Forschungsbereich

Kunstgeschichte


Im Zentrum der Untersuchungen des Forschungsbereichs steht die Kunstgeschichte der Habsburgermonarchie und ihrer Nachfolgerstaaten im internationalen Kontext, vornehmlich vom 16. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert. Kunst, in all ihren Ausformungen, wird mittels verschiedenster methodischer Ansätze sowie mit digitaler und computationer Unterstützung erfasst, analysiert und kontextualisiert. Allen am Forschungsbereich angesiedelten Projekten sind stark quellenbasierte Bestreben gemein: gängige Meistererzählungen zu hinterfragen und Leerstellen zu füllen. Hierbei rücken bislang kaum oder gar nicht von der Forschung beachtete Werke, ihre Urheber:innen und Adressat:innen in den Fokus. 

Die zentralen Schwerpunkte bilden die Architektur des langen 19. Jahrhunderts in Zentraleuropa, die österreichische Glasmalerei (Corpus Vitrearum), die digitale und computationale Kunstgeschichte, sowie die Pietas Austriaca: österreichische Frömmigkeit und visuelle Medien in der Frühen Neuzeit.

Des Weiteren beherbergt der Forschungsbereich den Nachlass von Prof. Bernhard Kerber (1938–2021) zu Andrea Pozzo (1642–1709): Bernhard Kerber konnte krankheitsbedingt die Neubearbeitung seiner 1971 publizierten Monografie zu Pozzo nicht mehr vollenden. Die dafür gesammelten umfangreichen Materialien wurden vermittels Herbert Karner, dem ehemaligen Leiter des Forschungsbereichs Kunstgeschichte, an ebenjenen Forschungsbereich zur Verwahrung übergeben.

Der Forschungsbereich Kunstgeschichte wurde 1979 ursprünglich als „Kommission für Kunstgeschichte“ innerhalb der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingerichtet und wurde eine Forschungsdrehscheibe für Kunstgeschichte in Österreich. Ende 2012 kam es zur Auflösung der Kommission. Stattdessen fand eine Umwandlung in das „Institut für Kunst- und Musikhistorische Forschungen (IKM)“ statt, in das auch die ehemalige „Kommission für Musikforschung“ aufging. 2019 wurde das IKM aufgelöst. Während die Musikhistoriker:innen Teil des 2015 gegründeten Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) wurden, fanden die Kunsthistoriker:innen Anschluss am den ihnen inhaltlich wie methodisch nahe stehenden „Institute for Habsburg and Balkan Studies (IHB)“.

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