Die in der Arbeitsgruppe „Textuelle Netzwerke und Übersetzungskulturen“ angesiedelten Projekte untersuchen multilinguale textuelle Quellen, die in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Philologien und Literaturwissenschaften mit historischen Methoden befragt werden. Das untersuchte Material zählt gegenwärtig zu den wichtigsten Forschungsgegenständen der inter- und transdisziplinär orientierten mittelalterlichen Forschung. Es erlaubt, wichtige Erkenntnisse über komplexe Prozesse der Identitätsformation und -transformation bei Individuen und gesellschaftlichen Gruppen, über Dynamik der theologischen und politischen Diskurse, in denen gesellschaftliche Zukunftsperspektive verhandelt wurden, zu gewinnen. Einen festen Teil der Forschungsarbeit der AG stellt die Erschließung der primären Quellen dar –Quelleneditionen, kodikologische und überlieferungsgeschichtliche Untersuchungen. Der Großteil der multilingualen Texte des lateinischen Mittelalters ist im Spannungsfeld von Theologie und christlicher Katechese entstanden, ihre Überlieferung ist oft sehr umfangreich und kompliziert. Einen wichtigen Teil der Forschungsarbeit stellen daher vergleichende Studien dar, in denen vor allem Übersetzungen der meist verbreiteten Texte in ihren einzelnen sprachlichen Varianten analysiert werden.
Die methodologische und theoretische Grundlage für einen transdisziplinären Zugang zu dem multilingualen Quellenmaterial wird stets ausgearbeitet und das Forschungsfeld erweitert. Wichtigste Bausteine des Forschungsansatzes in der AG sind Konzepte gesellschaftlicher Identitätsbildung, Theorie und Praxis der Übersetzung im Mittelalter, Kulturen des Lesens und Bildung der interpretativen Gemeinschaften. Die Sprache der literarischen und theologischen Diskurse wird in ihrer politischen Dimension untersucht, als solche stellt sie eine Brücke zwischen der Reflektion der Vergangenheit und des Verständnisses der Gegenwart.
Das textuelle Material erforscht in den einzelnen Projekten eignet sich wegen seiner Eigenschaften ideal für die Erforschung, Entwicklung und Erprobung diverser Instrumente und Methoden der digital Humanities, inklusive KI, vor allem die Instrumente der Automatische Erkennung der handgeschriebenen Texte und Automatische Erkennung von Text-Wiederverwendung, beides Bereiche, die für die weitere Entwicklung der Mediävistik von einer Schlüsselbedeutung sind und werden in der nahen Zukunft das Feld mitkonfigurieren. Die Erforschung der Instrumente innerinstitutionelleder digital humanities wird laufend in die Betreuung der Projektentwicklung integriert, die in der Gruppe auf vielen Ebenen geleistet wird, von Studierenden der Bachelor Studiengänge bis zu Senior-Postdocs.
Die Kernarbeit der AG betrifft die vielsprachigen Quellen des lateinischen Mittelalters; sie wird stets in den Kontexten der globalen Geschichte gedacht. Inner- wie auch interinstitutionelle Zusammenarbeit findet einen produktiven Ausdruck in dem Cluster of Excellence Eurasian Transformations, in dem sich die AG stark engagiert.
Constanza Cordoni
A Rabbinic Project
The Brill Reference Library of Judaism, Band 76
Leiden: Brill 2024

Pavlína Rychterová / Jan Odstrcilik (Hg.)
The Medieval Translator, vol. 20
Turnhout: Brepols 2023
Pavlína Rychterová / David Kalhous (eds.)
(Turnhout: Brepols 2021)
Cultural Encounters in Late Antiquity and the Middle Ages (CELAMA 32)
Pavlína Rychterová/Gábor Klaniczay/Paweł Kras/Walter Pohl (Hg.)
Four Medievalists in Twentieth-Century Central Europe.
Conversations with Jerzy Kłoczowski, János M. Bak, František Šmahel, and Herwig Wolfram
(CEU Press 2019)
Robert E. Lerner / Pavlína Rychterová (Hg.)
Translated into Medieval Vernaculars
Ricerche. Storia – Dies Nova 4
(Milano | Vita e Pensiero 2019)
Pavlina Rychterová (Hg.)
Religious Education in Late Medieval Central and Eastern Central Europe
(Brepols 2018)
Pavlina Rychterová (Hg.)
Late Medieval Vernacularization and the Bohemian Reformation
(Turnhout: Brepols 2019)
Norbert Kössinger / Elke Krotz / Stephan Müller / Pavlína Rychterová (Hg.)
Der Beginn volkssprachiger Schriftlichkeit in komparatistischer Perspektive
The Rise of Vernacular Literacy in a Comparative Perspective
MittelalterStudien 31
(Paderborn: Verlag Wilhelm Fink 2018)
Pavlína Rychterová / Gabor Klaniczay / Walter Pohl / Pavel Kras (Hgs)
Čtyři medievisté a dvacáté století ve střední Evropě
Paměť 151
Praha: Academia 2024
a) Religiöse Bildungsdiskurse und Ideentransfer
b) Mehrsprachige Predigtsammlungen
c) Spätmittelalterliche Vergangenheitsnarrative
d) Die Herausforderung der Digital Humanities
Werkzeuge und Methoden für die Mittelalterforschung
e) Koordination von inner- und interinstitutionellen Kooperationsprojekten
OVERMODE – Origins of the Vernacular Mode. Regional Identities and European Networks in Late medieval Europe (ERC Staring Grant- Consolidator Group)
NEOPLAT – Neoplatonism and Abrahamic Traditions. A Comparative Analysis of the Middle East, Byzantium and the Latin West (9th-16th Centuries) (ERC Consolidator Grant)
COST – Action IS1301 New Communities of Interpretation: Contexts, Strategies and Processes of Religious Transformation in Late Medieval and Early Modern Europe
ARITHMETIC – German Arithmetical Treatises in Manuscripts of the Late Middle Ages (1400-1522). A Study on Philology, History and Culture based on a Digital Edition of the Treatises (ERC Starting Grant)
Die Null im Blickpunkt (Herta-Firnberg Grant FWF)
Das Land Israel in der gaonäischen Zeit (stand -alone grant FWF : P 34307-G)