Das zentrale Forschungsinteresse dieser Arbeitsgruppe liegt in der Analyse der räumlichen Strukturen und Dynamiken städtischer Wohnungsmärkte. Den Schwerpunkt bilden dabei Akteursstrukturen und Verwertungsstrategien von Wohnungsmärkten sowie deren Auswirkungen auf die Wohnbevölkerung und die gebaute Umwelt. Die Arbeitsgruppe versteht Wohnungsmärkte einerseits als integrative Schnittstelle unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche – Bevölkerung, Nachhaltigkeit, Ökonomie und Arbeitsmarkt, Stadtpolitik und -planung sowie gebaute Umwelt. Andererseits als ein multiskalares Phänomen, dass von Prozessen auf unterschiedlichen Ebenen (international, national, regional, lokal) beeinflusst wird. Die Berücksichtigung der multiskalaren Einflüsse sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen Ebenen und dem Wohnungsmarkt sollen dabei helfen, aktuelle Entwicklungen, sowie die Herausforderungen und Konflikte besser zu verstehen. Mit diesem Verständnis stellt der Wohnungsmarkt auch ein wichtiges thematisches Bindeglied zu den anderen Arbeitsgruppen des Instituts dar.
Die Arbeitsgruppe fokussiert auf drei zentrale Forschungsfelder, zwischen denen jedoch Überscheidungen, und somit Synergien bestehen:
Der räumliche Schwerpunkt liegt auf der Analyse von städtischen Wohnungsmärkten in Österreich und Europa, wobei komparative Zugänge eine bedeutende Rolle spielen. Die Arbeitsgruppe verfolgt eine interdisziplinäre und themenorientierte Forschungslogik und greift auf ein breites, innovatives Methodenspektrum zurück. Im Bereich der quantitativen Methoden werden vor allem GIS-basierte und (geo-)statistische Anwendungen genützt, um Analysen auf Ebene individueller Gebäude durchzuführen. Dabei spielen Registerdaten (etwa: AGWR, Grundbuch, Kataster…) eine zentrale Rolle. Diese Individualdaten ermöglichen es, Gebäude- und Lageinformationen mit sozialen Veränderungen in einzelnen Wohngebäuden zu verknüpfen. Im Bereich der qualitativen Methoden werden beispielsweise kollaborative Techniken der reflexiven Fotographie oder kunstbasierte Zugänge angewendet, um ein tieferes Verständnis etwa für Verwertungsstrategien oder Verdrängungsprozesse zu gewinnen. Weiters ist die Arbeitsgruppe intensiv darum bemüht, Methoden des maschinellen Lernens zur Generierung neuer Individualdaten, etwa zum baulichen Zustand oder zur funktionalen Nutzungsstruktur, zu entwickeln.
Die Arbeitsgruppe Wohnen und Urbane Ökonomie verfolgt damit das Ziel in unterschiedlichen Forschungsprojekten, aktuelle wohnungspolitische und stadtentwicklungspolitische Dynamiken aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren, empirisch fundierte Problemfelder zu identifizieren und wissenschaftlich fundierte Beiträge zur Entwicklung nachhaltiger und sozialer Lösungen zu leisten.
