Anton Bruckner legte das sog. „Kitzler-Studienbuch“ mit eigenhändigen Übungen während seines Unterrichts beim Dirigenten und Cellisten Otto Kitzler (1861–1863) in Linz an. Die Aufgabe des interdisziplinären Projekts (2017–2019) war die Entwicklung einer automatisierten Analyse harmonischer Strukturen auf Grundlage von MEI-codierter Musik. Hier sollte zum ersten Mal die praktische Umsetzung getestet und die Grenzen des Machbaren erschlossen werden. Neben computerbasierten Methoden und Werkzeugen zur Harmonieanalyse wurden neuartige Visualisierungskonzepte entwickelt, die es erlauben, große Musikdatenbestände hinsichtlich harmonischer Strukturen und Varianten auf interaktive Weise zu durchsuchen, zu analysieren und die Ergebnisse zu visualisieren.

Die in MEI codierten und in einer eXist-Datenbank gespeichert Daten werden mit Hilfe eines an der Abteilung Musikwissenschaft entwickelten und auf Verovio basierenden Viewers angezeigt. Dieser ermöglicht neben der Visualisierung der Notation und der Faksimilia auch eine experimentelle Harmonieanalyse und das Vorspielen der Musik über eine Midi-Schnittstelle.