MAMEMS – Der Berg Athos in der mittelalterlichen Gesellschaft des östlichen Mittelmeerraums: Kontextualisierung der Geschichte einer Mönchsrepublik (ca. 850–1550)

Das Projekt MAMEMS – Der Berg Athos in der mittelalterlichen Gesellschaft des östlichen Mittelmeerraums: Kontextualisierung der Geschichte einer Mönchsrepublik (ca. 850–1550), gefördert durch einen Starting Grant des Eutopäuschen Forschungsrates (ERC), wird von Zachary Chitwood geleitet und an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (bis 2024) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (ab 2024) durchgeführt.

„Ziel des Projekts ist es, die Entwicklung der Mönchsgemeinschaften auf dem Berg Athos im Laufe des Mittelalters zu kontextualisieren, und zwar von der ersten sicheren Bezeugung einer erkennbaren monastischen Präsenz bis zur Gründung des letzten Hauptklosters Stavronikita (ca. 850-1550). Obwohl die mittelalterlichen Bestände der Klosterarchive des „Heiligen Berges“ im östlichen Mittelmeerraum praktisch unübertroffen sind und die größte Sammlung überlieferter byzantinischer Dokumente in griechischer Sprache darstellen, sind sie als Zeugnisse der Entstehung und Entwicklung eines einzigartigen Phänomens, das mit Gewinn als Mönchsrepublik bezeichnet wurde, bisher nicht umfassend analysiert worden. So beleuchtet MAMEMS einerseits diese innere Geschichte der Entstehung einer selbstverwalteten Mönchsföderation auf dem Berg Athos auf der Grundlage des einzigartig reichen Quellenmaterials, das vom Heiligen Berg stammt.

Andererseits untersucht MAMEMS auch die vielfältigen Verbindungen des Berges Athos mit anderen Teilen der östlichen Mittelmeerwelt und darüber hinaus. Der Ruf des Athos als Oase der Einsamkeit und der spirituellen Askese, abgeschnitten von der weltlichen Welt - ein Bild, das die Mönche selbst bewusst pflegten - wird durch zahlreiche Belege widerlegt, die das genaue Gegenteil belegen, nämlich dass der Heilige Berg im Zentrum eines ausgedehnten Netzes von Kontakten in den mittelalterlichen orthodoxen Ländern stand. Besonders gut belegt sind die hoheitlichen Verbindungen des Heiligen Berges zum Hof des Kaisers selbst in Konstantinopel sowie zu anderen orthodoxen Herrschern in Bulgarien, Georgien, Moldawien, Serbien, der Rus', Trebizond und der Walachei. Obwohl diese Aspekte des landesherrlichen Mäzenatentums auf dem Athos nur in begrenztem Umfang erforscht wurden, sind die Interaktionen des Heiligen Berges mit der Politik jenseits der konfessionellen (Süditalien, Papsttum, Aragonien) und religiösen (Osmanisches Reich) Trennlinie weit weniger bekannt. Der multikulturelle Charakter des hoheitlichen Mäzenatentums war sowohl ein Nebenprodukt der vielfältigen sprachlichen und ethnischen Zusammensetzung der Mönchsgemeinschaften auf dem Athos als auch ein Schlüsselfaktor für die Förderung und Erhaltung dieser kulturellen Vielfalt.“ (Quelle: Zusammenfassung Bericht)

Das ACDH fungiert als Kooperationspartner über OpenAtlas, eine Datenbanksoftware, die die Sammlung, Verarbeitung und Verwaltung von Forschungsdaten ermöglicht und als Basis für die Webanwendung des Projekts dient.

Projektleitung

Zachary Chitwood, Johannes Gutenberg Universität Mainz & Ludwig-Maximilians-Universität München

Kontakt (ACDH)

Nina Richards

Finanzierung

Europäischer Forschungsrat ERC Grant 10.3030/851352

Projektlaufzeit

03/2020–02/2025

Links

MAMEMS App

OpenAtlas Website