In dieser Serie fasst das ITA die wesentlichsten Ergebnisse eigener Forschungsprojekte sowie ausgewählter Projekte anderer Einrichtungen der Technikfolgenabschätzung zusammen. Die ITA-Dossiers sind nur zwei Seiten lang und präsentieren das Thema in nicht-wissenschaftlicher Sprache u. in Hinblick auf Handlungsoptionen in Politik & Gesellschaft.
Die ITA-Dossiers werden hier und auf EPUB.OEAW/ITA-Dossiers veröffentlicht. ISSN (online): 2306-1960
Da wir die Dossiers je nach Art und Arbeitssprache des jeweiligen Projektes publizieren, kann die folgende Liste zu jener in englischer Sprache leicht variieren.
-> Schanigärten erhöhen die Geschäftsfläche von Gastronomiebetrieben.
Das in Österreich eingeführte Rauchverbot steigerte ihre Attraktivität
weiter. Zudem gelten Schanigärten seit der COVID-19 Pandemie auch als
Schutz vor Virenübertragung in Innenräumen.
-> Im Winter werden Schanigärten oft beheizt um den Komfort zu erhöhen, was mit erheblichem Stromverbrauch einhergeht.
->
Im Jahr 2023 bewilligte die Stadt Wien Winterschanigärten dauerhaft.
Gleichzeitig bekennt sich die Stadt Wien aber zu ambitionierten
Klimazielen. Wie kann das funktionieren?
-> Zunehmender Leidensdruck bei Minderjährigen wird mit digitalen Angeboten in Zusammenhang gebracht.
-> Altersbeschränkungen werden als einfache Lösung diskutiert.
->
Viele Verfahren, das Alter festzustellen, sind risikobehaftet;
datensparsame Methoden sind in Entwicklung und klar vorzuziehen.
->
Altersbeschränkungen alleine werden wesentliche Probleme nicht lösen –
Minderjährige könnten auf unregulierte Angebote ausweichen.
-> Alle Kinderrechte müssen berücksichtigt werden. Es braucht auch eine Abschätzung der Folgen für Verbraucher:innen.
-> Die Pandemie hat gezeigt, dass Wissenschaft im Krisenfall eine
wichtige Orientierungshilfe ist, aber auch zum Gegenstand öffentlicher
Konflikte und Attacken werden kann.
-> Weil sich die Autorität von
Gegen- und Pseudoexpert:innen aus dem Konflikt nährt, haben radikale
Maßnahmengegner:innen kein Interesse an dessen Lösung.
->
Vertrauen in die Wissenschaft wächst, wenn die politikberatenden
Expert:innen nicht von der Regierung, sondern von der Wissenschaft
selbst ausgewählt werden.
-> Expert:innen sollten nicht als
missionsgetriebene Aktivist:innen auftreten, sondern als sachkundige
Berater:innen, die der Politik verschiedene, gut begründete
Handlungsoptionen eröffnen.
-> Der Einsatz neuer digitaler Technologien beschäftigt nahezu alle
gesellschaftlichen Institutionen und macht auch vor naturhistorischen
Museen nicht halt.
-> Wie wirken sich digitale Objekte, Techniken
und Plattformen auf lebenswissenschaftliche Forschung und
Ausstellungspraxis aus?
-> Die Palette an neuen Möglichkeiten ist breit; teils werden digitale Infrastrukturen mit genetischen Methoden kombiniert.
->
Oft werden analoge Techniken, Objekte und Abläufe nicht einfach durch
digitale Optionen ersetzt; es kommt vielmehr auf längere Sicht zu
weitreichenden Transformationen.
-> Gentechnische Entwicklungen wie ‚Gene Drive‘ und ‚Genschere‘ sorgen für neue und breitere Anwendungsmöglichkeiten.
-> Wie ist der Stand der Diskussion zu gentechnischer Veränderung von Tieren, Algen und Mikroorganismen?
-> Insgesamt hält der gesellschaftliche Diskurs mit gentechnischen Innovationen nicht Schritt.
-> Insbesondere die genannten Organismengruppen werden kaum diskutiert, werfen aber spezifische Fragen auf.
-> Die Privatsphäre, ein Grundrecht, das zum Funktionieren einer Demokratie von essentieller Bedeutung ist, wird seit Jahren untergraben.
-> Die Europäische Union hat regulatorisches Neuland betreten und den Spagat versucht, einerseits eine wirtschaftliche Nutzung aller Daten zu ermöglichen und andererseits die Konsument:innen gegenüber den großen Tech-Konzernen zu emanzipieren.
-> Der Datenschutz und der Schutz der Grundrechte scheinen dennoch mehr denn je unter Druck zu stehen. Werden die neuen Rechtsakte das Blatt wenden, oder kommen sie zu unausgewogen und zu spät?
-> In so gut wie allen Branchen sind wir bei wesentlichen
Arbeitsvorgängen auf das Internet, und auf eine funktionierende
IT-Infrastruktur, angewiesen.
-> Die Betreiber Kritischer
Infrastrukturen müssen darauf vorbereitet sein, dass ihre Dienste auch
ohne Internet erbracht werden können. Das schließt Kommunikation
innerhalb der Organisation sowie mit dem Staatlichen Krisen- und
Katastrophenschutzmanagement ein.
-> Kommt es bei der Kritischen
Infrastruktur zu einem Schadensfall spricht man von einer vernetzte
Krise. Sie zeichnet sich u.a. durch eine hohe Dynamik aus, die es
erschwert, seriöse Aussagen über den weiteren Verlauf der Krise zu
treffen. Wichtiger als starre Checklisten sind in diesem Fall eindeutig
Kommunikationsfähigkeit und Krisenmanagement.
-> Generative Künstliche Intelligenz (KI) birgt
für die Demokratie sowohl Chancen als auch
zum Teil erhebliche Risiken.
-> Insbesondere nicht-faktenbasierte manipulative Inhalte (sog. Fake News) in den Sozialen Medien werden durch Generative KI deutlich einfacher, billiger und überzeugender.
-> Zu den vielen Risiken zählen weiters Vertrauensverlust, Machtkonzentration, hybride Bedrohungen u.v.m.
-> Chancen bestehen etwa in der Informationsaufbereitung oder bei der Protokollierung.
-> Zum Schutz der demokratischen Prozesse
sind konsequente Maßnahmen zu ergreifen.
-> Europaweit werden in der Sozialverwaltung KI und automatisierte Entscheidungssysteme eingeführt. -> Entscheidungen über soziale Leistungen basieren oft auf algorithmischer Risikobewertung und Erstellung von Profilen von Bürger:innen. -> Automatisierung folgt technischen Logiken und vernachlässigt sozialpolitische Folgen. -> Damit staatliche Institutionen ihren Sorgfalts- und Rechenschaftspflichten nachkommen, braucht es Transparenz und institutionelle Strategien..
-> Die EU betrachtet die Versorgungslage bezüglich 34 Rohstoffen als kritisch. -> Jedes Material stellt auf jeder Stufe der Lieferkette, von der Gewinnung bis zum Recycling, einzigartige Herausforderungen dar, die spezifische Innovationen erfordern. -> Die Stärkung von Forschung und Innovation innerhalb der EU ist für Fragen der Autonomie, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von wesentlicher Bedeutung.
-> Lithium-Ionen-Batterien spielen bei der Energiewende eine wichtige Rolle, da sie beispielsweise Elektromobilität ermöglichen. -> Gebrauchte Batterien, die nicht mehr für Fahrzeuge geeignet sind, haben immer noch eine beträchtliche Speicherkapazität. -> Sie können für weniger anspruchsvolle Anwendungen genutzt werden, z. B. als Batteriespeicher, was die Nachhaltigkeit insgesamt verbessert. -> Solche Second-Life-Anwendungen müssen durch Normung, Regulierung und Erforschung neuer Anwendungsfälle unterstützt werden.
-> Digitale Vernetzung hat erhebliche Auswirkungen auf ganze Infrastrukturbereiche. -> Unterschiedliche Logiken der Datennutzung zwischen Daseinsvorsorge und digitaler Wertschöpfung führen zu Spannungen. -> Datengetriebene Geschäftsmodelle ermöglichen neue Optimierungsansätze, führen aber auch zu neuen Herausforderungen. -> Zentrale Problemfelder sind: Mangelhafte Sicherheit, steigende ökonomische und technologische Abhängigkeiten, sowie Beeinträchtigung der Grundrechte.
-> Lebensmittelverschwendung ist ein ernstes sozial-ökologisches Problem und eine Bedrohung für eine zukunftsfähige Entwicklung. -> Die Bewältigung dieser sektorübergreifenden Herausforderung erfordert sowohl wissenschaftliche als auch praktische Kenntnisse. -> Verschiedene Akteure des gesamten Lebensmittelsystems müssen die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert und konsumiert werden, verändern. -> Die Verknüpfung von unterschiedlichen Arten von Wissen vom „Acker bis zum Teller“ und eine gemeinsame Verantwortung führen zu robusteren Lösungen.
-> Eine zukunftsfähige Bioökonomie innerhalb der planetaren Grenzen, also der ökologischen Tragfähigkeit der Erde, ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg in einen CO2-neutrale, nachhaltige Gesellschaft. -> Große Erwartungen: (Zukünftige) Biotechnologie soll großflächig zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen, indem sie die Kreislauffähigkeit erhöht, Kaskadennutzung nachwachsender Rohstoffe verbessert, oder direkt zu Biomasse-, Nahrungsmittel- und Energieproduktion beiträgt. -> Herausforderung: Industrielle Biotechnologie benötigt oft selbst hohe Mengen an Energie und Ressourcen wie Wasser, deren nachhaltige Bereitstellung abzusichern ist.
-> Der massive Ausbau dezentraler Photovoltaik-Anlagen erfordert verstärkt Maßnahmen zur Netzintegration. -> Diese Maßnahmen betreffen dieVerteilnetzbetreiber, der Haushalte oder gleichzeitig mehrere Akteure. -> Ein systematischer Vergleich der Optionen zeigt, dass sich die Folgen und Risiken für Betreiber, Umwelt und Gesellschaft zum Teil erheblich unterscheiden. -> Es fehlt an rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um die Vorteile alternativer Maßnahmen mit geringeren sozialen und ökologischen Risiken besser zu nutzen.
-> Krisen wie die COVID-19-Pandemie stellen Wissenschaft und Politik vor neue Herausforderungen. -> Wissenschaftliche Politikberatung informiert Verwaltung und Politik, ihre Güte und Effizienz hängt von unterschiedlichen Kriterien ab. -> Um Effizienz zu steigern und Vertrauen zu schaffen, muss wissenschaftliche Politikberatung transparent gestaltet sein. -> Gleichzeitig wird Vertrauen während chronischer Krisen gestärkt, wenn vielfältige Perspektiven berücksichtigt werden. -> Um adäquate Beratung zu ermöglichen, ist eine Ausstattung mit ausreichenden Ressourcen unerlässlich.
-> Die europäischen Städte müssen aus klima und energiepolitischen Gründen grundlegend erneuert werden. -> Bis 2025 soll es in Europa 100 Plus-Energie-Stadtteile geben. -> Die Realisierung von Plus-Energie-Stadtteilen ist mit großen technischen, sozialen, organisatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden. -> Ziel dieser Analyse ist die Stärkung der strategischen Stadtplanung, damit mehr nachhaltiges Bauen möglich wird.
Innovationen bringen am Anfang auch Ungewissheit über Nutzen und Risiken mit sich. -> Das Vorsorgeprinzip ermöglicht robuste Entscheidungen, die Ungewissheiten standhalten. -> Diese Entscheidungen sollen Gesundheit und Umwelt schützen, ohne den technischen Fortschritt zu behindern. -> Aktuell ist das Vorsorgeprinzip noch nicht rechtlich verankert. Allerdings soll es verstärkt Rechtsverbindlichkeit bekommen, um Innovation in sozial verträgliche Bahnen zu lenken. -> Gleichzeitig soll das Vorsorgeprinzip die Politik bei der Beurteilung neuer technologischer Entwicklungen unterstützen
-> Unser derzeitiges Lebensmittelsystem bietet relative Ernährungssicherheit auf Kosten von Umwelt und Gesundheit. Es wird den Herausforderungen des Klimawandels nicht gerecht. -> Regionale (Direkt-) Vermarktung überwiegend pflanzlicher (Bio-) Produkte kann den Übergang zu einem klimagerechten Lebensmittelsystem wesentlich fördern. -> Mögliche alternative Zukünfte zur Förderung regionaler Ernährungsweisen zeigen Handlungsoptionen und den politischen und gesellschaftlichen Gestaltungsspielraum
-> Der europäische Suchmaschinenmarkt ist stark von Google dominiert.-> In Europa wird der Ruf nach „digitaler Souveränität“ immer lauter.-> Mit der Gestaltung von europäischen Suchmaschinen sind unterschiedliche Werte, aber auch unterschiedliche Vorstellung von Europa verknüpft.-> Das Bild des pluralistischen Europas wird mit technologischer Diversität und Dezentralität verbunden.-> Diese gilt es mittels Langzeitfinanzierung, interdisziplinärer Beratung und der Öffnung von Daten zu fördern.
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