Böhmen, Mähren, Schlesien, Ungarn, mit Ausnahme der Hofwerkstätten König Wenzels IV. und deren Umkreis

Abgeschlossenes Modul 

FWF-Projekt: P14347
Laufzeit: 2000-2003
Projektleitung:  Dr. Ulrike Jenni
Mitarbeiterin:  Dr. Maria Theisen unter Mitwirkung von Dr. Karel Stejskal

Nationale Kooperationspartner: Österreichische Nationalbibliothek, Sammlung von Handschriften und alten DruckenInstitut für Kunstgeschichte, Universität Wien

Der für diesen Band bearbeitete Zeitraum umfasst die Jahre von ca. 1350–1400. Der Schwerpunkt der Katalogisierungsarbeiten wurde auf die Gebrauchshandschriften dieser Periode gelegt – dazu zählen Messbücher, Breviere, Bibeln, Universitätsschriften, theologische und medizinische Sammelhandschriften u.v.m.

Viele dieser Handschriften sind bereits auf Papier geschrieben. Das hatte zur Folge, dass das Medium Buch erschwinglicher wurde, was sich oftmals auch in einfacherer künstlerischer Ausstattung (Federzeichnungen und Fleuronnée) niederschlug. Die Österreichische Nationalbibliothek ist durch die Fluchtbewegungen während der Hussitenkriege des 15. Jahrhunderts einerseits und durch die unter Josef II. vorgenommenen Klosteraufhebungen andererseits im Besitz zahlreicher ostmitteleuropäischer Kloster- und Universitätshandschriften, die diese Entwicklung beispielhaft belegen. Da die meisten Papierhandschriften entweder durch Wasserzeichen oder Schreiberdatierungen zeitlich gut einzuordnen sind, stellen sie für andere, undatierte Codices eine wichtige Grundlage dar. Als glanzvolle Höhepunkte seien das Evangeliar des Johann von Troppau (Cod. 1182), die Vita Caroli (Cod. 556), eine unvollendete Bibel aus Mähren (Cod. 1189) und das Geraser Missale (Ser. n. 3516) genannt. Des weiteren konnte eine ikonographische Einführung in den spezifischen Heiligenkult der böhmischen Länder anhand umfassender Erläuterungen zu den Legenden und Heiligenviten im Krumauer Bildercodex (Cod. 370) gegeben und in nachfolgenden Katalogbeiträgen durch weitere Beispiele aus der betreffenden Kunstregion vertieft werden.

Langzeitprojekt

Kontakt

Maria Theisen

 

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