ARIADNEplus ist die Fortsetzung des erfolgreichen ARIADNE-Projekts (2013–2017) zur Integration europäischer archäologischer Repositorien, in dessen Rahmen ein durchsuchbarer Katalog von Datensätzen erstellt wurde, der unveröffentlichte Berichte, Bilder, Karten, Datenbanken und andere Arten von online zugänglichen archäologischen Informationen umfasst.

Im Rahmen des Projekts werden keine Daten aggregiert oder verschoben, sondern nur die Metadaten der Datensätze, die von ihren Eigentümer:innen gepflegt und kontrolliert werden. Derzeit sind etwa zwei Millionen Datensätze katalogisiert, was einer riesigen Informationsmenge entspricht, da jeder Datensatz beispielsweise einen ganzen Bericht mit zugehörigen Bildern und Zeichnungen oder eine komplette Datenbank mit Tausenden von Einzeldaten umfassen kann. Die katalogisierten Inhalte reichen von einzelnen Funden bis hin zu Denkmälern und Ortsinventaren und vom Bericht über eine einzelne Interventionen bis hin zu den Ergebnissen einer langfristigen archäologischen Mission. ARIADNEplus wird die bestehenden Daten im ARIADNE-Portal aktualisieren und ARIADNE in Bezug auf die geografische und zeitliche Abdeckung sowie das Spektrum der behandelten Themen erweitern und nun auch zusätzliche Informationen über wissenschaftliche Analysen enthalten. Außerdem werden Dienste zur Weiterverarbeitung und Wiederverwendung dieser Daten bereitgestellt.

Der ARIADNEplus-Arbeitsplan umfasst eine Reihe von Aktivitäten, die sich mit der Dokumentation und dem Vorschlag relevanter Politiken und Strategien für Daten befassen, wie z. B. die Anwendung der FAIR-Grundsätze und die Zertifizierung von Repositorien. Darüber hinaus werden einige grundlegende Fragen behandelt, z. B. die Entwicklung von Leitlinien für die Einrichtung, Verwaltung und Nachhaltigkeit archäologischer Repositorien. In Europa gibt es eine Krise bei den physischen Archiven, und es besteht ein dringender Bedarf an Leitlinien für physische Archive, aber es ist ebenso wichtig, dass auch digitale Archive einbezogen werden. ARIADNEplus wird solche Leitlinien und andere nützliche Materialien bereitstellen, wie z. B. eine Online-Vorlage für einen Datenmanagementplan (DMP), die für die Verwendung durch Archäolog:innen konzipiert wurde und deren Erstellung durch die Bereitstellung von vorgefertigten Menüs mit den in archäologischen Bereichen am häufigsten verwendeten Optionen vereinfacht wird.

Die Konsolidierung einer umfassenden, aktiven und informierten Gemeinschaft ist eines der Ziele des ARIADNEplus-Projekts, das eine Vielzahl von Initiativen vorsieht, wie z. B. Workshops, Sitzungen bei Veranstaltungen, Treffen und spezielle Kommunikationskanäle. Besondere Aufmerksamkeit wird Regionen oder Ländern gewidmet, in denen die Erstellung, Verarbeitung und Verwaltung archäologischer Datensätze im Vergleich zu den anderen weniger fortgeschritten ist: eine Arbeitsgruppe für Mittel- und Südeuropa wurde bereits eingerichtet. Viele der Vernetzungsaktivitäten beinhalten eine umfangreiche Schulungskomponente, wobei Schulungsmaterial sowohl für die direkte Teilnahme, z. B. Dokumentation und Leitlinien, als auch für die Fernteilnahme, z. B. Webinare, bereitgestellt wird. Auf internationalen Symposien werden Tutorien über die Verwendung der ARIADNEplus-Werkzeuge angeboten.
Der ARIADNEplus-Schulungsplan sieht auch spezifische Schulungsmaßnahmen vor. Dazu gehören Tutorien und Schulungsworkshops sowie Wissenstransfermaßnahmen zu einzelnen Projekten, bei denen ein kleines Team direkt von ARIADNEplus-Expert:innen bei der Entwicklung ihrer eigenen Forschungsprojekte unterstützt wird. Institutionen und Forschungsteams, die sich ARIADNEplus anschließen und ihre Datensätze in den Katalog aufnehmen möchten, sind herzlich willkommen: Es gibt ein spezielles Programm, genannt ARIADNEPlus Associates, um sie zu unterstützen und die ARIADNEPlus-Abdeckung auf neue Repositorien mit archäologischen Datensätzen auszudehnen und das ARIADNEPlus-Kooperationsnetzwerk innerhalb der archäologischen Forschungsgemeinschaft zu erweitern.

Obwohl der Großteil der in ARIADNEplus eingesetzten Technologie die Datenintegrationsziele des Projekts betrifft, einschließlich der Erstellung eines durchsuchbaren Katalogs und der Entwicklung eines Linked-Open-Data-Ansatzes, spielen die Datendienste, die das Projekt zur Verfügung stellen wird, eine Schlüsselrolle. Diese reichen von Werkzeugen für die Datenanalyse (z. B. für Data Mining und Natural Language Processing) bis hin zur Datensynthese (z. B. Visualisierung von Bildern und 3D, Lokalisierung von Daten auf einer Karte oder in der Zeit, Durchsuchen der Daten mit Linked Open Data usw.). Diese Werkzeuge werden es den Forschern ermöglichen, die über den ARIADNEplus-Katalog zugänglichen Daten effektiv weiterzuverwenden. Es wird beispielsweise möglich sein, nach Daten zu einem bestimmten Thema zu suchen, die Suche durch Einschränkung des zeitlichen und räumlichen Geltungsbereichs zu verfeinern, die Suchergebnisse in einem virtuellen Raum zu sammeln und sie mit Hilfe der ARIADNEplus-Dienste weiterzuverarbeiten, um sie entsprechend der Forschungsfrage des Nutzers weiterzuverwenden. Es wird auch möglich sein, diese virtuelle Umgebung mit Kollegen zu teilen, um gemeinsame Forschung zu betreiben. Somit wird die ARIADNEplus-Cloud die erste Implementierung der European Open Science Cloud (EOSC) im Bereich der Archäologie und des kulturellen Erbes sein. Wir werden auch eine Reihe von Pilotanwendungen entwickeln, um die Nutzung des Dienstes in beispielhaften Fällen zu demonstrieren.

Die 41 ARIADNEplus-Partner kommen aus 23 europäischen Ländern und 4 internationalen Partnern.

Projektleitung

PIN S.c.r.l. - Educational and Scientific Services for the University of Florence

Kontakt (ACDH)

Edeltraud Aspöck

Finanzierung

Horizon 2020 10.3030/823914

Projektlaufzeit

01/2019–12/2022

Links

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Soziale Medien

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