
Schon in einer Welt vor COVID19 waren digitale Technologien ein mächtiges Werkzeug, um die Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Jetzt hat die globale Pandemie die Notwendigkeit für kohärentere transnationale Kooperationsnetzwerke offengelegt und den Anstoß für die Erforschung digitaler Innovationen und ihrer Anwendungen gegeben.
Im Zentrum des Projekts steht die komplementäre und vergleichende Forschung in verschiedenen Weltregionen. Ziel ist, ein besseres Verständnis dafür schaffen, wie Wirtschaftswachstum, staatliche Dienstleistungen, Transparenz, Klimamanagement und die Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen durch die Digitalisierung verbessert werden können. Erforscht werden auch die Herausforderungen, die sich aus ihren negativen Auswirkungen ergeben, wie z.B. die Verdrängung von Arbeitskräften, erhöhte Ungleichheiten, Machtasymmetrien zwischen Staaten und digitalen Plattformen und Fragen der Cybersicherheit und des Datenschutzes.
Das ITA ist dem Projekt im Dezember 2020 beigetreten und wird mit dem Konsortium durch die Entsendung von vier ITA-Forscher*innen zu den Themen Nachhaltigkeits-Governance sowie wirtschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung zusammenarbeiten.
Mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) und dem zunehmend breiteren Zugang für alle sind große Hoffnungen und ebenso große Befürchtungen verbunden – auch im Hinblick auf soziale Chancen. Daher gibt es zahlreiche Konzepte und Empfehlungen zur ethischen Vertretbarkeit beim Einsatz von KI-Systemen, jedoch noch keine konkreten Regelungen zu deren Umsetzung. Der Autor sichtet diese Konzepte und Empfehlungen hinsichtlich ihres Beitrags zur Reduktion von Ungleichheiten und Armut. Er untersucht hierfür KI-Initiativen der Europäischen Union (z.B. die Ethik-Leitlinien für eine vertrauenswürdige KI, das Weißbuch zur Künstlichen Intelligenz oder den Vorschlag für ein KI-Gesetz/AI Act) und globale KI-Initiativen (z.B. die KI-Ethik-Empfehlungen der UNESCO, der OECD und des IEEE – Institute of Electrical and Electronics Engineers) sowie entsprechende Pläne in Brasilien als Vertreter des globalen Südens auf ihre Bezüge zu sozialer Nachhaltigkeit. Sein Fazit: Durch den Einsatz von KI sind Produktivitätsgewinne und Wirtschaftswachstum ebenso möglich wie Arbeitsplatzverluste. Damit KI soziale Nachhaltigkeitsziele erreichen kann, muss sie entsprechend entwickelt, gestaltet und eingesetzt werden. Dazu braucht es Instrumente und deren verbindliche Anwendung beim Einsatz von KI-Systemen. Andernfalls würde KI bestehende Verhältnisse reproduzieren bzw. Missverhältnisse sogar verstärken. (Red.)
Cavalcanti de Alcantara, R. (Speaker)

This project has received funding from the European Union's Horizon 2020 research and innovation programme H2020-MSCA-RISE-2019 under grant agreement No [873119]
("Promoting Research on Digitalisation in Emerging Powers and Europe towards Sustainable Development")
10/2020 – 06/2025