Das "Austrian Baroque Corpus" (ABaC:us) ist eine digitale Sammlung von literarischen Texten in deutscher Sprache aus der Barockzeit, insbesondere aus den Jahren zwischen 1650 und 1750. Die zur Verfügung gestellten Texte sind Teil einer reichhaltigen und weit verbreiteten Literatur, die sich mit der Vorbereitung auf den Tod beschäftigt und heute beinahe in Vergessenheit geraten ist. Den thematischen Kern der Sammlung bilden Schriften theologisch-erbaulichen Inhalts, insbesondere Ars moriendi-, Totentanz- und Memento mori-Literatur, die einen wesentlichen Teil damaliger Textproduktion darstellt. Alle in der Sammlung enthaltenen Texte stehen mit dem bekannten Augustiner Barfüßer Prediger und Schriftsteller Abraham a Sancta Clara (1644–1709, eigentlich Johann Ulrich Megerle) in Verbindung.
Im Rahmen des Projekts Texttechnologische Methoden zur Analyse österreichischer Barockliteratur (2012–2014; unterstützt vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank, Projekt Nummer 14738) wurden diese Texte im XML-TEI-Format (Version P5) aufbereitet und mit strukturellen, semantischen und linguistischen Annotationen (mit Tokenisierung, PoS-Tagging und Lemmatisierung) versehen und mit mehreren Registern (u.a. Personen- und Ortsnamen) ausgestattet. Mit ABaC:us wird der Versuch unternommen, zeitentfernte Printprodukte der Barockzeit für ein interessiertes, öffentliches (Fach-)Publikum mit innovativen texttechnologischen Methoden zu erschließen. Durch die Anwendung international anerkannter Standards stellt das Projektteam sicher, dass die aufbereiteten, annotierten historischen Textdaten verschiedenen Erkenntnisinteressen dienlich sind. In der texttechnologischen Erschließung dieser wertvollen Quellen wird sprachlich-kulturelles Erbe aus der Barockzeit bewahrt und eine empirische Grundlage zu dessen nachhaltiger, interdisziplinärer Erforschung und Interpretation geschaffen.
