NeFA, gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und geleitet von Katrin Keller, ist ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (IHB) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das ACDH ist ein assoziierter Forschungspartner.
Das Projekt untersucht die sozialen und politischen Netzwerke von Kaiserin Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg (1655–1720) und macht anhand ihrer Korrespondenz sichtbar, welche Rolle fürstliche Frauen in den dynastischen Kommunikationsstrukturen der Frühen Neuzeit spielten. Als dritte Gemahlin Kaiser Leopolds I. repräsentierte und verband sie zwei Familien. Ihre Korrespondenz mit ihrem Vater und ihrem Bruder bildete über Jahrzehnte eine wichtige Kommunikationsachse zwischen dem Kaiserhaus und ihrer Herkunftsdynastie.
Im Zentrum steht die Rekonstruktion des Egonetzwerks von Kaiserin Eleonora Magdalena von Pfalz-Neuburg auf Grundlage ihrer eigenhändigen Korrespondenz mit ihrem Vater Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg und ihrem Bruder Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Die Briefe aus den Jahren 1677 bis 1716 umfassen rund 5.300 Seiten und enthalten weit über 1.000 Personenreferenzen, die ein ausgedehntes Kontaktnetzwerk zwischen den großen europäischen Fürstenhäusern, dem diplomatischen sowie höfischen und administrativen Umfeld des Kaiser- und des pfälzischen Hofes sowie einer Vielzahl geistlicher Akteure unterschiedlichen Ranges und den Familien des Reichskirchenadels sichtbar machen.
Neben der historischen Analyse wird die digitale Edition der Korrespondenz, die im Vorgängerprojekt Familiensache aufgebaut wurde, weitergeführt und vervollständigt. Ergänzt werden die bereits edierten eigenhändigen Briefe der Kaiserin durch weitere editorische Erschließungen, darunter die Transkription und Bearbeitung chiffrierter Briefe ihres Bruders Johann Wilhelm sowie die Vervollständigung des Personen- und Ortsregisters. Die Metadaten der Edition sind bereits über correspSearch für die internationale digitale Editionslandschaft zugänglich. Als weiterer Projektschwerpunkt ist die interaktive Visualisierung des Egonetzwerks der Kaiserin geplant.
Das ACDH ist für die technische Umsetzung des Projekts sowie die Langzeitarchivierung der Daten verantwortlich.


Katrin Keller, Österreichische Akademie der Wissenschaften | Institut zur Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes
Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF) 10.55776/PAT3146724
08/2025–07/2028