Das JAD-Projekt wird von Alexander Marx am Institut für Mittelalterforschung (IMAFO) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geleitet und vom FWF ESPRIT finanziert. Das ACDH ist ein assoziierter Forschungspartner.

Das Projekt untersucht die mittelalterliche Rezeption und Interpretation der römischen Eroberung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. durch die Kaiser Titus und Vespasian, die einen jüdischen Aufstand beendete und den jüdischen Tempel zerstörte. Über dieses folgenschwere Ereignis wurde in zahlreichen mittelalterlichen Texten unterschiedlicher Art, Zielsetzung und Gattung berichtet, darunter Chroniken, antijüdische Traktate, Bibelkommentare und Predigtsammlungen. Das Projekt, das sich auf lateinische Texte konzentriert und eine Diskursanalyse anwendet, untersucht die Verwendung der Episode von der post-römischen Welt und den frühen monastischen Exegeten (um 600) bis zur Kreuzzugsbewegung und der Universität von Paris (um 1200).

Das Ziel des Projekts besteht darin, zu erfassen wo, wann und wie das Ereignis in lateinischen Texten auftaucht, die einer der vier oben genannten Gattungen zuzuordnen sind. Dies inkludiert sowohl digitalisiertes Quellenmaterial als auch unpublizierte Texte in mittelalterlichen Handschriften. Jedes Auftauchen des Ereignisses wird, neben weiteren nützlichen Informationen, in eine relationale Datenbank eingespeist und schließlich über das vom ACDH betriebene Forschungsdatenarchiv ARCHE veröffentlicht, sowie auch auf einer eigenen Website zugänglich gemacht, um eine userfreundliche Benutzung zu ermöglichen.

Das ACDH ist für die Datenmodellierung, das Datenmanagement, die Datenarchivierung und für die Entwicklung der Datenbank sowie der Web-Applikation verantwortlich.

Projektleitung

Alexander Marx, Österreichische Akademie der Wissenschaften | Institut für Mittelalterforschung (IMAFO)

Kontakt (ACDH)

Ivana Dobcheva

Peter Andorfer

Funding

FWF ESPRIT 10.55776/ESP678

Projektlaufzeit

06/2024–05/2027