
Die internationale Konferenz (27.–29. November 2024) hat zum Ziel, die Entwicklung des Oratoriums in Wien zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert umfassend und interdisziplinär zu erforschen, wobei idealerweise die Produktionen von Nicolò Minato und Pietro Metastasio als zeitliche Grenzen dienen. Seit der Ära Leopolds I. verbreitete sich das Genre des geistlichen Dramas auch in der kaiserlichen Residenz als spektakuläres Element eines ohnehin schon reichen liturgischen Kalenders, besonders intensiv während der Feierlichkeiten im Advent, der Fastenzeit und der Karwoche. So wurde Wien bald zu einem der wichtigsten Zentren für die Produktion und Verbreitung einer großen Vielfalt an sakralen dramatischen Formen wie dem Oratorium, dem Componimento sacro, der Azione sacra oder der Sacra Rappresentazione, insbesondere der Darstellung vor dem Heiligen Grab. Die Gattung, die mit der Idee der Prachtentfaltung des kaiserlichen Hofes und der Darstellung der Pietas austriaca verbunden war, wurde von den wichtigsten am Hof tätigen Dichtern wie Minato, Apostolo Zeno, Pietro Pariati und Metastasio sowie von Komponisten wie Antonio Draghi, Giovanni Bononcini, Johann Joseph Fux, Antonio Caldara, Giuseppe Porsile und vielen anderen gepflegt. Die Konferenz soll sich durch eine interdisziplinäre Herangehensweise an das Thema auszeichnen und sich zwischen Musikwissenschaft, romanischer Philologie und Theologie bewegen.
Im Fokus stehen dabei unter anderem folgende Themenfelder:
Die offiziellen Sprachen der Konferenz sind Italienisch, Englisch und Deutsch. Die Veröffentlichung eines Sammelbandes mit einer Auswahl der auf der Tagung vorgetragenen Beiträge ist geplant.
Elena Abbado (ÖAW)
Adriana De Feo (Convenor, ÖAW)
Elisabeth Theresia Hilscher (ÖAW)
Alfred Noe (Universität Wien)
Alexander Rausch (ÖAW)