Das Lab soll die Zusammenarbeit der Mediävistik mit der Archäologie, Archäogenetik, Klima- und Umweltforschung sowie weiteren naturwissenschaftlichen Disziplinen nachhaltig vertiefen. Ziel ist es, die Quellenbasis historischer Forschung zu erweitern, die Vermittlung der Forschungsergebnisse zu verbessern und die Rolle der Geschichtswissenschaften bei der Interpretation naturwissenschaftlicher Befunde zur Vergangenheit zu stärken. Dabei sollen insbesondere der Einsatz bioinformatischer Verfahren, digitaler Visualisierungstechniken und KI ausgebaut werden.
Der erste thematische Schwerpunkt, „Mikrogeschichten des Wandels: Mautern als interdisziplinäres Fallbeispiel (400–1100)“, widmet sich dem Gräberfeld von Mautern (Burggartengasse/Kainzstraße), um Fragen nach Bevölkerungskontinuität, lokaler Gemeinschaft und Wandel im mittleren Donauraum zwischen Spätantike und Hochmittelalter zu untersuchen – einer Epoche tiefgreifender politischer, gesellschaftlicher und klimatischer Umbrüche. Die über 400 bereits dokumentierten und genetisch analysierten Gräber deuten auf eine kontinuierliche Nutzung des Areals hin, was durch schriftliche Quellen allerdings nur eingeschränkt belegbar ist. Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit im Lab ist es, auf Grundlage dieses exemplarischen Fallbeispiels gemeinsam neue Perspektiven auf Bevölkerungskontinuität, auf stabilisierende wie auch disruptive Faktoren sowie auf lokale und überregionale Verflechtungen zu entwickeln.
Microhistories of Change. Mautern as an Interdisciplinary Case Study (400–1100)
International Workshop, Austrian Academy of Sciences, 22-23 June 2026
Institute for Medieval Research
PSK, Georg-Coch-Platz 2, 1010 Vienna
Seminar Rooms 8 + 9 | 5th Floor
Hybrid Event via Zoom
Beginn: 01.10.2025
Ende: 30.09.2027
LAB Koordinator·innen:
Bendeguz Tobias (HI)
Veronika Wieser(IfG/Universität Wien)
LAB Team:
Jakob Former (HI)
Ingrid Hartl (HI)
Salvatore Liccardo (CoE EurAsia)
Johannes Preiser-Kapeller (Byzanzforschung)
Bendeguz Tobias (HI)
Veronika Wieser(IfG/Universität Wien)