Das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte und von Katharina Prager geleitete Projekt „Intertextualität in den Rechtsakten von Karl Kraus. Eine wissenschaftliche digitale Edition“ war eine Zusammenarbeit zwischen dem ACDH, der Wienbibliothek im Rathaus und dem Ludwig Boltzmann Institute for Digital History. Im Rahmen des Projekts wurden die Rechtsakten des österreichischen Satirikers Karl Kraus (1874‒1936) ediert, digital aufbereitet und im Kontext von Kraus’ Gesamtwerk verortet.
Obwohl Kraus’ Einstellung gegenüber den Gerichten in der Habsburgerzeit überwiegend kritisch war und er häufig reaktionäre Richter und voreingenommene Geschworene attackierte, markierte die Verfassungsreform der Republik Österreich im Jahr 1919 und die Abschaffung der Todesstrafe einen entscheidenden Wendepunkt für Kraus. Er begrüßte insbesondere die Reform des Pressegesetzes von 1922, die den Beginn einer wachsenden Vorliebe für Rechtsstreitigkeiten markierte. Im selben Jahr wurde Oskar Samek sein Anwalt. Im Laufe der folgenden 15 Jahre waren sie an über 200 Rechtsstreitigkeiten beteiligt.
Das Material, das diese Auseinandersetzungen dokumentiert, wird in der Wienbibliothek im Rathaus aufbewahrt und wurde im Rahmen des Projekts ediert. Das ACDH stellte den technischen Rahmen bereit, entwickelte das Datenmodell für die digitale Edition und unterstützte die Outreach-Aktivitäten des Projekts.
Ludwig Boltzmann Institute for Digital History
Laura Untner
Österreichischer Wissenschaftsfonds (FWF) 10.55776/P31138
09/2018–04/2022
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