Das Projekt, mit dem im Mai 2020 begonnen wurde, beschäftigt sich mit der historisch-kritischen digitalen Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie von Beginn der diplomatischen Beziehungen zwischen der Habsburgermonarchie und dem Osmanischen Reich an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert bis zum Untergang beider Reiche am Ende des Ersten Weltkriegs. Es handelt sich um eine „born digital Edition“, bei der die Chancen digitaler Editionstechniken umfassend genutzt werden. Die edierten Quellen werden open access als frei lizenzierte offene Forschungsdaten für die weitere Nutzung zur Verfügung gestellt.

Ediert werden alle Quellen westlicher und osmanischer Herkunft, welche die diplomatischen Kontakte dokumentieren, namentlich Berichte, Korrespondenzen, Instruktionen, Protokolle, Rechnungen, Seyahatnâme und Sefâretnâme, aber auch publizistische Quellen (Flugblätter, Flugschriften, Zeitungsartikel), vertragliche Vereinbarungen, Karten (oder kartenähnliche Darstellungen) sowie Reiseberichte und Tagebücher. Einbezogen werden außerdem Bildquellen (Gesandtschaftsporträts, Allegorien, Historiengemälde usw.) und die materielle Kultur (z.B. Geschenke). Quellen, die im Osmanischen Türkisch verfasst sind, werden neben der Transkription ins Englische übersetzt.

Diese Quellen sind aufgrund ihres breiten inhaltlichen Spektrums für die Erforschung der Geschichte der Habsburgermonarchie und ihrer Nachfolgestaaten sowie des Osmanischen Reichs und des Balkanraumes von umfassender Bedeutung. Sie enthalten viele Informationen über anthropologische und kulturwissenschaftliche Themen, zu Wissenszirkulation, Transkulturalität und Imperienbildung. Darüber hinaus besitzen sie eine über die Fachwissenschaft hinausgehende aktuelle gesellschaftliche und politische Relevanz, da sie tiefe Einblicke in historische Dimensionen der Beziehungen zwischen Christentum und Islam sowie zwischen Europa und Asien und in die Einbindung der Türkei in die europäische Geschichte gewähren.

Die Quellen werden open access in offenen und standardisierten Formaten veröffentlicht. Grundlage der historisch-kritischen Edition ist ein dynamischer Erschließungsprozess, demgemäß Digitalisate, Forschungs- und Metadaten schon vor der vollständig abgeschlossenen Bearbeitung online gestellt werden, um die Auffindbarkeit und Benützung so früh wie möglich zu gewährleisten. Einem Open Science-Konzept folgend, ist es allen Forscher/inne/n möglich, Quellen aus dem Bereich der habsburgisch-osmanischen Diplomatie über die digitale Infrastruktur von QHOD zu publizieren.

 

Projektteam

Univ.-Prof. Dr. Arno Strohmeyer (Projektleitung und Kontakt)

Lisa Brunner BA MA (wiss. Mitarbeiterin)

Mag. Dr. Stephan Kurz (wiss. Mitarbeiter, Digitales)

Dr. Yasir Yilmaz (wiss. Mitarbeiter)

Prof. Dr. Georg Vogeler (Kooperationspartner ACDH-CH)


Projektlaufzeit

Seit Mai 2020