Skulptur spielt eine entscheidende Rolle bei der Transformation der Stadt in der Spätantike: neue Bildwerke formen gemeinsam mit älteren, wieder- und weiterverwendeten Skulpturen einzigartige urbane Landschaften, und die dazugehörenden Inschriften geben über den epigraphic habit Aufschluss. Das Interesse an den neu entstandenen ›Stadtbildern‹ hat in der Forschung deutlich zugenommen. Das Projekt stellt Ephesos in den Mittelpunkt der Untersuchung und leistet einen Beitrag zur laufenden Diskussion über die Veränderungsprozesse am Ende der Antike.

Welchen Beitrag leistet die Skulptur zur Gestaltung des städtischen Raums in der Spätantike und was war die Intention hinter der Aufstellung alter und neu erzeugter Statuen und Reliefs entlang der Straßen und Plätze in Verbindung mit der umgebenden Architektur? Bei dieser zentralen Frage geht es darum, die Aufstellung neuer Skulpturen sowie beschrifteter Basen und die Integration von älteren Bildwerken in den spätantiken Stadtraum von Ephesos für die Zeit von ca. 280-650 n. Chr. nach archäologischen und epigraphisch-historischen Geschichtspunkten zu analysieren. Das Ziel ist, die Individualität von Ephesos zu beschreiben und im Kontext anderer Provinzhauptstädte zu bewerten.
Um sich den Bildern im städtischen Raum zu nähern, müssen alte und neue Skulpturen im spätantiken Ephesos gleichermaßen einbezogen werden, weil neue Kontexte auch neue Inhalte formen. Folgende Aspekte werden behandelt: Fundorte und archäologische Kontexte der Skulpturen und Basen; archäologische Untersuchung aller im öffentlichen Raum aufgestellter Skulpturen; Form und Inhalt der beschrifteten Statuenbasen; Analyse von Gebäuden mit Fassaden für Statuenaufstellungen (Brunnen, Tore usw.) an Straßen und Plätzen. Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit der Bedeutung von Skulptur an politischen, ökonomischen und anderen wichtigen Begegnungsorten diskutiert.