
Im Zentrum des Projekts steht die Zugänglichmachung, Kartierung und Analyse historischer Dialektdaten aus dem 20. Jahrhundert. Diese Daten wurden im Kontext des Marburger Forschungsprojekts „Deutscher Wortatlas“ vor rund 85 Jahren erhoben. Im Rahmen dieses Projekts wurden Fragebögen an fast 50.000 Schulorte in deutschsprachigen Ländern und Regionen verschickt mit der Aufgabe an die Lehrpersonen, die auf den Fragebögen angegebenen Wörter sowie wenige vollständige Sätze in den Dialekt des Schulortes zu übersetzen. Die Fragebogendaten waren die Basis für den gedruckten „Deutschen Wortatlas“ (1951-1980), der insgesamt 22 Bände mit schwarz-weißen Dialektkarten umfasst, die allerdings recht schwer lesbar sind.
Für Österreich liegen aus diesem Projekt ausgefüllte Bögen (jeweils 4 Seiten) von knapp 3.400 Ortspunkten vor. Am Beginn des FWF Projekts steht die digitale Erschließung der handschriftlichen Fragebogendaten, nämlich die Überführung der Daten in ein maschinenlesbares Format. Bei dieser Überführung werden auch Methoden und Werkzeuge der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen. Dies wird die Voraussetzung liefern für einerseits eine Fülle von linguistischen Analysen und andererseits auch eine deutlich optimierte Neukartierung der historischen Daten.
Das neue Projekt wird Antworten auf die folgenden Forschungsfragen liefern:

09/2025–08/2029