Mittelalterliche Codices entstanden unter Verwendung verschiedenster Techniken und Materialien, die Hinweise auf Entstehungszeit und Entstehungsort geben. Neben den klassischen Methoden der Kodikologie sowie der Text- und Bildanalyse gehören daher auch interdisziplinär angelegte geistes- und natur- bzw. technikwissenschaftliche Forschungen zur näheren Bestimmung der Materialien zu den Aufgaben der Abteilung Schrift- und Buchwesen.
Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Wasserzeichenforschung, die vor allem für die zeitliche Einordnung undatierter spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Codices eine unverzichtbare Stütze ist. Die Ergebnisse aus nunmehr über drei Jahrzehnten Forschung stellen wir über das Wasserzeichenportal WZMA (Sammlung von Wasserzeichen in Österreich) sowie über das Bernstein-Portal (Sammlung von Wasserzeichen weltweit) zur Verfügung.
Seit 2022 führen wir zudem in Zusammenarbeit mit dem Institut für Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst/AK-Bild (Wien) kombinierte kodikologisch-historische und non-invasive naturwissenschaftliche Analysen organischer Stoffe (Papier, Pergament und Leder) - derzeit am Beispiel mittelalterlicher Einbände aus Stift Klosterneuburg - durch. Internationale Partnerprojekte in Ljubljana (ABC Ancient Book Crafts) und Reykjavík (Early Paper in Iceland) reichern die gewonnenen Messdaten für die statistische Auswertung an.