Österreichische Akademie der Wissenschaften http://www.oeaw.ac.at de-at Österreichische Akademie der Wissenschaften Wed, 19 Feb 2020 05:40:59 +0100 Wed, 19 Feb 2020 05:40:59 +0100 Typo3 news-13649 Mon, 20 Jan 2020 14:44:58 +0100 Ein kreativer Kopf verlässt das ITA http://www.oeaw.ac.at/detail/news/ein-kreativer-kopf-verlaesst-das-ita-1/ Keine Kontroverse war ihm fremd, seiner Forschungsarbeit mengte er stehts eine Prise Witz und Weisheit bei. Mit Helge Torgersen verabschiedet das ITA einen seiner bekanntesten und verdientesten Mitarbeiter. Der Molekularbiologe Helge Torgersen ging nach 30 Jahren in der Technikfolgenabschätzung mit 31. Dezember 2019 in den Ruhestand. Er hinterlässt eine intellektuelle, aber auch eine persönliche Lücke. Wie kaum ein anderer hat er das Institut von Anfang an geprägt.

Helge zählte als Senior Scientist zu den ersten Mitarbeiter*innen der „Forschungsstelle für Technikbewertung“, aus der 1994 das ITA hervorgegangen ist. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er an der Universität Salzburg, wo er 1980 mit einer Arbeit zu experimenteller Andrologie („Pille für den Mann") promovierte. Zwischen 1981 und 1990 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an den Instituten für Molekularbiologie und für Biochemie der medizinischen Fakultät der Universität Wien in der Virenforschung tätig. Vor 30 Jahren konnte er vom Gründungsdirektor Ernst Braun für die Technikfolgenabschätzung gewonnen werden und ist ihr und der ÖAW bis heute treu geblieben.

Helge baute zunächst das Arbeitsfeld Biotechnologie auf, woraus sich später seine Beschäftigung mit Fragen der Governance von Technik-Kontroversen entwickelte. Sein Interesse galt dem Verhältnis von Technikentwicklung und gesellschaftlicher Wahrnehmung. Zuletzt widmete er sich vor allem gesellschaftlichen Aspekten der Synthetischen und Systembiologie sowie von Nanotechnologien. Die theoretische Beschäftigung mit dem Thema "TA und Normativität" in unserem internen Reflexionsprojekt führte zu zahlreichen spannenden Publikationen und rundete seine Arbeit ab.

Helges kritischer, immer kreativer und lösungsorientierter Geist und trockener Humor wird uns abgehen. Sein bemerkenswertes Allgemeinwissen und seine Sprachkompetenz fehlen schon in den allerersten Tagen ohne unseren Langzeitkollegen. Wir wünschen Helge alles Gute für die neue Lebensphase.

Von: Michael Nentwich

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News
news-13614 Thu, 16 Jan 2020 10:07:07 +0100 Mehr Technik, mehr Mitsprache – aber wie? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/mehr-technik-mehr-mitsprache-aber-wie/ Was bringt die elektronische Demokratie für Europa? Wo gibt es noch Defizite? Was brauchen die Politiker*innen, um mit den Ergebnissen umzugehen? Ein neues Buch bietet Antworten. Digitale Instrumente wie die elektronische Stimmenabgabe erlauben es Bürger*innen, einfacher an Politik- und Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) kann Beteiligung erleichtert und die Demokratie gestärkt werden.

Der  TA-Experte und ehemalige ITA-Forscher Georg Aichholzer hat sich über viele Jahre hinweg mit der Transformation demokratischer Prozesse beschäftigt. In dem soeben erschienenen Buch „European E-Democracy in Practice“ erläutern Aichholzer und seine Ko-Autor*innen Best Practice Beispiele und Szenarios für eine erfolgreiche Umsetzung, setzen sich aber auch kritisch mit noch verbesserungswürdigen Praktiken im Zusammenhang mit den Entscheidungsverfahren und Institutionen der EU auseinander.

Dieses Open-Access-Buch zeigt anhand verschiedener E-Partizipationsprojekte, wie digitale Werkzeuge und Social-Media-Technologien die Beteiligung und Einbeziehung der EU-Bürger*innen in die europäische Politik steigern können. Es vereint die gesammelten Erfahrungen auf europäischer Ebene und gibt Empfehlungen wie E-Partizipation genutzt werden kann um auf EU-Ebene bestehende „Demokratie-Defizite“ zu beheben.

Studies in Digital Politics and Governance: European E-Democracy in Practice
Editors: Hennen, L., Van Keulen, I., Korthagen, I., Aichholzer, G., Lindner, R., Nielsen, R.Ø. (Eds.)
Springer Open 2020

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News
news-13579 Mon, 13 Jan 2020 16:16:34 +0100 Demokratie in Gefahr? – Das sind die Keynotes der TA20-NTA9 http://www.oeaw.ac.at/detail/news/demokratie-in-gefahr-das-sind-die-keynotes-der-ta20-nta9/ Philip Howard, Julian Nida-Rümelin, Gerda Falkner und Moritz Leuenberger werden das Thema der 20. ITA-Konferenz „Digitalisierung-Demokratie-TA“ aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Von 8. bis 10. Juni findet in Wien ein besonders Jubiläum des ITA statt: Gemeinsam mit dem Netzwerk Technikfolgenabschätzung (NTA) feiern wir im Festsaal der Technischen Universität Wien die 20. Konferenz für Technikfolgenabschätzung in Österreich. (Der Call läuft!) Aus diesem Anlass freuen wir uns über hochkarätige Keynotes internationaler Expert*innen, die das Thema "Digitalisierung–Demokratie–Technikfolgenabschätzung" aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Gibt es eine ethische Digitalisierung?

Philipp Howard (Professor of Internet Studies, Direktor des Oxford Internet Institute) ist u.a. Autor des Buchs „Pax Technica: How the Internet of Things May Set Us Free or Lock Us Up“, und Koordinator des Projekts „Computational Propaganda“. Er wird in seinem Vortrag einen kritischen Blick auf politische Meinungsbildung in Europa im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, Social Media und Fake News werfen. (mehr zu Philipp Howard)

Julian Nida-Rümelin (Ludwig-Maximilians-Universität München) gilt als einer der wichtigsten Philosophen und Ethiker der Gegenwart. Der ehemalige Politiker weist in seinem Buch „Digitaler Humanismus“ u.a. darauf hin, dass Ethik bei der Umsetzung digitaler Technologien „nicht intrinsisch eingeschrieben“ ist, und dass die Unberechenbarkeit des Menschen der Kontrolle durch Algorithmen gegenüber steht. (mehr zu Julian Nida-Rümelin)

Politik und Gesellschaft erleben ein digitales Erdbeben

Gerda Falkner (Universität Wien, Leiterin des Centre for European Studies) sieht die digitale Revolution als ernsthafte Herausforderung für demokratische Systeme: "Extreme Ungleichheiten in Zeiten des Überwachungskapitalismus paaren sich mit Gefahren der Manipulation des politischen Wettbewerbs und erhöhter Verführbarkeit sowie häufiger Irreführung der Menschen im Cyberspace." Für Falkner ist daher die Zusammenschau der Forschungsergebnisse zur Digitalisierung auf allen Ebenen – der wirtschaftlichen, der politischen und der individuellen – unabdingbar. (mehr zu Gerda Falkner)

Moritz Leuenberger (Vorsitzender des Lenkungsausschusses von TA-Swiss) wird die Sicht eines ehemaligen Schweizer Regierungsmitglieds einbringen: In der Schweiz sollen sogenannte „Civic Techs“ politische Instrumente digitalisieren, um u.a. die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Politik zu fördern. TA-Swiss beschäftigt sich aktuell mit der Gestaltung dieses Prozesses und fragt, wie die Gleichstellung aller Akteure gewährleistet werden kann. (mehr zu Moritz Leuenberger)

Hier geht’s zum Open Call für die TA20-NTA9!

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News OpenTA Konferenzen
news-13545 Thu, 09 Jan 2020 13:10:45 +0100 Die neue Regierung nimmt sich viel Technikfolgen­abschätzung vor http://www.oeaw.ac.at/detail/news/die-neue-regierung-nimmt-sich-viel-technikfolgenabschaetzung-vor/ ITA-Direktor Michael Nentwich: "Im Programm von ÖVP und Grünen wird konkret über die Notwendigkeit evidenzbasierter Politik bei technologie- und innovationspolitischen Entscheidungen gesprochen." Besonders in Zusammenhang mit der Digitalisierung hat die neue Bundesregierung einiges vor: Öffentliche Digitalisierungsvorhaben sollen ebenso betreiberunabhängig auf ihre Technikfolgen evaluiert werden wie jene Materien, die aufgrund ihrer potentiellen Risiken verstärkt Regulierung erfordern. Genannt werden z.B. „intelligente Transportsysteme, selbstfahrende Fahrzeuge, Assistenz- und Leitsysteme etc.“.

Sogar auf die aktuell laufende Studie des ITA zu 5G und Gesundheitsrisiken der nächsten Mobilfunkgeneration wird Bezug genommen: Hier will man „wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere die vom Parlament beauftragte Technikfolgenabschätzung zu 5G Mobilfunk und Gesundheit" berücksichtigen.

Die Ethik nicht aus den Augen verlieren

An zahlreichen Stellen ist auch von ethischer Begleitung bei der Einführung jener Technologien die Rede, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Genannt werden hier etwa autonome Fahrzeuge. Auch der Begriff der „Digitalisierungsethik“ und die mit der TA verwandten Begriffe „Umweltfolgenabschätzung“ und „Wirkungsfolgenabschätzung“ sowie das „Vorsorgeprinzip“ kommen vor.

Konkrete Themen für die TA sind etwa die Regulierung von Drohnen, Digitale Souveränität,  Datenschutz und Privatsphäre, „datenschutz- und grundrechtsfreundliche Technikgestaltung“ der Wirtschaft 4.0, die Aufwertung der Datenschutzbehörde und deren Ausstattung mit ausreichenden Ressourcen.

Diskussionsbedarf bei künstlicher Intelligenz

Das wichtige Zukunftsthema „Künstliche Intelligenz“ wurde von den Koalitionspartnern nicht nur als wirtschaftliche Chance begriffen. Sie erkennen auch den intensive Diskussionsbedarf in diesem Zusammenhang an: „Die Förderung von KI-Entwicklung und -Anwendung erfolgt unter anderem unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze (insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Privatsphäre und unter Berücksichtigung sozialer Auswirkungen).“ Nicht zuletzt wird festgehalten: „Ethische Reflexion hat ein immanenter Bestandteil der österreichischen KI-Politik und Praxis zu sein (Human-Centered AI). KI-Entwicklung muss den Menschen und dessen Rechte im Blick haben, zum Beispiel hinsichtlich der Unterscheidbarkeit von Menschen und Maschine und des Schutzes von Konsumentinnen und Konsumenten.“ In diesem Zusammenhang will die neue Regierung auch „(n)otwendige Studien über geeignete Gestaltungs- und Einsatzkriterien für KI-Systeme und Algorithmen sowie für die Einbindung des Menschen in derartige Entscheidungsprozesse“ beauftragen.

Schließlich ist aus Sicht der TA der sich durchziehende Fokus auf Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien zu begrüßen, etwa im Zusammenhang mit dem Ziel der „Green-IT“ in der Bundesverwaltung, bei der Entwicklung von Konsumprodukten oder in den Bereichen Mobilität und Energie.

M. Nentwich (9.1.2020)

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News ITA-Intern Michael Nentwich
news-13199 Mon, 04 Nov 2019 00:00:00 +0100 4. Europäische TA-Konferenz http://www.oeaw.ac.at/detail/news/4-europaeische-ta-konferenz/ 4. europäische TA-Konferenz in Bratislava, 4. bis 6. November 2019 Die 4. Europäische TA-Konferenz findet vom 4. bis 6. November 2019 in Bratislava statt. Das Thema lautet:Value-driven Technologies: Methods, Limits, and Prospects for Governing Innovations.

Ziel der Konferenz ist es, zu diskutieren, wie Technologiebewertung und damit zusammenhängende Aktivitäten – wie Wissenschafts- und Technologiestudien (STS), verantwortungsbewusste Forschung und Innovation (RRI), öffentliches Engagement und Vorausschau – zu einer wissensbasierten Politikgestaltung in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation beitragen können, um politische Entscheidungsträger und andere Interessengruppen in dieses Vorhaben einzubeziehen und aus den Perspektiven des anderen zu lernen.

Von 4. bis 6. November werden in Bratislava in 26 Sessions aktuelle Themen der Technikfolgenabschätzung in Europa diskutiert. Darüber hinaus wird auch das neu gegründete Netzwerk „globalTA“ vorgestellt. Drei Keynote-Vorträge und zwei Plenumdiskussionen zum Thema "Value-driven Technologies" bieten einen Einblick in die aktuelle Forschung und Möglichkeit zur Diskussion in einem interdisziplinären Rahmen.

Keynotes:

Peter Sýkora (Center of Bioethics, University of Sts. Cyril and Methodius, Trnava)
Gaston Meskens (Centre for Ethics and Value Inquiry, Faculty of Arts and Philosophy, Ghent University)
Claudia Müller-Birn (Institute of Computer Science, Department of Mathematics and Computer Science, Freie Universität Berlin)

Das Organisationskomitee der European TA Conference freut sich auf Ihren Besuch bei der European Technology Assessment Conference 2019 in Bratislava!

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News Eventnews
news-13200 Mon, 04 Nov 2019 00:00:00 +0100 Das Taxi der Zukunft schadet dem System http://www.oeaw.ac.at/detail/news/das-taxi-der-zukunft-schadet-dem-system/ Autonome elektrische Fahrzeuge bedeuten ein riesiges Defizit für den Staat. Neue Preismodelle sind gefordert, wenn in Zukunft auch fahrerlose elektrische Fahrzeuge am Verkehr teilnehmen werden. Für Tanja Sinozic (ÖAW-ITA) brennt das Thema: „Um sicherzustellen, dass die Verbreitung von autonomen elektrischen Fahrzeugen zum Gemeinwohl beiträgt, brauchen wir jetzt einen offenen politischen Diskurs, und nicht erst, wenn es schon zu spät ist.“ Der Anteil an elektrischen Fahrzeugen wird sich aktuellen Prognosen zufolge bereits bis 2030 vervielfachen. Auch der Anteil an autonomen Fahrzeuge, die untereinander Daten austauschen und sich ohne zu parken im Verkehr einordnen, soll sich wesentlich erhöhen. Wenn sie aber im Verkehr zugelassen sind, werden für den Staat gleichzeitig Einnahmen aus etwa Benzinsteuer oder Parken wegfallen.

Die Ökonomin und Technikforscherin Tanja Sinozic vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW hat gemeinsam mit ihren KollegInnen Stefanie Peer (WU Wien) und Martin Adler (Universität Amsterdam) die Möglichkeiten und Risiken in einem aktuellen Fachartikel unter die Lupe genommen, die durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge auf nationale Budgets zukommen könnten.

„Wenn wir große Defizite vermeiden wollen, müssen wir jetzt schon neue politische Maßnahmen diskutieren und schauen wie  wir sie implementieren, damit öffentliche Gelder erhalten bleiben. Denn das würde sich ja wieder auf andere Bereiche wie Bildung und Gesundheit auswirken. Unser Ziel war daher, verschiedene Preismodelle zu analysieren, durch die wieder Geld einfließen könnte. Dazu gehört auch geschicktes Mobility Pricing, also etwa dass Nutzer autonomer Fahrzeuge weniger Steuern für Fahrten zahlen, auf denen sie Staus und Hauptverkehrszeiten vermeiden.“

Ego-Fahrten sollen mehr kosten

Möglich wird dies in Zukunft auch, da Fahrten schon jetzt individuell erfasst werden. Wer wohin fährt, wie lange es dauert, und ob die Route mit dem wenigsten Verkehr ausgewählt wurde, weiß man bereits jetzt. Diese Informationen können dazu genutzt werden, attraktive Preismodelle je nach Fahrt zu gestalten. „In den USA kann man sich bereits jetzt bei Anbietern entscheiden, ob man gemeinsam mit anderen fahren will, und ob man jene Routen nimmt, die etwas ruhiger sind. So wird die Fahrt günstiger. Ähnlich könnten man auch den Firmen vermitteln, dass sie davon profitieren, wenn sie versuchen Störungen zu vermeiden.“

Von: DRied

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News Publikationsnews
news-13198 Tue, 08 Oct 2019 00:00:00 +0200 Mehlwürmer, Zuckerschock und Gespräche http://www.oeaw.ac.at/detail/news/mehlwuermer-zuckerschock-und-gespraeche/ Werden wir in Zukunft Insekten essen? Wie viel Salz und Zucker verstecken sich in Ketchup? All dies und mehr diskutierten Jung und Alt am ITA-Stand bei der European Researchers' Night 2019. Die European Researchers‘ Night ging am 27. September um Mitternacht zu Ende, 5.100 junge und alte BesucherInnen nahmen diesmal am Event auf der Universität für Angewandte Kunst teil. Auf die Frage, wie sie sich das Essen der Zukunft vorstellen, antworteten die jüngeren BesucherInnen mit „lecker“.

Die älteren TeilnehmerInnen konnten mit neun ITA-ExpertInnen Fragen und Gespräche zum Thema Ernährung führen. Was können wir tun, um Lebensmittel fairer zu verteilen? Wollen wir unser Obst lieber lokal anbauen lassen, oder billig von Übersee kaufen? Was wissen wir überhaupt über unser Essen?

Ob Urban Gardening, Drohnen in der Landwirtschaft oder Lebensmittelverschwendung – das Thema „Future Food“ des Instituts für Technikfolgenabschätzung (ITA) der ÖAW fand beim Publikum regen Anklang. Auch über den Klimawandel und darüber, wie er unser Ernährungsverhalten verändern könnte, wurde diskutiert. Passend dazu konnte man gleich einmal einen gebratenen Mehlwurm oder Heuschrecken mit Tomatengeschmack probieren.

Insgesamt beteiligten sich mehr als 240 WissenschaftlerInnen an 17 Workshopformaten, dem ORF Media-Talk, einem Bildungskongress und mehr als 60 wissenschaftlichen Stationen, sowie dem Bühnenprogramm.

Von: Denise Riedlinger

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News Projektnews
news-13421 Mon, 16 Sep 2019 13:50:00 +0200 Adieu Privatsphäre? https://www.oeaw.ac.at/detail/news/adieu-privatsphaere/ Datenschutz ist in aller Munde. Unsere Daten gelangen trotzdem in die falschen Hände. Warum ist das so? Was können wir dagegen tun? Stefan Strauß, Wirtschaftsinformatiker an der ÖAW geht diesen Fragen in seinem neuen Buch nach. News Publikationsnews news-13197 Mon, 16 Sep 2019 00:00:00 +0200 Forschungshypes und „heiße Themen" http://www.oeaw.ac.at/detail/news/forschungshypes-und-heisse-themen/ Wer entscheidet, wozu geforscht wird? Wann ist ein Thema förderungswürdig, wann nicht? Das hat ITA-Expertin Karen Kastenhofer gemeinsam mit internationalen ForscherInnen jüngst diskutiert, und dabei abseits von Disziplinengrenzen etliche Gemeinsamkeiten entdeckt. Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um ein Forschungsthema zu wechseln? Oder bleibt man besser doch dran? Diese Frage zu beantworten ist komplexer als man denkt.

Karen Kastenhofer, die am ITA seit zehn Jahren zum Thema Systembiologie forscht, formuliert es so: „Die Forschungslandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Während früher in traditionelle Grundlagenforschungsfelder investiert wurde, gibt es heute vermehrten Einfluss von Forschungshypes. Das bedeutet, innovative ‚Buzzwords‘ werden neu lanciert, neue Forschungsthemen werden positioniert. Es gibt Geld dafür, und nach fünf Jahren ist es wieder vorbei mit der Förderung. Da müssen wir uns als WissenschafterInnen fragen: Wie können wir in unserer Forschung eine gewisse Tiefe erreichen, und wann ist es tatsächlich Zeit, sich neuen Schwerpunkten zu widmen?“

Unabhängige Forschung erhalten

Auf der Oslo-Konferenz der "International Society for the History, Philosophy and Social Studies of Biology" hat Kastenhofer darüber mit ihrer Forschungspartnerin Niki Vermeulen (Universität Edinburgh) sowie ExpertInnen aus Geschichte, Philosophie, Soziologie und Technikfolgenabschätzung diskutiert. Als Fallbeispiel diente die Systembiologie, eines jener neuen Forschungsfelder, das zuletzt Ziel nationaler wie internationaler Förderprogramme war, bevor es von anderen Themen wie synthetischer Biologie oder künstlicher Intelligenz abgelöst wurde.

„Diese Problematik ist für alle relevant, auch wenn HistorikerInnen und PhilosophInnen auf ganz anderen Wegen zu einem Forschungsthema gelangen als etwa wir aus der Technikfolgenabschätzung (TA). Für die TA ist es bloß besonders brisant. Unsere Aufgabe ist es ja, ein gesellschaftsrelevantes Thema für Politik und Öffentlichkeit aufzubereiten, um informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Dafür braucht es die Unabhängigkeit von situativen Hypes und medialer Eigenlogik“.

Veranstaltungstipp

Karen Kastenhofer nimmt am 16. Oktober gemeinsam mit Heinz Faßmann (Ex-Bundesminister für Bildung, Wissenschafft und Forschung), Monika Maria Kurath (Universität St.Gallen) und Alice Vadrot (Universität Wien)
an der Podiumsdiskussion "Steigende Ansprüche, sinkende Akzeptanz: Die Wissenschaft in der Vertrauenskrise?" teil.

Weitere Infos hier


Von: Denise Riedlinger

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News Projektnews
news-13196 Thu, 29 Aug 2019 00:00:00 +0200 Das Essen der Zukunft http://www.oeaw.ac.at/detail/news/das-essen-der-zukunft/ European Researchers' Night 2019 – mit dem Thema "Future Foods" nimmt das ITA auch dieses Jahr an diesem Science-Großevent in Wien teil. Gebratener Mehlwurm gefällig? Viele sehen in Insekten die Nahrung der Zukunft. Aber – wollen wir so etwas essen? Der Klimawandel wird die Art, wie wir Nahrung gewinnen und herstellen, jedenfalls sicher verändern. Sind wir bereit, weniger Fleisch zu essen und dafür mehr Ackerland zu gewinnen und Regenwälder zu erhalten?

Wenn Produkte aus dem Supermarkt vom anderen Ende der Welt angeliefert werden, hat das ebenfalls Folgen für die Umwelt. Und wie können wir unser Saatgut und unser Gemüse vor immer mehr Hitze, und damit immer mehr Schädlingen schützen, ohne Gift zu verwenden?

Die European Researchers‘ Night ist ein Science-Event, das jedes Jahr in vielen europäischen Städten stattfindet. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen der Veranstaltung ermutigt werden Wissenschaft zu erleben und zu begreifen.

Am ITA-Stand auf der European Researchers‘ Night 2019 könnt Ihr:

  • Probieren, wie Mehlwürmer wirklich schmecken

  • Erfahren, welche Maßnahmen in der EU für die gesunde und sichere Ernährung geplant sind

  • Mehr darüber hören, welche Aufgaben Roboter und Drohnen in der Landwirtschaft übernehmen könnten

  • Mit uns Eure Sorgen und Wünsche diskutieren und mehr über das Forschungsgebiet Technikfolgenabschätzung erfahren

  • Städte planen: In Paris hat der größte Urban Garden Europas eröffnet, in Wien werden Bushaltestellen begrünt – Stadtgärten haben Zukunft!

 

Von: Denise Riedlinger

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News Eventnews
news-13422 Mon, 19 Aug 2019 13:58:00 +0200 Strahlende Aussichten durch 5G? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/strahlende-aussichten-durch-5g/ 5G kommt! Es ist schneller als alle bisherigen Mobilfunktechnologien. Die dabei entstehenden hochfrequenten elektromagnetischen Felder (EMF) haben erneut eine gesellschaftliche Diskussion darüber angefacht, wie gesundheitsgefährdend 5G möglicherweise ist. Doch was wissen wir bereits über 5G? 5G soll bald der neue Mobilfunk-Standard sein und das LTE-Netz ablösen. Mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde ist es etwa 30 Mal schneller als der derzeitige Standard, was vor allem für das Internet of Things (IoT) interessant sein wird oder auch in der Industrie neue Maßstäbe setzen könnte. Doch scheint sich eine ähnliche Debatte über die gesundheitlichen Folgen anzubahnen wie bei GSM und UMTS. Eines haben alle Mobilfunktechnologien gemeinsam: Übertragen werden unsere Daten mit Hilfe sogenannter hochfrequenter elektromagnetischer Felder (EMF), und diese können bei hoher Intensität Organismen beeinflussen. Wie groß diese Felder dabei sein dürfen, ist zumindest für alle derzeit verbreiteten Netzstandards klar festgelegt. Wie sie sich dabei auf die Gesundheit auswirken, gilt es noch herauszufinden. Doch wie sieht es mit 5G aus? Bislang gibt es noch keine kommerziell verfügbaren Netze, sondern nur Testbereiche. Wenn es nach den Mobilfunkbetreibern geht, soll sich das aber sehr bald ändern.

Schnell und schneller

Der Hunger unserer Smartphones und Tablets nach immer größeren Datenmengen in immer schnelleren Netzen scheint grenzenlos. Alles in Echtzeit streamen zu können ist nicht nur für Videos interessant. In der Industrie beispielsweise sollen Fertigungsmaschinen bald mit SIM-Karten ausgestattet werden. Ähnlich wie in modernen Fahrzeugen werden Status- und Standortinformationen blitzschnell an das eigene Firmennetzwerk gesendet. Die Möglichkeiten, die diese verbesserte Technologie bietet, sind verlockend. Im sogenannten „Internet der Dinge“ sollen sämtliche Geräte aus dem Alltag mit dem Internet verbunden werden – von der Regenjacke bis zum Küchengerät. 5G macht es möglich, da die Reaktionszeiten enorm verkürzt werden und die mögliche Datenrate bis zu 30 Mal höher sein soll als im derzeitigen LTE-(4G)-Netz.

Was wir über 5G wissen

Das ITA wurde vom Österreichischen Parlament beauftragt, eine Überblicksstudie in Kooperation mit dem AIT über den genauen Wissensstand durchzuführen: „Das Spannende an 5G sind nicht nur die vielen Möglichkeiten, die es bringen wird, sondern auch wie sich die Strahlenexposition, also wieviel man der Strahlung ausgesetzt ist, im Vergleich zu den bisherigen Mobilfunkstandards GSM, 3G und LTE, verändern wird. Wir sehen uns an, was man bereits über die möglichen Auswirkungen von EMF auf die Gesundheit weiß. Dabei werden aktuelle Gutachten jener internationalen Gremien, die sich mit den Gesundheitswirkungen von EMF befasst haben, darunter auch der Weltgesundheitsorganisation, zusammengestellt und analysiert“, so Michael Nentwich vom ITA zum gerade gestarteten Projekt. Die Studie soll zeigen, ob der aktuelle Wissenstand bereits ausreicht, damit Politik und Wirtschaft klare Handlungsspielräume wie beispielsweise Grenzwerte festsetzen können, oder ob weiterführende Studien notwendig sind. In der ersten Hälfte 2020 wird es erste Ergebnisse geben.

Von: TB

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News Projektnews
news-13279 Thu, 18 Jul 2019 11:38:00 +0200 Zwischenspeicher - Schlüsseltechnologie der Energiewende http://www.oeaw.ac.at/detail/news/zwischenspeicher-schluesseltechnologie-der-energiewende/ Im Auftrag des Österreichischen Parlaments hat das ITA gemeinsam mit dem AIT die Vor- und Nachteile verschiedener Zwischenspeichertechnologien untersucht. Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt, sein Energiesystem auf erneuerbare Energien umzustellen. Dazu braucht es neben der Errichtung von neuen Kraftwerken auch neue Technologien. Zwischenspeicher für elektrische Energie gelten als eine der Schlüsseltechnologien der Energiewende. Sie ermöglichen eine zeitliche Entkopplung von Angebot und Bedarf und tragen damit zur weiteren Integration von Wind- und Solarstrom bei.

Die Studienautoren Michael Ornetzeder und Steffen Bettin geben zu bedenken, dass Speicher alleine die Energiewende nicht schaffen könnten. Aus Sicht der Versorgungssicherheit sind Speicher nur eine Option unter vielen anderen Optionen. Ein wirtschaftlicher Betrieb von neuen Speichern ist derzeit nur bedingt möglich, und der Bedarf an zusätzlichen Speichern ist schwer zu ermitteln. Michael Nentwich, Ko-Projektleiter, betont: „Die Nutzung von neuen Technologien eröffnet nicht nur neue technische und gesellschaftliche Chancen, sondern ist immer auch mit Unsicherheiten und unerwünschten Folgen und Risiken verknüpft. Dies ist auch bei Zwischenspeichern für elektrische Energie der Fall.“

Folgen, Risiken und Konfliktpotenziale von elektrischen Speichern sind abhängig von der jeweiligen Technologie bzw. Anwendungsform. Daher hat die Studie diese getrennt untersucht: Pumpspeicherkraftwerke, Batteriespeichersysteme sowie chemische Speicher (Wasserstoff und synthetisches Methan). Die Studie kommt zum Schluss, dass langfristig gesehen alle Optionen – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß – ausgeschöpft werden müssen, wenn das Ziel der nahezu vollständige Dekarbonisierung des gesamten Stromsektors erreicht werden soll. Der in Zukunft größte Bedarf liegt mit Sicherheit im Bereich der Langzeitspeicherung.

Von: dr

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News Projektnews
news-13306 Mon, 15 Jul 2019 12:01:00 +0200 Wenn Algorithmen Menschen einteilen http://www.oeaw.ac.at/detail/news/wenn-algorithmen-menschen-einteilen/ Arbeitslose werden seit kurzem mittels künstlicher Intelligenz in mehr oder weniger förderungswürdig eingeteilt. Ist das fair? Das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) verwendet seit kurzem ein algorithmisches System um zu entscheiden, welche Arbeitslosen wie gefördert werden sollen. Unser Alter, unsere Staatsbürgerschaft, das Geschlecht, die Ausbildung, Betreuungspflichten oder unsere vergangenen Beschäftigungen – all diese Daten werden heran gezogen, um unsere Chancen am Arbeitsmarkt zu beurteilen. So will man möglichst genau vorhersagen, ob jemand kurz- oder langfristig erfolgreich wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen kann.

Aber wie fair ist das? Technikforscherin Doris Allhutter vom ITA hat den neuen AMS-Algorithmus auf seine Folgen für Arbeitssuchende hin unter die Lupe genommen. Er berge eine Reihe an Herausforderungen, die auch andere ähnliche Systeme in der öffentlichen Verwaltung betreffen: „Das dem Algorithmus zugrundeliegende Modell erfasst meiner Ansicht nach nur einen vereinfachten Blick auf die Situation der Arbeitssuchenden. Im sogenannten „Arbeitsmarktchancen-Modell“ werden beispielsweise für Frauen, Ältere und Menschen mit Beeinträchtigungen schlechtere Chancen prognostiziert.“

Kritik an absoluten Ergebnissen

Das AMS weist wiederum darauf hin, dass die Gruppenzuweisung bei Bedarf von SachbearbeiterInnen geändert werden kann. Diese Möglichkeit wird vor allem dadurch begründet, dass Informationen über persönliches Auftreten, Motivation und andere „Soft Skills“ vom algorithmischen Modell nicht abgebildet werden können. Aber unter welchen Bedingungen geschieht das in der Praxis, und wird das AMS-Personal adäquat geschult, um diese Soft Skills zu erkennen und ermutigt, die Änderungen auch vorzunehmen?

Das aktuelle ITA-Dossier „Der AMS-Algorithmus am Prüfstand“ gibt Auskunft darüber, wie der Algorithmus funktioniert und schlägt Maßnahmen vor, um den Umgang damit transparent, sozial kompetent und fair zu gestalten.

Von: dr

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News Publikationsnews
news-13309 Wed, 26 Jun 2019 12:21:00 +0200 Digitale Souveränität in Österreich http://www.oeaw.ac.at/detail/news/digitale-souveraenitaet-in-oesterreich/ Digitale Medien brachten eine Vielzahl an Möglichkeiten – auch für und in der Verwaltung. Um sich in diesem Dschungel an Plattformen, Apps und Tools zu Recht zu finden, braucht es die richtige Strategie und vor allem einen Diskurs aller Akteure, darunter BürgerInnen, Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Das neue ITA-manu:script fragt, ob es eine digitale Souveränität in Österreich geben kann, worauf als Teil der EU-Staatenfamilie international zu achten ist und warum es sich nicht immer lohnt, der Erste zu sein. Die Digitalisierung hat einen ähnlich großen und gesellschaftlich-bedeutenden Impact wie der Buchdruck. So wie wir das Lesen erlernen mussten, um Bücher und Schriften als neues Medium  zu unserem Vorteil zu nutzen, werden auch BürgerInnen, Staat und Unternehmen vom digitalen Zeitalter nur profitieren, wenn sie sich neue Kompetenzen aneignen. Andernfalls drohen ungleiche Verhältnisse mit einem noch nicht absehbaren Verhältnis an Gewinnern und Verlierern.

In wie weit ist digitale Souveränität die Lösung, damit Wirtschaft und Gesellschaft die positiven Auswirkungen der Digitalisierung erfahren? Welche Kompetenzen und Technologien sind notwendig, um ein selbstbestimmtes Handeln im digitalen Raum im Sinne der digitalen Souveränität zu ermöglichen? Und, in Hinblick auf die EU, welche Rolle kommt dabei den einzelnen Ländern, also auch Österreich zu? Welche Veränderungen machen globale Strategien und ein transnationales Handeln notwendig? Kann es daher eine digitale Souveränität für den Staat Österreich geben?

Grenzenlosigkeit

ITA-Leiter und Ko-Autor Michael Nentwich meint: „Ja, es kann in gewissem Ausmaß eine digitale Souveränität Österreichs geben, aber ohne konsequentes Agieren auf verschiedenen Ebenen – national und international, sowohl in technischer und organisatorischer als auch in regulativer Hinsicht und nicht zuletzt im öffentlichen Diskurs könnte staatliche Souveränität im digitalen Zeitalter schon sehr bald ein Auslaufmodell sein.“ Souveränitätsansprüche treffen auf jene anderer Staaten. Was in vordigitalen und nicht-globalisierten Zeiten noch wenig von Bedeutung war, macht internationale Strategien nunmehr notwendig. Große Onlineplattformen und Firmen sind als nicht-staatliche mächtige Akteure entstanden, die die Auswirkungen der sogenannten „territorialen Souveränität“ gekonnt umgehen können. Staatliche Grenzen spielen in der virtuellen Welt des internationalen Warenverkehrs, der globalen Dienstleistungen, der transnationalen Informationsbereitstellung und der grenzenlosen Kommunikation eine immer kleinere Rolle.

First Mover

Hier gilt es, einen klaren Rahmen zu setzen. „Ein ‚Hineinstolpern‘ ohne eine umfassende Digitalisierungsstrategie hieße, die Gestaltungsmacht abzugeben und zum Spielball der ‚First Mover‘ zu werden“, so Nentwich. Maßnahmen ohne strategisches Gesamtkonzept könnten dazu führen, dass der Blick für das Ganze verloren geht, was beispielsweise zu kritischen Sicherheitslücken führen kann, aber auch dazu, dass das Vertrauen der Gesellschaft in die nachhaltige Sicherung der digitalen Souveränität verloren gehen kann.

Wie es weiter geht

Als ersten Schritt sollten die ExpertInnen die offenen Fragen in ihren Organisationseinheiten genauer beleuchten und die jeweiligen Vorgehensweisen analysieren. Für Politik und Zivilgesellschaft bedeutet das, sich der aufgeworfenen Themen bewusst zu werden, und den Startschuss einer umfassenden Diskussion in Hinblick auf eine umsichtig überlegte, demokratisch gesteuerte digitale Souveränität.
 

Von: TB

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News Publikationsnews
news-13310 Mon, 17 Jun 2019 12:23:00 +0200 globalTA ist da http://www.oeaw.ac.at/detail/news/globalta-ist-da/ Wie geht man mit Technik sozial verträglich um? Das neue Netzwerk globalTA ermöglicht erstmals den Austausch von TA-Organisationen weltweit, und zählt bereit Mitglieder aus Australien, Europa, Amerika und Asien. Eine neue weltweite Initiative ermöglicht seit Mai 2019 den Austausch zwischen TA-Organisationen auf der ganzen Welt. ITA-Leiter Michael Nentwich sieht in der Gründung einen Meilenstein: „Erstmals ist es möglich, dass sich ExpertInnen aus der Technikfolgenabschätzung auf globaler Ebene austauschen und vernetzen. Wir freuen uns, Gründungsmitglied dieser Initiative zu sein, die maßgeblich durch den Einsatz unsere Partner am ITAS in Deutschland in Kooperation mit dem Fraunhofer ISI sowie dem niederländischen Rathenau Institut ins Leben gerufen wurde.“

Unabhängigkeit, Informationsaustausch und Training

Ziel der Organisation wird es sein, noch stärker für die Betrachtung der gesellschaftlichen Folgen neuer Technologien einzutreten. Technikfolgenabschätzung, also die Erforschung der Folgen von Technik nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Zivilgesellschaft und die Umwelt, ist keine Selbstverständlichkeit, betont Nentwich: „Bei der technischen Entwicklung auch auf das Wohl der Menschen zu achten, ist ein Gedanke, der eng mit einem Demokratiebewusstsein und dem Prinzip der Mitsprache verbunden ist. Bei globalTA sind bereits jetzt auch Länder Mitglied, in denen eher hierarchische Strukturen herrschen. Ein Ziel ist daher auch, immer wieder dafür zu plädieren, auch den Rat unabhängiger Experten und Expertinnen in die nationale Forschungspolitik einzubeziehen.“

„Wir wollen Risikoanalyse und Folgenforschung in die Politik bringen. Wir können uns auch vorstellen, innerhalb des Netzwerks lokale Einrichtungen zu trainieren: Wie macht man Technikfolgenabschätzung? Was gibt es für Erfahrungen in Ländern, wo sie schon seit Jahrzehnten betrieben wird? Es geht jedenfalls um die grundsätzliche Frage: Wie geht man mit Technik sozial verträglich um.“

Bereits Russland, Australien und Mexiko dabei

Seit Mai darf sich das Netzwerk bereits über 21 Mitglieder freuen, darunter Einrichtungen aus Russland, Australien oder Mexiko. Während das parlamentarische TA-Netzwerk EPTA die Arbeit für Parlamente im Fokus hat steht globalTA auch Institutionen offen, die nicht unmittelbar mit Parlamenten zusammenarbeiten, wie z.B. Think Tanks oder Universitäten. Offiziell wird globalTA auf der nächsten internationalen TA-Konferenz, die von 4. bis 6. November 2019 in Bratislava stattfindet, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Von: Denise Riedlinger

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News TA-Weltweit
news-13311 Mon, 03 Jun 2019 12:26:00 +0200 Privatsphäre und Identität im digitalen Wandel http://www.oeaw.ac.at/detail/news/privatsphaere-und-identitaet-im-digitalen-wandel/ Gibt es noch eine Chance auf wirksamen Datenschutz oder ist die Privatsphäre längst dem Untergang geweiht? ITA-Experte Stefan Strauß befasste sich in seinem neuen Buch intensiv mit diesen Fragen und argumentiert: „Privatsphäre ist trotz Digitalisierung nicht nur möglich, sondern mehr denn je geboten. Aber wir müssen Datenschutz-Governance neu denken und die Voraussetzungen dafür schaffen.“ Die Privatsphäre ist in der digital vernetzten Gesellschaft zu einem stark gefährdeten Gut geworden. Auch ein Jahr Datenschutzgrundverordnung konnte daran nicht viel ändern. Doch wie und durch welche Entwicklungen kam es dazu? Und wie kann die Gesellschaft damit umgehen?

Wachsende Identifzierbarkeit als Grundproblem

Eine Fülle an Technologien sammeln täglich Daten, die tiefe Einblicke in Lebensumstände und damit persönliche Identität gewähren. Mit jeder Nutzung einer Technologie entstehen neue Informationsformen, die längst automatisiert verarbeitet werden. Big Data und künstliche Intelligenz begünstigen scheinbar allumfassende Überwachung. Allerdings fehlt es an neuem Wissen darüber, wie und warum die Privatsphäre in Gefahr ist und welche Faktoren dies technologieübergreifend verursachen. Laut Stefan Strauß ist wachsende Identifizierbarkeit das Grundproblem. „Es ist gewissermaßen zum Normalzustand geworden, durch digitale Information aller Art jederzeit identifizierbar zu sein.“

Strauß zeigt in seinem neuen Buch „Privacy and Identity in a Networked Society“ auf, warum das so ist. „Es braucht stärkeren Fokus auf die Beschaffenheit und Dynamik von Identifikationsmechanismen also wie Identitätsinformation entsteht und verarbeitet wird. Das klingt zunächst trivial, aber bei genauerer Analyse offenbaren sich wichtige neue Erkenntnisse für einen wirksameren Datenschutz.“

Informationsdynamik mit Folgen

Anstatt mit jeder neuen Technologie erneut vor weiterer Erosion der Privatsphäre zu warnen oder Schutz nur den Betroffenen zu überlassen sind für Strauß neue Konzepte und mehr Wissen über Identifizierbarkeit und die Bedeutung von Identitätsinformation erforderlich. Strauß schlägt dazu ein neues Rahmenkonzept für systemische Datenschutzfolgenabschätzung vor, um die Dynamik digitaler Informationsflüsse und damit verbundene Datenschutzrisiken besser zu analysieren. „Wir müssen nicht nur personenbezogene, sondern auch Technologie-bedingte Identitätsinformation systematischer erfassen. Das im Buch vorgestellte Rahmenkonzept ist theoretisch wie praktisch relevant um digitalen Datenschutz und Privacy-by-Design neu zu denken und träg zur Entwicklung wirksamerer Schutzkonzepte bei.“

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News Publikationsnews
news-13312 Wed, 22 May 2019 13:28:00 +0200 Welche Werte bestimmen unsere Internet-Suche? https://www.oeaw.ac.at/detail/news/wie-bestimmen-werte-die-internetsuche/ ITA-Technikforscherin Astrid Mager im Interview News Projektnews news-13424 Mon, 29 Apr 2019 14:03:00 +0200 Privatsphäre mit Lücken? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/privatsphaere-mit-luecken/ Neue Regeln sollen das Grundrecht der EU-BürgerInnen auf Privatsphäre effektiver schützen. Gleichzeitig generieren Technologien immer mehr Daten, die immer tiefere Einblicke in unser Leben versprechen. Ist unsere Privatsphäre noch ausreichend geschützt oder entstehen Lücken? Individuell angepasste Unterhaltungsangebote, Apps, die uns zu einem gesünderen Lebensstil animieren sollen – ständig sind wir mit einem breiten Angebot an Dienstleistungen konfrontiert. An wen unsere Daten weitergeleitet werden, wie sie miteinander kombiniert und analysiert werden, ist, wenn überhaupt, nur sehr schwer nachzuvollziehen. Eine ausreichende Kontrolle darüber haben wir trotz der seit Mai 2018 mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getretenen Regeln nicht.

Informationen verständlich gestalten

Ziel des EU-Projekts PANELFIT ist es, diese Lücken zu identifizieren und Vorschläge zu entwickeln, wie sie zu schließen wären. ForscherInnen und IngenieurInnen sollen Anleitungen erhalten, wie sie zu ethisch konformer Entwicklung und Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) beitragen können. BürgerInnen sollen, unter Einbeziehung von Medienschaffenden, besser über ihre Rechte informiert werden. Öffentlich zugängliche Leitlinien können die VerbraucherInnen schließlich dabei unterstützen, ethische und rechtliche Probleme, die durch Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen, besser zu bewältigen.

Sicherheit und Cybersecurity

Das ITA ist für die Themenbereiche Sicherheit und Cybersecurity hauptverantwortlich. „Diese Bereiche sind besonders schwierig zu regulieren, da Staaten und BürgerInnen oft entgegengesetzte Interessen haben: Zum Schutz vor Terrorismus und zur Absicherung kritischer Infrastrukturen wird von staatlichen Behörden häufig ein uneingeschränkter Zugriff auf Information gefordert, oft ohne die Notwendigkeit und die Effizienz dieser Zugriffe zu begründen. Die Sicherheit von BürgerInnen umfasst aber auch den Schutz ihrer Grundrechte, zu deren Kern der Schutz ihrer Daten zählt, nicht zuletzt als Vorkehrung gegen staatliche Willkür. Wie sicher wir uns in unserer Gesellschaft fühlen, ist keine Frage der Nutzung von Überwachungstechnologien. Soziale Aspekte spielen dabei eine wesentlichere Rolle“ meint Johann Čas, der das Projekt am ITA betreut.

Partizipation und Information

PANELFIT wird seine Ergebnisse in partizipativen Verfahren gemeinsam mit ExpertInnen (aus den Bereichen F&E, Ethik, Regulierung) und BürgerInnen erarbeiten. Auf einer interaktiven Kommunikationsplattform sollen sich WissenschafterInnen, Medienschaffende, BürgerInnen und politische EntscheidungsträgerInnen informieren und austauschen können. Die Ergebnisse werden auch über Social Media und via Online- Lehrveranstaltungen und Workshops verfügbar sein.

Von: Denise Riedlinger

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News Projektnews
news-13313 Wed, 24 Apr 2019 13:40:00 +0200 "Manche wollen eine Wiederverzauberung der Welt.“ http://www.oeaw.ac.at/detail/news/manche-wollen-eine-wiederverzauberung-der-welt/ ITA-Forscher Alexander Bogner meint, die Wissenschaft muss sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein. Wissenschaftliche Relevanz ließe sich zwar manchmal messen, oft aber nur qualitativ bestimmen. Für seinen Beitrag zur ÖAW-Preisfrage wurde er mit dem mit 8000 Euro dotierten 2. Platz ausgezeichnet. Herr Dr. Bogner, Gratulation zum 2. Preis! Die ÖAW hat die Preisfrage gestellt: „Ist gesellschaftliche Relevanz von Forschung bewertbar? Und wenn ja, wie?“ Was hat sie an der Frage gereizt?

Wir müssen uns diese Frage stellen, denn was hat unsere Arbeit heute noch für eine Bedeutung, wenn es keine Berührungspunkte zur Gesellschaft gibt? Vor 50 Jahren hat die Wissenschaft gesagt: „Vertraut uns, wir machen wichtige Forschungsarbeit, die ihr nicht versteht.“ Die Zeiten sind vorbei. Heute haben wir Erklärungsbedarf.

Die ÖAW-Preisfrage schließt an die großen Preisfragen europäischer Wissenschaftsakademien im 17. und 18. Jahrhundert an. Die Akademie von Dijon hat z.B. gefragt, ob Wissenschaft überhaupt gut ist für den Fortschritt der modernen Zivilisation. Der Preisträger Rousseau war skeptisch, er hat den „Urzustand“ des Menschen favorisiert. Die Frage der ÖAW hingegen lautete:  „Lässt sich die Relevanz der Wissenschaft bewerten?“ Dies setzt bereits voraus, dass die Wissenschaft relevant ist und dass unsere Forschung konkrete Ergebnisse bringt.

Sie sagen auch, Relevanz ist nur dann messbar, wenn wir Laien miteinbeziehen. Was meinen Sie damit?

Es gibt verschiedene Formen der gesellschaftlichen Relevanz, weil wir immer darauf achten müssen, wer die Fragen stellt. Ist es die Politik, die Forschung auf ihre praktische Umsetzung und wirtschaftliche Relevanz hin prüfen will? Sind es gesellschaftliche Einrichtungen wie NGOs? Oder ist es die Wissenschaft, die die BürgerInnen in ihre Forschung miteinbezieht?

Wenn die Gesellschaft relevant ist für die Wissenschaft, also im Bereich partizipativer Forschung können wir Relevanz messen. Im Bereich der Innovationsentwicklung gibt es zum Beispiel seit vielen Jahren vielfältige Methoden, um Laien konstruktiv miteinzubeziehen. Ihr Wissen soll die Expertise der Wissenschaft ergänzen. Hier kommt auch die Technikfolgenabschätzung ins Spiel.

Sie gehen dann einen Schritt weiter und sagen, die Wissenschaft hat in unserer Gesellschaft eigentlich zu viel Relevanz. Wird Forschung am Ende überbewertet?

Heute legt die Wissenschaft in hohem Maß unser Weltbild fest. Wir glauben an das Higgs-Boson, aber kaum jemand kann beweisen, dass es da ist. Das ist eigentlich eine Zumutung. Wir erheben jene Erfahrungen, die wir methodisch kontrolliert machen, zu Fakten, die Erfahrungen von Laien werten wir aber zu „Anschauungen“ ab. Dieses Paradox kommt im aktuellen Krieg gegen den Rationalismus zum Ausdruck. Die Anhänger des Kreationismus oder der „Die Erde ist flach“-Bewegung wollen im Grunde eine Wieder-Verzauberung der Welt. Sie wollen weg von diesem Berechenbarkeitsparadigma, egal mit welchen Mitteln. Da hat die Wissenschaft eine Aufgabe.

Die Wissenschaft sollte sich dessen bewusst sein, dass sie vielen Menschen nicht mehr ganz geheuer ist: Sie bestimmt, was als rational gilt und  was wir glauben sollen.

Umgekehrt hat der Laie heute die totale Verantwortung: Er muss ständig mit neuen Informationen umgehen. Wird der Laie da nicht letztlich zum überforderten Hauptdarsteller?

Genau das ist der Punkt: Ständig kommen neue Themen auf uns zu, über die wir uns eine Meinung bilden sollen. Die Wissenschaft ist seit der Nachkriegszeit auf Wachstum programmiert. Wettbewerbe um Forschungsgelder, die Ausdifferenzierung von Disziplinen und Subdisziplinen – es wird langsam unüberschaubar.

Das Problem der gesellschaftlichen Relevanz der Wissenschaft sollten wir ernst nehmen, aber nicht dramatisieren. Relevanz ist bewertbar, aber wenn Wissenschaft und Ratio zu viel Relevanz haben, zu autoritativ auftreten, müssen wir auf einen Rückschlag des Pendels gefasst sein. Oder, wie Rousseau vielleicht sagen würde: Eine durch Rationalisierung strukturierte Welt kann in Gefahr laufen, ihre Authentizität zu verlieren.

Von: Denise Riedlinger

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News Publikationsnews
news-13315 Tue, 09 Apr 2019 13:45:00 +0200 Sicher innovativ bleiben – die EU sucht nach Lösungen http://www.oeaw.ac.at/detail/news/sicher-innovativ-bleiben-die-eu-sucht-nach-loesungen/ Kann das oft risikoreiche Arbeiten mit innovativen Materialien gleichzeitig sicher und umweltfreundlich sein? Die 50. Ausgabe des NanoTrust-Dossiers geht dieser Frage nach. Arbeiten in der EU soll sicher sein. Gleichzeitig braucht es aber die Förderung von Innovation um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Gegensatz? Nicht unbedingt – das Safe-by-Design (SbD) Konzept hat etwa zum Ziel, Sicherheitsfragen schon während der gesamten Entwicklungsphase von neuen Produkten zu berücksichtigen.

Am ITA forscht dazu aktuell das NanoTrust-Team: NanoTrust, ein von André Gazsó bereits 2007 begonnenes Projekt, beschäftigt sich mit der Sicherheit von Nanotechnologien. Die 50. Ausgabe des NanoTrust Dossiers behandelt die möglichst frühe Integration von Sicherheit und Nachhaltigkeit in Innovationsprozesse. Diese ist für Gazsó und seine Kolleginnen Gloria Rose und Anna Pavlicek das Gebot der Stunde: „Beim Innovationsprozess rund um Nanomaterialien geht es oft um wirtschaftliche und Konsuminteressen: können wir eine Folie entwickeln, die Lebensmittel länger haltbar macht? Nanopartikel in Sonnencreme schützen unsere Haut effektiver, aber was passiert, wenn diese Nanopartikel in die Umwelt oder den Abfallstrom gelangen? Durch Safe-by-Design versucht man Risiken durch den Einsatz von sicheren Materialien, Werkzeugen und Techniken stark zu vermindern.“

Erhöhte Arbeitssicherheit, mehr Umweltschutz, finanzielle Einsparungen oder der Schutz menschlicher Gesundheit –  während sich in den unterschiedlichsten Geschäftszweigen bereits eine Reihe von Konzepten mit Fragen rund um das sichere Arbeiten mit innovativen Materialien und Produkten befassen, haben sich nanospezifische SbD-Konzepte noch nicht etabliert und werden deshalb intensiv beforscht.

Von: Denise Riedlinger

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News Projektnews
news-13314 Tue, 09 Apr 2019 13:43:00 +0200 Zwischen Neutralität und Wertbezug http://www.oeaw.ac.at/detail/news/zwischen-neutralitaet-und-wertbezug/ Wie kann die Technikfolgenabschätzung wissenschaftlich und neutral bleiben und gleichzeitig ihre Wertebasis aufrecht erhalten, wenn sich demokratische Systeme verändern? Diese Fragen beantworten ExpertInnen im neuen TATuP-Journal sehr unterschiedlich. Kein Entwicklungsprozess ist zur Gänze neutral. Werte gibt es auch in Wissenschaft und Technik. Besonders deutlich wird das, wenn sich gesellschaftliche Normen ändern und wir aufgefordert sind, Position zu beziehen.

Die Technikfolgenabschätzung soll die aktuelle Technikentwicklung möglichst wertneutral beurteilen. Politik und Gesellschaft sind aber im Wandel, neue Herausforderungen erfordern globaleres Handeln. Hinzu kommt die schwierige Aufgabe, auf Fakten und Forschung beruhende Erkenntnisse abseits von Fake News an die Öffentlichkeit zu vermitteln. Diese Entwicklungen haben nun eine Debatte in der TA-Community angefacht.

Wohin führt der Weg?

Helge Torgersen vom ITA, der die aktuelle Ausgabe gemeinsam mit Linda Nierling (ITAS/KIT) herausgegeben hat, meint dazu: „Selbstverständlich sind Normen und Werte wie demokratische Grundrechte und soziale Verträglichkeit für die TA maßgeblich. Das heißt aber nicht, dass TA Partei ergreifen soll.“

Dieser vorsichtige Ansatz von Torgersen wird nicht von allen geteilt: Unter dem Titel „Normativität in der Technikfolgenabschätzung“ präsentiert die soeben erschienene TATuP-Ausgabe dazu die durchaus kontroversen Standpunkte internationaler ExpertInnen wie Regine Kollek, Armin Grunwald oder Pierre Delvenne.

Von: Denise Riedlinger

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News Publikationsnews
news-13316 Mon, 08 Apr 2019 13:47:00 +0200 Smart Grids - Pilotprojekte unter der Lupe http://www.oeaw.ac.at/detail/news/smart-grids-pilotprojekte-unter-der-lupe/ Weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbarer Energie – aber wie? Ein neues ITA-Dossier beleuchtet europäische Pilotprojekte zu intelligenten Energielösungen. Europa verfolgt auf dem Energiesektor das Ziel, fossile Brennstoffe wie Gas und Kohle durch erneuerbare Energien aus Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft zu ersetzen.  Dazu braucht es aber nicht nur eine neue Infrastruktur – neue Kraftwerke, Netzausbau oder digitale Infrastruktur für Smart Grids –, es sind auch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Produzenten und KonsumentInnen notwendig. Konkrete Ansätze dazu werden zurzeit in ganz Europa im Rahmen von Pilotprojekten entwickelt und getestet.

Das soeben erschienene ITA-Dossier informiert auf nur zwei Seiten kurz und bündig über bisherige Erfahrungen und gibt Empfehlungen für die Umsetzung neuer Energiekonzepte ab. Im Zentrum steht dabei die Komplexität der Faktoren, die einen Einfluss auf den Erfolg und die Wirksamkeit von Smart-Grid-Lösungen haben. Um das Konzept nachhaltig umzusetzen, müssen zuerst einmal die VerbraucherInnen über die Vorteile und Folgen aufgeklärt werden. Ebenso braucht es aber neue Energiespeicherlösungen und das Eingehen auf vorhandene lokale Bedingungen.

Von: Denise Riedlinger

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News Publikationsnews
news-9583 Mon, 20 Aug 2018 16:43:00 +0200 Das Smartphone weiß, wo wir waren http://www.oeaw.ac.at/detail/news/das-smartphone-weiss-wo-wir-waren/ Neue Kurzstudie über die Verwendung unserer Standortdaten und Datenschutz-Richtlinien der Mobilfunkbetreiber gestartet. Dass unsere heiß-geliebten Smartphone Apps die genauen Standortdaten aufzeichnen möchten, ist nicht neu. So lästig die Frage nach der Genehmigung beim Installieren der App und das damit einhergehende Unwohlbefinden, einmal mehr sensible Daten in die Internetwolke hochzuladen, auch sind, wir stimmen in vielen Fällen trotzdem zu. Bei Navigations-Apps wäre das Navigieren beispielsweise ohne unserer aktuellen Position ja auch unmöglich.

Was aber genau sammeln und speichern unsere Mobilfunkbetreiber? Und lassen sich aufgrund unserer Bewegungsprofile direkte Rückschlüsse auf unsere Altagsgewohnheiten ziehen? Ob und wieviel hier erlaubt ist, und wie genau sie es mit der Anonymisierung der NutzerInnendaten nehmen, schaut sich Walter Peissl in der Kurzstudie der Bundesarbeitskammer genauer an: "Die Mobilfunkbetreiber wissen ganz genau, wo ihre KundInnen gerade sind, aber spannend ist herauszufinden, was sie mit den gespeicherten Daten machen. Wir schauen uns an, wie die Praxis ist und ob es eventuell rechtlichen Anpassungsbedarf gibt."

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News OpenTA