Das HIT-Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das ACDH ist ein assoziierter Forschungspartner.
Das Projekt zielt darauf ab, durch eine innovative Untersuchung der wichtigen Zentren Salzburg und Freising die bisherigen Vorstellungen von der Kulturgeschichte der Geschichtsschreibung in der karolingischen und nachkarolingischen Welt (9.-12. Jh.) in Frage zu stellen. Das Projekt wird untersuchen, wie sich historisches Denken, Organisation und Schreiben vom 9. bis zum 12. Jahrhundert entwickelt haben, wobei der Schwerpunkt auf neuen Ansätzen zur Kodifizierung historischen Wissens und deren Auswirkungen auf die Konzeptualisierung und Bedeutung von Geschichte liegt.
Ausgehend von den jüngsten Fortschritten in der Erforschung der Materialität von Handschriften wird das Projekt analysieren, wie mittelalterliche Historiographen mit Materialien wie Pergament und Feder arbeiteten und wie Texte in Handschriften geschrieben, kombiniert und kontextualisiert wurden. Die Untersuchung wird den sozialen Kontext und das intellektuelle Umfeld dieser Produktionen berücksichtigen und die beteiligten Interessen sowie die Auswirkungen dieser Codices auf die Gesellschaft untersuchen.
Im Rahmen des Projekts werden alle Handschriftenbeschreibungen in einer relationalen Datenbank erfasst und in einer Webanwendung veröffentlicht. Dies ermöglicht es den Benutzern, über die Standarddaten des Handschriftenkatalogs hinauszugehen und die verschiedenen chronologischen Schichten der Handschriften zu analysieren, die Verbindungen zwischen den Handschriften auf der Grundlage paläographischer Analysen darzustellen oder zu visualisieren sowie die Textfiliation und -verbreitung zu untersuchen.
An der Eberhard Karls Universität Tübingen wird das Projekt von Ksenia Borisova geleitet und von Steffen Patzold betreut (gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG), an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften von Leon Pürstinger geleitet und von Maximilian Diesenberger betreut (gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF). Das ACDH Team stellt die technische Expertise und die Infrastruktur für die Entwicklung und das Hosting einer Web-Applikation für die digitale Datenerfassung und die Veröffentlichung der verfügbaren Daten nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zur Verfügung.



Maximilian Diesenberger, Österreichische Akademie der Wissenschaften | Institut für Mittelalterforschung (IMAFO)
Steffen Patzold, Universität Tübingen | Mittelalterliche Geschichte
Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF) 10.55776/I6576
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Projektnummer 524671186
05/2024–04/2027