Ethnonyme im Vergleich

Eine interdisziplinäre Untersuchung im mittelalterlichen Westeuropa und in Südwestarabien


Im Zuge dieses DOC-team-Projekts erfolgte eine interdisziplinäre Auseinandersetzung zum Thema „Ethnonyme“ („ethnische“ Gruppenbezeichnungen).

Der Fokus dieses Projekts lag auf der Analyse von Ethnonymen als literarische, rhetorische, aber auch symbolische und politische Elemente einer konzeptionellen Landkarte der ethnischen Welt. Durch das Wiederaufgreifen sowie ständige Bearbeiten der ethnischen Terminologie, versuchten mittelalterliche Autoren, sowohl in Westeuropa als auch in Südwestarabien, verschiedene ethnographische Traditionen und Vorstellungswelten neu zu interpretieren bzw. zu arrangieren und somit spezifische politische Agenden zu unterstützen.

Wir fragten insbesondere nach Wechselwirkungen mit Faktoren kollektiver Identitätskonstruktionen, religiöser Vorstellungen und sozio-politischer Strategien. Historische, anthropologische und philologische Fragestellungen aus den Einzeldissertationen wurden im Zuge der Teamarbeit zusammengeführt und bearbeitet.

Methodisch stützten wir uns auf gemeinsam definierte Analyseebenen, wobei Ethnonyme bspw. in Bezug auf ihre Etymologie, taxonomische Weltvorstellungen, stereotype Zuschreibungen sowie im Kontext sozialer Interaktion analysiert wurden. Verglichen wurden Erkenntnisse über den durch Gruppennamen ausgedrückten Umgang mit Diversität und gesellschaftlichen Kategorisierungen. Drei zeitliche Perioden und zwei räumliche Kontexte ermöglichten sowohl den Vergleich detaillierter phänomenologischer Charakteristika, als auch einen breiteren makro-kulturellen Vergleich von Identitätspolitiken und Differenzierungsstrategien in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs.