vor und beschreiben mit ihrer thematischen Orientierung ein Forschungsfeld, das innerhalb der historischen Kulturwissenschaften der Antike ›traditionell‹ von der Archäologie besetzt ist. Bekanntlich vermögen archäologische Befunde und Funde Aspekte antiker Lebenswelten zu illustrieren, die im klassischen Schrifttum unterrepräsentiert sind.

Bewusst breit angelegt sind sowohl der zeitliche wie auch der räumliche Rahmen der Arbeitsgruppe: die Epoche der klassischen griechischen und römischen Antike und die Alte Welt. Hier inkludierte Forschungsprojekte beruhen sowohl auf schriftlichen als auch auf nichtschriftlichen Quellen, der Fokus liegt jedoch auf der kontextuellen Auswertung von Überresten materieller Kultur.

Drei Forschungsschwerpunkte fördern den wissenschaftlichen Austausch durch die Vernetzung einzelner Projekte unter einem jeweils übergeordneten Forschungszusammenhang. Im Idealfall tragen die Verschränkung verschiedener Projekte unter dem Fokus der definierten Forschungsschwerpunkte einerseits und die unterschiedlichen Blickwinkel der einzelnen Projekte auf die übergeordneten Fragestellungen andererseits zu dem Erkenntnisgewinn auf beiden Seiten bei.

  • Der Forschungsschwerpunkt »Alltagsräume« beschäftigt sich mit der Raumnutzung im antiken Alltagsleben. In diesem Zusammenhang setzt sich die Arbeitsgruppe etwa mit der Definition von Aktivitätszonen auf Basis materieller Hinterlassenschaften, siedlungsinternen Distributionsanalysen, der Rekonstruktion von »waste streams« und Recyclingprozessen und dem Nachweis von Werkstätten im privaten und öffentlichen Raum auseinander. Dieser Forschungsschwerpunkt geht primär von archäologischen Befunden aus und betrachtet diese im Siedlungszusammenhang.
  • Der Forschungsschwerpunkt »Alltagsgegenstände« beruht auf der Prämisse, dass auch Artefakte den Alltag einer antiken Gesellschaft prägen. Sie sind Ausdruck und Kommunikationsmittel von Identität, Status und Sozialstrukturen. Fundvergesellschaftungen können Interaktionen zwischen Individuen und Kulturkontakte zwischen Gruppen anzeigen. Dieser Forschungsschwerpunkt geht primär von den Artefakten selbst aus und betrachtet archäologische Funde als Informationsträger in einem weiterführenden soziokulturellen Zusammenhang.
  • Der Forschungsschwerpunkt »Organisationsformen von Handel und Handwerk« widmet sich der Untersuchung antiker Handelsräume und -netzwerke, dem Technologietransfer und der Infrastruktur von Werkstätten sowie Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen.

 

Leitung: Christoph Hinker