Österreichische Akademie der Wissenschaften http://www.oeaw.ac.at de-at Österreichische Akademie der Wissenschaften Tue, 22 Sep 2020 10:06:17 +0100 Tue, 22 Sep 2020 10:06:17 +0100 Typo3 news-15825 Mon, 21 Sep 2020 13:22:36 +0200 Amsterdamska Award http://www.oeaw.ac.at/detail/news/amsterdamska-award/ Wie lernen Maschinen, was ein Mann und was eine Frau ist? Diese Frage stellt Doris Allhutter (ITA) im soeben ausgezeichneten Sammelband „digitalSTS: A Field Guide for Science & Technology Studies“ Kollaborationen haben Nachholbedarf in der Wissenschaft. Oft zählt nur die Leistung Einzelner. Um den Wert interdisziplinärer Zusammenarbeit zu unterstreichen, hat die European Association for the Study of Science and Technology (EASST) 2012 drei Preise für herausragende Leistungen ins Leben gerufen. Einer davon, der Olga Amsterdamska Award für einen editierten Sammelband, wurde im August an die HerausgeberInnen von „digitalSTS: A Field Guide for Science & Technology Studies“ vergeben.

„Es freut mich sehr, dass die Herausgeber*innen Janet Vertesi & David Ribes für ihre Leistungen anerkannt worden sind. Sie haben die Community rund um digitale STS durch zahlreiche Events gefördert. Das Buch ist ein Ausschnitt aus einem Prozess, der bereits ein Jahrzehnt lang stattfindet“, freut sich Doris Allhutter vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Menschen als "Human Components"

In ihrem Beitrag analysiert sie, wie semantische Infrastrukturen aufgebaut werden, die dafür benutzt werden, Künstliche Intelligenz zu „trainieren“. „Es wird hier versucht, automatisch Sinn aus Text und Bild aus dem Internet und anderen Datenquellen zu generieren. Die gesammelten Daten müssen aber erst von menschlichen Arbeitskräften aufbereitet und nutzbar gemacht werden. Die nennt man dann ´High Quality Human Components´.“

Menschen werden so zu einem Teil dieses hybriden Computerprozesses. Sie tragen dazu bei, Klassifikationen zu erstellen und entscheiden z.B. mit, wie Maschinen eine „Frau“ oder einen „Mann“ definieren. Diese Art von Kategorisierung bildet Menschen allerdings oft sehr stereotyp ab. „Damit führt man einerseits das Versprechen der Automatisierung der Wissensgewinnung ad absurdum, andererseits können so erst recht Biases (etwa über Herkunft oder Geschlecht“) in die für Machine Learning verwendeten Onthologien einfließen“, so Allhutter.

Link zum Beitrag

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News Publikationsnews Doris Allhutter
news-15774 Tue, 15 Sep 2020 12:19:26 +0200 Buch: Digitaler Wandel und Ethik http://www.oeaw.ac.at/detail/news/buch-digitaler-wandel-und-ethik/ Wie kann die digitale Transformation zum Wohl der Gesellschaft beitragen? Ein neues Buch versucht diese Frage zu beantworten. Die Digitalisierung unseres Alltags schreitet voran: Algorithmen bestimmen unser Leben im Netz, Fake-News verbreiten sich wie Lauffeuer, Tele-Working ist für viele eine unverzichtbare Einnahmequelle geworden. Damit nicht genug, soziale Medien verändern den politischen Diskurs. Dies hat gesellschaftliche Folgen.

Alexander Bogner und Stefan Strauß vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beleuchten diese in ihrem Beitrag zum soeben erschienenen Band „Digitalisierung und Ethik“, herausgegeben von Markus Hengstschläger und dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung im ecowin Verlag. Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert: „Wissenschaft, Technik und Gesellschaft“, „Künstliche Intelligenz“, „Digitaler Wandel im Gesundheitsbereich“ und „Gestaltung der Zukunft“. Zu Wort kommen in den insgesamt 17 Beiträgen u.a. Sepp Hochreiter, Sarah Spiekermann, Charlotte Stix oder Barbara Prainsack.

„Digitalisierung setzt die liberale Demokratie unter Druck“

„Dieses Buch ist wichtig, weil es Ethik und digitalen Wandel zusammenbringt“, betont Alexander Bogner. „Solang man der Meinung ist, dass Digitalisierung nur nützlichen Fortschritt bedeutet, braucht man keine Ethik. Das ist aber heute nicht mehr der Fall: Digitalisierung gilt nicht mehr ausschließlich als Fortschritt, als Hoffnung auf ein neues, besseres Kommunikationszeitalter, als Hoffnung auf Demokratisierung. Heute nehmen die Ängste zu – die Angst vor der Monopolmacht der großen Konzerne; die Angst vor der Macht der Algorithmen, die unsere Informationsauswahl und damit die Wahrnehmung der Welt steuern; die Angst vor einem Überwachungskapitalismus, der unsere Privatsphäre bedroht.“

In ihrem Beitrag gehen Bogner und Strauß auf die demokratischen Herausforderungen ein, die der digitale Wandel mit sich bringt. „Wir können aktuell beobachten, dass Digitalisierung und soziale Medien in demokratiepolitischer Hinsicht echte Herausforderungen darstellen. Die Gefahr besteht darin, dass eine unmoderierte, unvermittelte Form politischer Kommunikation dem Populismus in die Hände spielt, weil eine echte, pluralistische Debatte fehlt, in der sich die verschiedenen Positionen wirklich aufeinander beziehen müssen.“

Einen Überblick samt Leseprobe und einen Link zum Erwerb des E-Books gibt es hier

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News Publikationsnews
news-15575 Thu, 03 Sep 2020 11:22:00 +0200 Interview: Neutrale Wissenschaft trotz Fake News? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/interview-neutrale-wissenschaft-trotz-fake-news/ Helge Torgersen geht gemeinsam mit Linda Nierling in einem neuen Buch der Frage nach, wie Technikfolgenabschätzung in Zeiten von Missinformation und Fake News gleichzeitig neutral bleiben und demokratische Strukturen stärken kann. Helge Torgersen, der bis 2019 am Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) tätig war, und Linda Nierling (Karlsruher Institut für Technologie – ITAS-KIT) sind Herausgeber des Buches „Die neutrale Normativität der Technikfolgenabschätzung“, erschienen im Juli 2020 im Nomos Verlag.

Herr Dr. Torgersen, wie Expert*innen im Zusammenspiel mit der Politik in Zeiten von Fake News und Halbwahrheiten neutral bleiben sollen, beschäftigt nicht nur die europäische wissenschaftliche Community. Gerade jetzt im Zusammenhang mit der Coronakrise oder auch mit großen gesellschaftlichen Fragen wie dem Klimawandel und der Digitalisierung wird klar, wie wichtig es ist, dass Politik und Wissenschaft sinnvoll interagieren. Dabei geht es aber nicht nur um Wissen, sondern auch um Werte. Daher brennt die Frage, welche Werte die Technikfolgenabschätzung vertreten soll, doch mehr denn je.

Helge Torgersen: Die Frage spitzte sich bereits auf der ITA-Konferenz 2018 zu, als der belgische Politologe Pierre Delvenne die Neutralität von Technikfolgenabschätzung (TA) in Frage stellte. TA solle endlich „Farbe“ bekennen als Instrument einer liberalen, aufgeklärten und nach sozialer Gerechtigkeit strebenden parlamentarischen Demokratie. Da müssen wir uns fragen, ob das auch in anderen Ländern möglich ist, die eine solche Tradition nicht haben.

Bei der Technikfolgenabschätzung geht es ja eigentlich darum, dass Expert*innen die gesellschaftlichen Folgen einer Technologie untersuchen, und dieses Wissen der Politik zur Verfügung stellen. Soll die Politik dann damit machen, was sie will, ist TA also nur eine unbeteiligte „Zubringerin“ von Fakten?

Helge Torgersen: Die meisten in der TA Community sind sich einig, dass das zu wenig ist, denn TA zieht in ihrer Arbeit immer auch das Gemeinwohl in Betracht. Das kann aber in unterschiedlichen Zusammenhängen jeweils etwas anderes bedeuten. Außerdem, wenn TA auch global funktionieren soll, muss sie sich den nationalen Bedingungen anpassen, aber gleichzeitig die jeweiligen gesellschaftlichen Interessen nicht aus den Augen verlieren. Im Buch haben wir dazu einen spannenden Beitrag von indischen Forscher*innen, der sehr gut beschreibt, wie komplex TA wird, wenn eine Vielzahl an Wertevorstellungen innerhalb einer Gesellschaft vorhanden sind. In Indien etwa, wie in anderen Teilen der Welt, war Wissenschaft lange in der Hand kolonial beeinflusster kultureller Eliten und wurde als etwas den Vorstellungen traditionell geprägter gesellschaftlicher Kreise Entgegengesetztes betrachtet. Wie können also Wirtschaft und Gesellschaft vom technischen Fortschritt profitieren, wenn innerhalb eines Landes so große ökonomische, soziale und moralische Unterschiede existieren?

Ist die TA damit ein „Werte-Watchdog“?

Helge Torgersen: Die Beschäftigung mit Werten ist Sache der Ethik, und Ethik spielt ganz sicher eine Rolle, wenn wir die Folgen von Technologien analysieren. Meist fallen einem dabei Reproduktionstechnologien ein, aber auch alle Biotechnologien, also alles, was mit dem Versuch zu tun hat, Leben zu beeinflussen. Nicht alle Technologien berühren aber Wertfragen in gleicher Weise. Elektroden für Brennstoffzellen zum Beispiel rufen weniger heftige Gefühle hervor. Aber auch im Zusammenhang mit der Digitalisierung gibt es viele ethische Fragen, etwa um den Schutz der Privatsphäre, um Datenschutz allgemein oder auch um Arbeitsverhältnisse.

Kann Technikfolgenabschätzung hier überhaupt neutral bleiben?

Helge Torgersen: Das Konzept der „verantwortungsvollen Forschung und Innovation“ (RRI), das der TA ja sehr nahe steht, verneint das tendenziell. Auch eine Forschung, die partizipative Aspekte mit einbezieht, das heißt, die eine Gruppe von Bürger*innen fragt, wie sie bestimmte technische Entwicklungen gestalten würden, kann das nicht, da die Interessen der Gruppe ja in die Forschungsergebnisse einfließen. Was die TA sehr wohl kann ist, den derzeitigen Wissensstand zu beschreiben. Das ITA hat dies zuletzt etwa in der Studie zu „5G und Gesundheit“ für das österreichische Parlament getan. Dabei wurde beschrieben, was wir über die Folgen von Mobilfunkstrahlung wissen – und vor allem, was wir nicht wissen. Die Autor*innen haben der Politik außerdem Wege aufgezeigt, wie mit diesem Nicht-Wissen umgegangen werden kann. Die Technikfolgenabschätzung kann den parlamentarischen Prozess also auf mehrere Arten unterstützen, wesentlich dabei ist aber, den Prinzipien treu zu bleiben, auf denen sie aufbaut – nämlich denen einer liberalen, aufgeklärten und nach sozialer Gerechtigkeit strebenden Demokratie.   (DR)

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News Publikationsnews OpenTA
news-15423 Tue, 04 Aug 2020 12:23:35 +0200 Wer kontrolliert die Energie? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/wer-kontrolliert-die-energie/ Lücken bei der Umsetzung von Smart Grid Lösungen analysieren Michael Ornetzeder und Tanja Sinozic im aktuellen TATuP-Magazin. 5G in Österreich diskutieren Karen Kastenhofer und Michael Nentwich. Um Nahrungsmittelsicherheit geht es im Editorial von Mahshid Sotoudeh. In der Juli-Ausgabe von TATuP, der internationalen Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung, unterziehen Tanja Sinozic und Michael Ornetzeder vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in ihrem Artikel ihre Erfahrungen mit dem Salzburger Wohnbau-Pilotprojekt "Rosa Zukunft" einer kritischen Analyse. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit Sektorkopplung funktionieren kann, wenn es auf der legislativen und regulatorischen Ebene noch mehr Erfahrung braucht, um Defizite bereits frühzeitig ausgleichen zu können. Ornetzeder ist außerdem Mitherausgeber des Special Topics “Converging Infrastructures: Amplified Socio-Technical Problems“.

Saubere Energie für die Rosa Zukunft

"Sektorkopplung, also die Integration verschiedener Sektoren zur Steigerung der Produktion erneuerbarer Energien, gilt auf politischer Ebene als wünschenswert, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Für eine erfolgreiche Umsetzung muss es uns aber gelingen, Bauträger, Industrie und die Nutzer*innen zu Hause durch eine klare Kommunikation und eine effiziente Strategie zu überzeugen. Das Land Salzburg versucht dies in der Wohnsiedlung "Rosa Zukunft" u.a. durch den Einsatz von Fotovoltaik, Elektromobilität oder etwa Energie-Monitoring. Dabei kam es in der Anfangsphase aber zu Missverständnissen: Manche Bewohner*innen verloren den Überblick, woher nun der Strom kam, und wen sie überhaupt bezahlten. Dies zeigt, dass Transparenz und Kommunikation ebenso wichtig sind wie der politische Wille und eine funktionierende Infrastruktur", erläutert Ornetzeder.

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Sicherheit am Lebensmittelsektor

In einer globalisierten Welt ist der Weg von Lebensmitteln zwischen Produktion und Konsument*innen nicht immer nachvollziehbar, argumentiert Mashid Sotoudeh in ihrem Beitrag zum Thema Nahrungsmittelsicherheit. Digitale Mechanismen wie Online-Handel seien aus Datenschutzperspektive ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Für Sotoudeh braucht es daher eine neue Vertrauensstruktur zwischen jenen Akteuren, die für die Qualität der Produkte und die Datensicherheit verantwortlich sind.

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5G und Gesundheit

Schadet 5G unserer Gesundheit? Karen Kastenhofer und Michael Nentwich stellen ihre aktuellen ITA-Studie für das Österreichische Parlament zum Thema „5G und Gesundheit“ vor, und fragen weiter, welche Rolle der Technikfolgenabschätzung innerhalb dieser europaweiten Entwicklung zukommt. „Inwieweit 5G uns schadet oder nützt ist noch nicht ausreichend erforscht“, so Kastenhofer. Es wäre also gut, mit Bedacht weiter zu gehen und Vorsorgeprinzipien wie Grenzwerte rechtzeitig zu berücksichtigen.

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News Publikationsnews TA-Weltweit OpenTA Michael Ornetzeder Tanja Sinozic Mahshid Sotoudeh Karen Kastenhofer Michael Nentwich
news-15384 Mon, 27 Jul 2020 11:30:26 +0200 Neues ITA-Dossier: "E-Fahrzeuge in Wiener Flotten" http://www.oeaw.ac.at/detail/news/neues-ita-dossier-e-fahrzeuge-in-wiener-flotten/ Elektrisch betriebene Fahrzeuge gelten als Zukunft des Automobils. Trotzdem gibt es in Wien nur wenig E-Flotten. Warum Betreiber zögern, und was es an Infrastruktur braucht, erklärt das neue ITA-Dossier. Fahrzeugflotten gelten als aussichtsreiche Marktnische für die Einführung der umweltfreundlichen Elektromobilität. In Wien gibt es bislang jedoch nur wenige Beispiele für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge im Bereich der öffentlichen und betrieblichen Flotten.

2014 beschloss die Stadt Wien eine umfassende Smart-City-Wien-Rahmenstrategie, die bereits die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten und den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur anspricht. Trotz wirtschaftlich günstiger Rahmenbedingungen blieb die Verbreitung von E-Fahrzeugen in diesem Bereich jedoch weit hinter den politischen Erwartungen zurück.

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News Publikationsnews OpenTA Steffen Bettin Michael Ornetzeder Anna Pavlicek
news-15272 Thu, 02 Jul 2020 13:53:49 +0200 Zum Nachhören: Wissen in der Corona-Krise http://www.oeaw.ac.at/detail/news/zum-nachhoeren-wissen-in-der-corona-krise/ „Die Erwartungen der Menschen an die Wissenschaft sind so hoch wie nie.“ Diskussion mit Karen Kastenhofer (ÖAW-ITA), Sylvia Knapp (Med Uni Wien), Klaus Schuch (ZSI) Das Corona-Virus hat unseren Alltag vollkommen verändert. Vom Home-Schooling über Besuchsverbot im Pflegeheim bis zur Kurzarbeit musste sich die gesamte Bevölkerung auf verschiedene Weise einschränken. Um an Stabilität wiederzugewinnen, haben sich die Gesellschaft und die Politik so stark an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert wie selten zuvor. „Dadurch ist auch die Erwartung extrem gestiegen“, betont Karen Kastenhofer, die am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die Auswirkungen neu aufstrebender Technologien auf die Gesellschaft erforscht.

Gemeinsam mit Sylvia Knapp (Professorin für Infektionsbiologie an der Medizinischen Universität Wien) und Klaus Schuch (wissenschaftlicher Leiter am Zentrum für Soziale Innovation) hat Kastenhofer im Club Research am 18. Juni „Eine "neue Normalität" für Wissenschaft und Forschung?“ diskutiert. Mit dabei war erstmals in der Geschichte des Clubs auch ein virtuelles Publikum, das Gespräch zum Nachhören gibt es hier.

„Es ist plötzlich in Ordnung, etwas nicht zu wissen“

„Kaum je zuvor stand die Wissenschaft so im Rampenlicht der Öffentlichkeit, kaum zuvor bekam die Wissenschaft auch so einen Vertrauensvorschuss.“, betont Club-Leiter und Moderator Johannes Steiner. Wie sieht die neue Normalität also im Wissenschaftsalltag aus?“

Für Kastenhofer tun sich hier neue Möglichkeiten auf: „Es ist plötzlich in Ordnung, Nicht-Wissen öffentlich zu diskutieren. Das finde ich sehr positiv und eine gute Lernmöglichkeit. Wir erleben, dass die Corona-Krise unterschiedliche Disziplinen wie z.B. die Medizin aber auch die Sozialwissenschaften mobilisiert. Ich sehe die Rolle der Technikfolgenabschätzung gerade jetzt darin, als Vermittlerin zwischen wissenschaftlichen Einzeldisziplinen, Politik und Gesellschaft für Ausgewogenheit und eine umfassende Aufbereitung der Ergebnisse zu sorgen, damit wir nicht immer nur einigen wenigen zuhören, sondern eine Vielfalt an qualifizierten Ergebnissen integrieren.“

„Ich finde es unheimlich wichtig, dass wir eine gute Verbindung zwischen Wissenschaft, Evidenz und Politik hergestellt haben. Das ist in der Corona-Krise gelungen, und dadurch entsteht auch mehr Verständnis in der Bevölkerung.“, meint Klaus Schuch. Jetzt müsse man natürlich aufpassen, dass Budgets für notwendige Forschungsarbeit weiter aufrecht erhalten werden. Sylvia Knapp ergänzt: „Ich freue mich, dass sich die Menschen und die Medien auf eine so produktive Art mit Wissen beschäftigt haben. Allein dass heute jede und jeder weiß, was eine Reproduktionszahl ist, ist eine Errungenschaft.“ Expert*innen seien ihrerseits gefordert, innerhalb ihrer Disziplinen zum Verständnis wissenschaftlicher Aussagen beizutragen, denn „es sind nun einmal nicht alle Virolog*innen“, so Knapp.

Von einer virologischen in eine ökonomische Phase

Für Karen Kastenhofer ist es verständlich, dass sich die Suche nach schnellen Lösungen mittlerweile zu einer kritischen Auseinandersetzung entwickelt hat. Ging es in der „heißen“ Phase vorwiegend um epidemiologische und virologische Aspekte, rücken nun auch andere Fragen in den Mittelpunkt, etwa nach sozialer Gerechtigkeit oder wirtschaftlicher Tragfähigkeit. „Am Anfang ging es darum, Leib und Leben zu retten. Jetzt wird unser Blick wieder weiter und wir beginnen zu fragen, wie das neue System funktionieren kann. Das ist eine gesunde, demokratische Reaktion.“ Auch Entscheidungsträger*innen müssten jetzt innehalten und sich mit gangbaren Wegen für eine Zukunft mit Corona beschäftigen.

„Die Naturwissenschaften genießen einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung“, ergänzt Klaus Schuch. „Aber auch die Ökonomie und die Sozialwissenschaften haben sich in der Krise bewährt. Da geht es um Gewaltforschung, Bildung, neue Arbeitsformen etc. Das sollten wir so fortsetzen. Die Politik muss die Wissenschaft aber auch dazu ermächtigen, neue Wege zu finden. Das gilt nicht nur für die Biotechnologie, sondern auch für die Sozialwissenschaften“, betont er. (DR)

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News Eventnews OpenTA Karen Kastenhofer
news-15165 Tue, 16 Jun 2020 14:24:05 +0200 Künstliche Intelligenz: Teilweise hohes Risiko für Start-ups http://www.oeaw.ac.at/detail/news/kuenstliche-intelligenz-teilweise-hohes-risiko-fuer-start-ups/ Tanja Sinozic vom ITA sucht nach Methoden, um Chancen und Risiken sichtbar zu machen. Künstliche Intelligenz (KI) ist eine der vielversprechendsten Technologieentwicklungen der Gegenwart. Das hat dazu geführt, dass auch die Zahl der Start-ups, in denen KI eine wichtige Rolle spielt, gestiegen ist. Da es noch kaum Erfahrungen mit dem Einsatz von maschinellem Lernen gibt, ist auch über die möglichen Auswirkungen auf Politik, Gesellschaft und für Start-ups selber noch wenig bekannt. Das kann gerade für junge Unternehmen, die auf KI setzen, zum Risiko werden.

In einem neuen Projekt, das die FFG unterstützt, sucht das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nach Methoden, um die Auswirkungen von KI in Start-ups besser einschätzbar zu machen.

Self-Assessment Tool

“Unser Ziel ist es, die Machbarkeit der Entwicklung eines Self-Assessment Tools zu testen. Damit sollen Start-ups die Möglichkeit bekommen, soziale, wirtschaftliche, politische, rechtliche und ethische Auswirkungen von neuen KI-Produkten zu identifizieren und Risiken zu antizipieren”, sagt Tanja Sinozic, die das Projekt leitet.

Mit an Bord im Projekt ist auch das Start-up Prewave, das sich auf die Analyse und Vorhersage von Lieferkettenengpässen anhand von Daten aus sozialen Medien und klassischen Medien spezialisiert hat. “Es gibt Interesse an solchen Tools unter den KI-Start-ups. Um gute Mitarbeiter/innen und Fördermittel zu finden, müssen Unternehmen Verantwortung zeigen. Schnell nach vorne preschen und nicht über Konsequenzen nachzudenken reicht heute nicht mehr aus. Ein Start-up, das negativ in den Medien auffällt, kommt schnell in Schwierigkeiten. Auch die EU steht hinter dem Konzept, dass KI mit bestimmten Werten in Einklang gebracht werden muss”, sagt Sinozic.

Am Ende sollen die Unternehmen ein Werkzeug an die Hand bekommen, das mögliche Auswirkungen für die Zukunft abschätzbar macht. “Wir möchten ein Verfahren entwickeln, das für eine kleine Firma mit wenigen Ressourcen nutzbar ist. Die Ergebnisse sollten für die Firma nützlich sein, um ethische Überlegungen sichtbar zu machen, während sie mit ihrem Produkt höchst wettbewerbsfähig bleiben. Wichtig ist vor allem, dass es ein dynamisches Tool ist, das auch an das Wachstum des Unternehmens angepasst werden kann. Wir wollen an die Verantwortung der Unternehmen und eine ehrliche Selbsteinschätzung appellieren. Gleichzeitig soll das Tool dabei helfen, Unsicherheiten aufzudecken, die Merkmale aller Technologien sind”, sagt Sinozic.

Vertrauen in künstliche Intelligenz fehlt

Derzeit ist das Vertrauen in der Bevölkerung gegenüber KI-Systemen nicht sehr groß. “Das liegt zum Teil daran, dass wir die Auswirkungen von neuen Technologien, die wir nicht vollständig verstehen, fürchten. KI-Technologien können, wie allen Technologien, von denen vorhergesagt wird, dass sie transformativ werden, langfristig einen enormen Einfluss auf die Umwelt, das Sozialsystem und die Wirtschaft haben”, sagt Sinozic. Welche Start-ups das Tool am Ende nutzen werden, ist derzeit offen, denn: “Wir wollen das Tool möglichst vielfältig gestalten, damit viele KI-Start-ups in Österreich darauf zugreifen können”. (red)

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News Projektnews OpenTA Tanja Sinozic
news-15118 Thu, 04 Jun 2020 14:38:31 +0200 Vorsorge als Mühlstein für die Innovation? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/vorsorge-als-muehlstein-fuer-die-innovation/ KI, Nano und Co: Neuer RECIPES Bericht beleuchtet Verhältnis von Innovation und Vorsorge Was sind die besten Strategien, um mit den ungewissen Risiken der neuen Technologie umzugehen? Das Vorsorgeprinzip erlaubt es Entscheidungsträger*innen, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, auch wenn noch wissenschaftliche Unsicherheiten über die Auswirkungen neuer Technologien oder Produkte auf Umwelt und Gesundheit bestehen.

Dies wirft schwierige Fragen auf: Wo ziehen wir die Grenze zwischen ausreichendem Schutz und übermäßiger Vorsicht? Ist das Vorsorgeprinzip ein Hindernis für Fortschritt und Innovation oder eine geeignete Möglichkeit, Risiken zu managen und auf sicherere und nachhaltigere Alternativen zu drängen? Können Vorsorge und Innovation sich sogar gegenseitig verstärken?

Was es bringt

In einem aktuellen Bericht des internationalen Forschungsprojekts RECIPES wird "Die Wirkung des Vorsorgeprinzips in den Jahren von 2000 bis 2019" untersucht.  Der Bericht, herausgegeben von der Universität Maastricht, enthält sowohl eine Bestandsaufnahme der Art und Weise, wie das Vorsorgeprinzip angewandt wurde, als auch eine Reflexion über seine Vorteile und Grenzen. Die Ergebnisse des Berichts wurden in einem Policy Brief zusammengefasst.

In Ergänzung zu diesem Bericht analysieren die Konsortialpartner derzeit die Anwendung des Vorsorgeprinzips in neun Fallstudien in ausgewählten Politikbereichen. Das ITA ist für die Ausarbeitung der Fallstudie zum Thema Nanotechnologie zuständig.

Vorsorge bei Nanomaterialien

André Gazsò, Nano-Experte am ITA, meint dazu: „Nanomaterialien finden sich bereits in Textilien, neuen Kunststoffe, Leichtbauelementen im Automobilsektor, oder in der Oberflächenveredelung. Wir schauen uns Aspekte des Konsumentenschutzes ebenso an wie die Produktsicherheit oder Sicherheitsaspekte am Arbeitsplatz.“

Nanomaterialien sind für Gazsò ein ideales Beispiel: „Österreich und die EU sind hier von Anfang an bereit gewesen, Sicherheit und Nachhaltigkeit in Verbindung mit Innovation zu bringen. Österreich hat bereits 2010 einen Aktionsplan für den sicheren Umgang mit Nanomaterialien und Nanotechnologien formuliert, dessen Empfehlungen bis heute umgesetzt werden. So stellen wir sicher, dass trotz bestehender Ungewissheiten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen gesetzt werden können. Dabei ist es essentiell,  Expert*innen aus allen wesentlichen Bereichen für die Beurteilung des möglichen Verhaltens von Nanomaterialien zu beteiligen.“ (DR)

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News Projektnews OpenTA Personen Anna Pavlicek Gloria Rose André Gazsó
news-15073 Wed, 27 May 2020 14:17:54 +0200 Parlament und Technikfolgen-Abschätzung http://www.oeaw.ac.at/detail/news/parlament-und-technikfolgen-abschaetzung/ Aktueller Report zu Zukunftsthemen jetzt abrufbar – ITA und AIT beraten Parlament um weitere zwei Jahre Smart Spaces, Metalinsen oder künstliche Intelligenz in der Diagnose – das sind nur einige der insgesamt zehn neuen Themen, die das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der ÖAW und das AIT Austrian Institute of Technology dem Parlament in ihrem aktuellen Monitoring-Report vorstellen.

„Es ist unser insgesamt sechster Bericht. Diese Themen schlagen wir den Abgeordneten zur Diskussion vor und sind schon gespannt, welche davon für eine neue Studie in die engere Wahl kommen“, betont Michael Nentwich, Leiter des ITA. Zuletzt hatte das Parlament auf Basis des Monitorings die Studie zum Thema „5G-Mobilfunk und Gesundheit“ in Auftrag gegeben. Der Endbericht wurde im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt.

Beratung geht in die nächste Runde

„Ich freue mich auch, dass der Rahmenvertrag um weitere zwei Jahre verlängert wurde. Damit folgt Österreich dem Beispiel anderer Länder nach, die sich ebenfalls von Technikfolgenabschätzungs-Einrichtungen beraten lassen“, meint Nentwich weiter. Ab sofort werden übrigens alle Berichte barrierefrei auf der Website des Parlaments zur Verfügung gestellt. (DR)

Links

Die aktuelle Version des Reports "Foresight und Technikfolgenabschätzung: Monitoring von Zukunftsthemen für das Österreichische Parlament" können Sie hier einsehen.

Alles über die Zusammenarbeit zwischen Parlament, AIT und ITA erfahren sie hier

Die beiden bisher abgeschlossenen Studien zu „5G und Gesundheit“ sowie „Zwischenspeicher für elektrische Energie“ können Sie hier abrufen

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News Projektnews OpenTA Walter Peissl Michael Nentwich
news-14980 Thu, 14 May 2020 11:05:39 +0200 E-Autos: Warum Wiener Flottenbetreiber zögern http://www.oeaw.ac.at/detail/news/e-autos-warum-wiener-flottenbetreiber-zoegern/ Nur zwei Prozent aller gewerblichen Fahrzeuge in Wien sind E-Autos. Eine neue ITA-Studie beleuchtet positive und negative Erfahrungen und bietet Empfehlungen für eine erfolgreiche Verbreitung. Pro Jahr werden in Wien bis zu 60.000 gewerblich genutzte Pkw und bis zu 8.000 Kleintransporter neu zugelassen. Davon sind allerdings nur knapp 2 Prozent elektrisch betriebene Fahrzeuge. Dabei wären die Rahmenbedingungen nach Jahren der Vorbereitung in Wien mittlerweile sehr günstig, betont Michael Ornetzeder, Energieexperte am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der ÖAW: „Es gibt Förderungen, die Kosten sind konkurrenzfähig und die Zahl an Ladestationen wächst beständig“. Den Hauptgrund für die langsame Entwicklung sieht er in der Komplexität dieser Umstellung:

“Man tauscht hier nicht nur die Fahrzeuge aus, wir sprechen von einem ganzen System, das sich gerade in Entwicklung befindet: Es braucht dafür Hersteller, die Fahrzeuge und Ersatzteile liefern, Mechaniker die auf E-Autos spezialisiert sind, die Ladeinfrastruktur muss stimmen – all diese Gegebenheiten finden wir in Wien bereits, das kann man weiter ausbauen.“ Auch das regulatorische Umfeld spiele eine Rolle: Zufahrtserleichterungen oder Gratisparkplätze wären ein Anreiz.

Gute Kommunikation als Schlüssel

Die Umstellung auf elektrisch betriebene Fahrzeuge muss im Unternehmen auch gut kommuniziert werden. „Den Firmenbetreiber*innen fehlt häufig noch Information um zu sagen, diese Variante zahlt sich für mein Unternehmen finanziell aus, und auch die Umwelt profitiert davon.“, so Ornetzeder.

Für die durch eine Forschungsförderung der Stadt Wien erstellte Studie wurden drei Unternehmen befragt, die bereits seit längerem elektrische Fahrzeuge benutzen: Die Österreichische Post, der ÖAMTC sowie der TÜV Austria. Koautorin Anna Pavlicek (ITA) betont: „Immer wieder Thema bei E-Autos ist die Reichweite. Dabei ist es für ein Unternehmen wie die Post, das Routen im Vorhinein relativ genau planen kann, kein Risiko mehr, Wege mit E-Autos zurück zu legen.“ Bei ÖAMTC und TÜV gebe es naturgemäß Interesse, die Funktionalität und Verlässlichkeit von E-Autos selbst zu prüfen.

Frauen sorgen für Umstieg

Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass der Umstieg auf E-Autos in Betrieben oft vom Engagement Einzelner abhängt. Studienkoautor Steffen Bettin sieht dafür unterschiedliche Motive: „Für die einen steht der Umweltaspekt im Vordergrund, andere bevorzugen den Fahrkomfort von E-Autos oder sie sehen darin einen Mehrwert für das Image der Firma.“ Außerdem zeigte sich bei den Interviews in Wiener Unternehmen, dass das Thema Gender eine besondere Rolle zu spielen scheint. „Hier gibt es eine Gruppe von untereinander vernetzten Frauen, die treibende Kraft sind. Ein spannendes Thema, das in Zukunft weiter untersucht gehört.“ (DR)

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News Publikationsnews Projektnews OpenTA Steffen Bettin Michael Ornetzeder Anna Pavlicek
news-14909 Mon, 04 May 2020 12:56:49 +0200 Der Körper als Schlüssel http://www.oeaw.ac.at/ita/projekte/der-koerper-als-schluessel-biometrische-methoden-fuer-konsumentinnen/ Gesichtserkennung, Spracherkennung, Fingerabdruck – der menschliche Körper ist zur Datenquelle geworden. Was bedeutet das für die Privatsphäre? Wie hoch ist die Akzeptanz unter Konsument*innen für diese Entwicklung? News Projektnews OpenTA news-14908 Mon, 04 May 2020 12:36:31 +0200 Wenn die Heizung Daten trackt http://www.oeaw.ac.at/ita/projekte/digitalisierung-und-internet-of-things-fuer-waermepumpen/ Ein neues ITA-Projekt untersucht Datenschutz-Aspekte beim Einsatz und der Vernetzung von Wärmepumpen in Privathaushalten. News Projektnews news-14859 Thu, 16 Apr 2020 14:19:31 +0200 Wenn Algorithmen für uns entscheiden http://www.oeaw.ac.at/detail/news/wenn-algorithmen-fuer-uns-entscheiden/ Im Auftrag der Stiftung TA-SWISS untersuchten die Universität Zürich und die Empa gemeinsam mit dem ITA Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz. Für Ko-Autor Johann Čas vom ITA sind Transparenz und die Einhaltung der Grundrechte entscheidend. „Wenn wir etwa beim Arzt oder im Studium mit künstlicher Intelligenz konfrontiert sind, dann sollten wir darüber auch klar informiert werden“, ist Johann Čas, Projektleiter am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, überzeugt. Die im Auftrag der Schweizer Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung (TA SWISS) erstellte Studie „Wenn Algorithmen für uns entscheiden“ wurde am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz präsentiert. Darin heißt es u.a.: „Bürgerinnen, Konsumenten und Arbeitnehmende sollen im Umgang mit Staat, Unternehmen oder ihrem Arbeitgeber so transparent wie möglich über den Einsatz von KI informiert sein.“

Und wie geht das?

Die Studie konzentriert sich auf die Anwendungsbereiche Arbeit, Bildung und Forschung, Konsum, Medien und Verwaltung. Wo kann KI menschliche Entscheidungen unterstützen? Kann sie diese gar ersetzen? „KI darf nie ein Ersatz für das menschliche Urteilsvermögen sein“, ist sich Čas sicher. Er forscht am ITA vorrangig zu ethischen Aspekten neuer Technologien. „Ethik im Zusammenhang mit KI bedeutet etwa, dafür zu sorgen, dass niemand durch KI diskriminiert wird. Eine öffentliche Debatte gab es in Österreich zuletzt etwa im Zusammenhang mit dem AMS-Algorithmus. Auch private Personalvermittlungen und Unternehmen verwenden bereits KI, wenn es darum geht, passende Kandidaten für eine Stelle zu ermitteln.“

Wie lässt sich also für ausreichend Transparenz sorgen? „Zunächst einmal müssen Kund*innen, Patient*innen und andere Gruppen das Recht und die Möglichkeit haben, ihre Daten einzusehen und bei Bedarf entsprechend zu korrigieren. Sie sollten auch ein Recht darauf haben, von KI getroffene Entscheidungen zu beanspruchen“, ist Čas überzeugt.

KI als Job-Killer?

Den vielfach gefürchteten Einsatz von KI für die Arbeitswelt sehen die Expert*innen auch als Chance: Die durch KI möglichen Produktivitätsgewinne könnten genutzt werden, um Arbeitszeiten zu verkürzen und um Arbeit und damit verbundene Einkommen gerechter zu verteilen; durch neue Dienstleistungen und Produkte könnten auch neue Arbeitsfelder erschlossen werden. Vorsicht ist gefragt, wenn es um den Einsatz in den Medien geht: KI wird zum Beispiel bereits zur Erstellung und Verbreitung von Fake-News verwendet, Medien und Staat hätten darum auch die Aufgabe, Fake-News zu identifizieren und zu widerlegen. (DR)

Die Studie ist hier als Open Access eBook abrufbar:
Wenn Algorithmen für uns entscheiden: Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz

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News Publikationsnews Projektnews OpenTA Johann Čas
news-14855 Thu, 16 Apr 2020 10:43:31 +0200 5 Fragen an Denise Riedlinger (Wissenschafts- kommunikatorin, ITA/ÖAW) https://www.youtube.com/watch?v=7KrBoZZaQys&fbclid=IwAR0F3rKugus7JR9b0CGWrlwOTP9g0tgcX7t82CPrHeVQDko5QD1mUqXLvrk Technik und ihre Folgen gehen uns alle an. Wie vermittelt man komplexe Antworten am besten, und was wissen wir wirklich über Nanomaterialien? News TA-Weltweit OpenTA Denise Riedlinger news-14771 Wed, 15 Apr 2020 11:22:00 +0200 Neuer Termin http://www.oeaw.ac.at/detail/news/neuer-termin/ Die nächste Jahreskonferenz des ITA findet nun im Mai 2021 statt. Die für Juni geplante TA20 fällt dieses Jahr aus. Die 20. Ausgabe unserer jährlichen TA-Konferenz zum Thema "Digital, direkt, demokratisch? – Technikfolgenabschätzung und die Zukunft der Demokratie" wollten wir diesen Juni im Kuppelsaal der TU Wien gemeinsam mit dem Netzwerk Technikfolgenabschätzung (einer Community aus deutschsprachigen TA-Expert*innen) kräftig feiern.

Aufgrund der Coronakrise hat sich das ITA-Team aber nun im Einvernehmen mit dem Netzwerk TA entschlossen, die geplante Konferenz dieses Jahr nicht stattfinden zu lassen. Der neue Termin für die TA21 ist:

10.-12. Mai 2021

Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Mit lieben Grüßen,
das ITA-Team

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news-14772 Thu, 26 Mar 2020 12:39:13 +0100 TA für Österreichische KI-Startups http://www.oeaw.ac.at/ita/projekte/kuenstliche-intelligenz-ta-in-oesterreichischen-ki-startups/ Viele Startups entwickeln Technologien und Produkte, die auf Methoden der Künstlichen Intelligenz basieren. Oft fehlt aber das Know-How um die Folgen abzuschätzen. Dieses Projekt ist der Versuch, einen Prototyp für ein Self-Asessment-Tool zu entwickeln. News ITA-Intern Projektnews OpenTA Steffen Bettin Titus Udrea Tanja Sinozic news-14776 Thu, 26 Mar 2020 08:53:00 +0100 Die TA im Homeoffice http://www.oeaw.ac.at/detail/news/die-ta-im-homeoffice/ Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie braucht es Technikfolgenabschätzung mehr denn je. Das ITA forscht weiter

Das ITA-Team ist weiter aktiv, wenn auch im Homeoffice. Unsere Projekte laufen, neue beginnen (z.B. das Projekt TA für KI-Startups) und wir loten weitere Themen für die Technikfolgenabschätzung aus. Dennoch ist nichts so, wie es noch vor zwei Wochen war: Das Coronavirus bedeutet einen tiefen Einschnitt in unseren Alltag, auch in der Forschung: Einerseits ist für viele der ITA-Mitarbeiter*innen die aktuelle Belastung als Eltern oder für pflegebedürftige Angehörige sowie im Job eine besondere Herausforderung. Andererseits fallen reihenweise geplante Termine aus: Die Vorbereitungen für die Lange Nacht der Forschung wurden abgebrochen. Die monatliche ITA-Seminarreihe mit spannenden Expert*innen musste unterbrochen werden. Die 20. Ausgabe unserer jährlichen TA-Konferenz wollten wir diesen Juni im Kuppelsaal der TU Wien gemeinsam mit dem Netzwerk TA (einer Community aus deutschsprachigen TA-Expert*innen) kräftig feiern. Die Konferenz wurde nun auf Mai 2021 verlegt. Aber wir forschen weiter – weil die Abschätzung von Technikfolgen auch in Zeiten einer Pandemie wichtig und notwendig ist.

Und was kommt danach?

Auch wenn wir selbstverständlich an unseren laufenden Projekten weiterarbeiten, zeichnet sich ab, dass in der Post-Corona Ära neue Themen auf der Agenda stehen werden. Es besteht eine gute Chance, dass die außergewöhnlichen Umstände, in denen wir uns derzeit wiederfinden, eine Wende bringen könnten. Wir können nun zum Beispiel Auswirkungen der Verkehrsreduktion beobachten. Voraussichtlich werden sich als Nebenfolge der aktuellen drastischen Einschränkungen auch positive Effekte auf das Weltklima ergeben – ob auch langfristig, bleibt zu untersuchen. Möglicherweise wird diese Entwicklung auch zu einer forcierten Risikoforschung generell führen, da nun allen bewusst wurde, wie fragil und voraussetzungsvoll unsere Lebensweise ist:

Wie gehen wir mit einem Ausfall der kritischen Infrastruktur um? Sind wir auf einen breiten Netzausfall vorbereitet? Diese Fragen müssen beantwortet werden, das ITA hat dazu bereits erste Antworten in der Studie „Digitaler Stillstand“ gegeben. Das Disaster Competence Network Austria (DCNA), an dem auch die ÖAW und das ITA aktiv beteiligt sind, sollte aufgewertet werden. Die TA wird sich auch noch länger damit beschäftigen, ob diese fundamentale, globale Krise etwas an der politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmung von Themen mit langfristigen Auswirkungen ändern wird. Der Aufschwung der evidence-based policy in dieser Krise, also die deutliche Zunahme der Beachtung der Expertise von Epidemiolog*innen, Mathematiker*innen usw. könnte auch ein Verstärker für das werden, was die TA immer einfordert, nämlich für eine wissenschaftlich-fundierte Beratung der Politik, insbesondere auch in Hinblick auf sozio-technische Entwicklungen.

Datenschutz im Homeoffice?

Datenschutz und Privatsphäre – diese beiden Themen beschäftigen das ITA seit vielen Jahren. Die Folgen des Mottos „Sicherheit durch mehr Technik“, das sich seit 9/11 durchgesetzt hat, sind weitreichend. Auch Homeoffice – oder wie es früher geheißen hat: Telearbeit – ist ein solches aktuelles TA-Thema. Jetzt gerade sind auch die ITA-Forscher*innen mehr davon betroffen denn je: Wie können wir trotz umfassender Umstellung auf Homeoffice die Prinzipien des Datenschutzes, des Privatsphärenschutzes und der IT-Sicherheit bestmöglich aufrechterhalten? Welche Auswirkungen hat diese Art der Zusammenarbeit auf unser soziales Gefüge? Sind wir mehr oder weniger produktiv? Welche Methoden funktionieren, welche nicht? Und: Welchen Einfluss wird dieser ungewohnte Arbeitsstil möglicherweise auf die Ergebnisse der Arbeit haben? Durch unsere eigenen Erfahrungen und weitere Untersuchungen wollen wir Aufschlüsse über eine zukünftig sicherere und Benutzer*innen-freundlichere Technikgestaltung gewinnen. (MN/DR)

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News ITA-Intern Michael Nentwich
news-14780 Wed, 25 Mar 2020 10:30:00 +0100 Faktencheck: 5G und Gesundheit in Kürze http://www.oeaw.ac.at/detail/news/faktencheck-5g-und-gesundheit-in-kuerze/ Das neue ITA-Dossier zur Parlamentsstudie erläutert auf nur zwei Seiten Risiken und beleuchtet Wissenslücken mit dem Ziel, einen umsichtigen Umgang mit 5G in Österreich zu ermöglichen. Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat im Auftrag des Österreichischen Parlaments soeben eine Studie zu "5G und Gesundheit" präsentiert. Studienautorin Karen Kastenhofer fasst in diesem neuen ITA-Dossier die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Nach einem Überblick darüber, was 5G eigentlich bedeutet und was wir darüber wissen bzw. nicht wissen, fragt Kastenhofer, welche Schutzprinzipien im Zusammenhang mit dieser neuen Technologie sinnvoll und notwendig sind. Ein gemeinsamer Nenner über alle Expert*innengremien hinweg ist die Einschätzung, dass kurzfristige, akute Gesundheitseffekte für den etablierten Mobilfunk (also 3G und 4G) bei Einhaltung der Grenzwerte derzeit auszuschließen sind. Andere Fragen werden hingegen sehr unterschiedliche diskutiert – die Palette reicht von zellbiologischen Effekten über Schlafstörungen bis hin zu Krebs. (DR)

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News Publikationsnews
news-14573 Thu, 12 Mar 2020 10:37:25 +0100 Advanced Materials - Möglichkeiten und Risiken http://www.oeaw.ac.at/detail/news/advanced-materials-moeglichkeiten-und-risiken/ Video: 27 Expert*innen erörterten auf der 12. NanoTrust-Tagung wie Risiken und Ungewissheiten im Kontext von neuen oder modifizierten Materialien mit einzigartigen oder verbesserten Funktionalitäten gehandhabt werden können. Kunststoffverpackungen, die Lebensmittel haltbarer machen, und Textilien, die auf den Körper einwirken sind zwei von vielen Beispielen, darunter auch viele industrielle Baustoffe. Nützliche "Innovative Materialien" werden entwickelt und marktreif, während ihre Sicherheit und Unbedenklichkeit gewährleistet sein muss. Nicht nur der Überblick darüber, sondern wie Forschung, Industrie und Behörden damit umgehen sollen, erörterten die Expert*innen auf der 12. NanoTrust-Tagung am 10. März in Wien.

 

 Videobeitrag

Im Videobeitrag geben vier Insider einen kurzen Ausblick, welche Auswirkungen die Ausweitung des Bereiches von den Nano- auf die sogenannten Advanced Materials möglicherweise haben könnte.

André Gazsó: „Es werden neue Materialgruppen auf uns zukommen, die wir verstärkt beobachten müssen. Das werden unter Umständen Materialen sein, die sich von ihrer Art und ihrem Aufbau möglicherweise quer zu all mögliche gewohnten Prozessen, darunter Produktions- Design- und Regulierungsprozessen befinden. Das betrifft auch die Abfallbehandlung.“

Bernd Giese: „Im Bereich der Advanced Materials haben wir es mit einem sehr wissensintensiven Bereich zu tun, wo zunehmend in kleinteiliger Weise, das heißt auf der Nano- und Mikrometer-Ebene verschiedenste Materialien und Elemente in unterschiedlichster Form mit einander verbunden werden. Angestrebt wird hier eine sehr rationale vor-modulierte Gestaltung.“

Rolf Packroff: „Ich hoffe, dass kein zweites Asbest auf uns zukommt, denn gerade faserförmige Materialien sind derzeit wieder sehr stark im Gespräch. Wir haben da ja eine lange Geschichte eines nur schlecht erkannten Risikos mit Asbest und die soll kein zweites Mal passieren. Deshalb müssen wir gerade bei Innovationen sehr stark darauf achten, auch andere faserförmige Materialien frühzeitig zu bewerten und Risiken frühzeitig zu erkennen.“

Eva-Kathrin Ehmoser: „In meiner Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt auf synthetische Bioarchitekturen erleben wir eben auch, dass Nano-Partikel aufgrund ihres Oberflächen-zu-Volumen-Verhältnisses ausgesprochen interessante aber auch durchaus risiko-behaftete Eigenschaften haben.“

 

Mehr Infos zur Veranstaltung

Experten diskutieren Sicherheit von neuartigen Materialien in Wien (APA)
12. Nanotrust-Tagung "Reden wir über Advanced Materials"

 

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News English Eventnews Nanotechnologien NanoTrust
news-14536 Mon, 09 Mar 2020 10:18:00 +0100 Mehr Forschung zu 5G nötig https://www.oeaw.ac.at/detail/news/mehr-forschung-zu-5g-noetig/ 5G-Studie für das Österreichische Parlament: Interview mit Technikforscherin Karen Kastenhofer News ITA-Intern Projektnews news-14511 Fri, 06 Mar 2020 18:25:00 +0100 5G und Gesundheit http://www.oeaw.ac.at/detail/news/5g-und-gesundheit/ Parlament erhält Studie zu aktuellem Sachstand 5G-Mobilfunk bietet eine noch schnellere Art der Datenübertragung auf unterschiedlichen Frequenzen. Die Technologie steht in Österreich erst am Anfang. Wie soll die Politik mit Gesundheitsbedenken umgehen?

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat im Auftrag des Österreichischen Parlaments 24 Stellungnahmen von 14 anerkannten wissenschaftlichen Gremien ausgewertet.

Für Studienautorin Karen Kastenhofer (ITA) ergibt sich daraus „ein spannendes Mosaik aus Evidenz, Wissenslücken und kontroversen Einschätzungen. Genau da kommt die Technikfolgenabschätzung ins Spiel. Auf Basis unserer detaillierten Analyse geht es nun darum, einen transparenten und umsichtigen Prozess zu unterstützen“.

Das tatsächliche Risiko bleibt umstritten

Dabei gilt es zu bedenken, dass die möglichen Folgewirkungen von 5G derzeit noch kaum erforscht sind. 5G ist auch nicht gleich 5G: Die Technologie wird in mehreren Etappen eingeführt, wobei neue Anwendungsbereiche erschlossen, neue Frequenzbereiche genutzt und die Technologie ständig weiterentwickelt wird. Erst auf Basis konkreter Anwendungsszenarien, die bestimmen, wer, wie und wo welcher Mobilfunkstrahlung ausgesetzt sein wird, ist eine gesundheitliche Risikoabschätzung sinnvoll machbar.

Ein gemeinsamer Nenner über alle Expert*innengremien hinweg ist die Einschätzung, dass kurzfristige, akute Gesundheitseffekte für den etablierten Mobilfunk (also 3G und 4G) bei Einhaltung der Grenzwerte derzeit auszuschließen sind. Andere Fragen werden hingegen sehr unterschiedliche diskutiert – die Palette reicht von zellbiologischen Effekten über Schlafstörungen bis hin zu Krebs: Die Einstufung von Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ durch ein anerkanntes internationales Gremium (IARC) erfolgte 2011 und ist seither ebenso umstritten.

5G betrifft uns alle – reden wir darüber

Die Frage, was wir wissen, ist mindestens ebenso wichtig für den gesellschaftlich verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie wie das Bewusstsein darüber, was wir noch nicht wissen. Es braucht Umsicht und robuste Rahmenbedingungen.

ITA-Leiter Michael Nentwich meint dazu: „Wir sind bereit, den 5G-Ausbau in Österreich aufmerksam zu begleiten. Ein wichtiger Schritt wurde durch das Parlament mit der Beauftragung dieser Studie gesetzt. Der öffentliche Diskurs sollte möglichst offen geführt werden, damit alle mit einbezogen werden, denn eines ist sicher: Diese Neuerung wird uns alle betreffen: die Wirtschaft, die Politik, die Verwaltung und unseren Arbeits- und Lebensalltag.“

Das ITA hat in Stellungnahmen von Expert*innen folgende Handlungsoptionen begleitend zu bestehenden Grenzwertsetzungen gefunden:

  1. Anwendung der Schutzprinzipien der „umsichtigen Vermeidung“, d.h. nur die niedrigste Belastung anzustreben
  2. Formulierung spezifischer Leitlinien für den Sendeanlagenbau, für das technische Design von Endgeräten, oder die Gestaltung der Grundversorgungsinfrastruktur
  3. Förderung unabhängiger, nationaler und internationaler Forschung in höchster Qualität zur Gewährleistung möglichst verlässlicher Ergebnisse
  4. Größere Klarheit und gezieltere Information zu den technischen Details aller geplanten Ausbaustufen, zu den tatsächlich erwartbaren Anwendungsbereichen, zu den technischen Geräten und Anlagen sowie dazu, in welcher Weise wer der Mobilfunkstrahlung ausgesetzt sein wird
  5. Neue Wege der Unsicherheits- und Risikoinformation vor dem Hintergrund einer nicht endgültig auflösbaren Unsicherheit, Widersprüchlichkeit und Kontroverse in der Fachwelt.
  6. Organisation und Moderation eines inter- und transdisziplinären Austausches aller beteiligten Akteure in Österreich
  7. Evaluierung derzeit in Österreich verfügbarer Instrumente für den Umgang mit Ungewissheit, Risiko und Interessenskonflikten in Hinblick auf Wirksamkeit, Unabhängigkeit und institutionelle Trennung

(DR)

 

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ITA News Publikationsnews
news-14467 Thu, 27 Feb 2020 12:08:13 +0100 Das ITA in den Medien 2019 http://www.oeaw.ac.at/detail/news/das-ita-in-den-medien-2019/ Digitale Assistenten, Algorithmen, künstliche Intelligenz, Ethik und Genveränderung - das waren die Top-Themen, die dem ITA eine rekordverdächtige Medienpräsenz bescherten. Angeregt durch die Geburt der ersten CRISPR-Babys in China diskutierte Ethik und KI-Experte Johann Čas (ITA) zu Jahresbeginn bei einer von der Österreichischen Presseagentur organisierten Podiumsdiskussion mit. Digitalisierung und Datenschutz standen diesen Sommer im Mittelpunkt, als das ITA seine Studie über digitale Assistenten wie Alexa und Siri veröffentlichte. Auch die Arbeit des ITA für das österreichische Parlament wurde fortgesetzt: der Bericht über Energiespeichermöglichkeiten wurde veröffentlicht, ein neuer Auftrag befasst sich mit dem Thema „5G und Gesundheit“.

Digitale Assistenten

Digitalisierung, Privatsphäre und künstliche Intelligenz dominierten auch 2019 die öffentliche Debatte in Österreich. Die Studie des ITA über digitale Assistenten wie Alexa und Siri im Auftrag der Arbeiterkammer Österreich sorgte für Aufsehen und führte dazu, dass viele Medien vom "Spion zu Hause" berichteten. Ko-Autor Jaro Krieger-Lamina betonte die Gefahr des Abhörens durch Dritte mittels smarter Lautsprecher. Die Nachricht wurde von allen großen Medien sowie Radio und Fernsehen aufgegriffen.

Künstliche Intelligenz

Die ITA-Expert*innen Stefan Strauss und Astrid Mager waren in zahlreichen Medien mit ihren Arbeiten über Algorithmen, künstliche Intelligenz und Big Data vertreten. Mager nahm an der Diskussion des österreichischen Staatsrundfunks Ö1 über "die Macht der Algorithmen" teil, Stefan Strauss sprach über die ethischen Implikationen der Digitalisierung und stellte sein neu erschienenes Buch "Privacy and Identity in a Networked Society" vor.

Ethik in der Technik

Das ITA ist derzeit Teil eines Projekts über ethische und rechtliche Herausforderungen neuer Informationstechnologien. Projektleiter Johann Čas nahm an zahlreichen Debatten zum Thema künstliche Intelligenz und Gesundheit teil. Ulrike Bechtolds Forschungsschwerpunkt sind technische Innovationen für Ältere und weniger leistungsfähige Menschen. Auf Einladung des ORF-Fernsehens sprach sie darüber, wie Technik so gestaltet werden kann, dass sie die Lebensqualität erhöht und nicht Sorge vor einem möglichen Eingriff in die Privatsphäre – sei es durch das Tragen am Körper oder die Präsenz zu Hause – hervorruft.

Vorausschau für Entscheidungsträger

Das österreichische Parlament setzte seine Arbeit mit dem ITA und dem Austrian Institute of Technology, fort. Im Sommer präsentierten wir unsere Ergebnisse zu Energiespeicherlösungen für grüne Energie in Österreich. Es folgte ein neuer Auftrag, nämlich eine Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G. Als einer der wichtigsten technologischen und wirtschaftlichen Schwerpunkte der österreichischen Regierung taucht 5G kontinuierlich in Artikeln, Podcasts und im Fernsehen auf, und die Studie des ITA, die erst 2020 veröffentlicht wird, wurde bereits im letzten Jahr von der Presse angekündigt. (DR)

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News ITA-Intern
news-14457 Wed, 26 Feb 2020 11:24:24 +0100 Energiewende http://www.oeaw.ac.at/detail/news/energiewende/ Hat Österreich genügend Speichermöglichkeiten? ITA-Experte Michael Ornetzeder präsentiert die Ergebnisse einer für das Österreichische Parlament durchgeführten Studie. Österreich hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2050 eine fast vollständige Unabhängigkeit von Kohlenstoff zu erreichen. Speicher für elektrische Energie gelten als eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Das ITA hat dazu im Auftrag des Österreichischen Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) eine Studie durchgeführt.

Energie-Experte Michael Ornetzeder (ITA-ÖAW) bietet im ITA-Dossier "Welche Folgen haben Stromspeicher?" einen Überblick über Speicheroptionen, und gibt Empfehlungen ab um mögliche Herausforderungen - wie zum Beispiel bei der Entsorgung von Batterien - abzuschätzen und negative Auswirkungen zu vermeiden.

"Der in Zukunft größte Speicherbedarf wird sicher im Bereich der Langzeitspeicherung liegen. In Österreich haben wir mit den existierenden Pumpspeicherkraftwerken bereits Kapazitäten. Bei neueren Methoden wie Photovoltaik-Batterien oder Power-to-Gas müssen wir auch ökologische und Umweltaspekte mit einbeziehen", so Ornetzeder.  (DR)

Das ITA-Dossier "Welche Folgen haben Stromspeicher" gibt es hier zum Download (2 Seiten).

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News
news-14449 Tue, 25 Feb 2020 14:12:05 +0100 Was Robotaxis für die Staatsfinanzen bedeuten https://www.oeaw.ac.at/detail/news/was-robotaxis-fuer-die-staatsfinanzen-bedeuten/ Wenn künftig autonom fahrende Elektroautos über die Straßen rollen, hat das nicht nur Folgen für den Straßenverkehr, sondern auch für die öffentlichen Finanzen. Tanja Sinozic, Ökonomin am ITA (ÖAW), erklärt warum. News OpenTA Tanja Sinozic news-13649 Mon, 20 Jan 2020 14:44:58 +0100 Ein kreativer Kopf verlässt das ITA http://www.oeaw.ac.at/detail/news/ein-kreativer-kopf-verlaesst-das-ita/ Keine Kontroverse war ihm fremd, seiner Forschungsarbeit mengte er stehts eine Prise Witz und Weisheit bei. Mit Helge Torgersen verabschiedet das ITA einen seiner bekanntesten und verdientesten Mitarbeiter. Der Molekularbiologe Helge Torgersen ging nach 30 Jahren in der Technikfolgenabschätzung mit 31. Dezember 2019 in den Ruhestand. Er hinterlässt eine intellektuelle, aber auch eine persönliche Lücke. Wie kaum ein anderer hat er das Institut von Anfang an geprägt.

Helge zählte als Senior Scientist zu den ersten Mitarbeiter*innen der „Forschungsstelle für Technikbewertung“, aus der 1994 das ITA hervorgegangen ist. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er an der Universität Salzburg, wo er 1980 mit einer Arbeit zu experimenteller Andrologie („Pille für den Mann") promovierte. Zwischen 1981 und 1990 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an den Instituten für Molekularbiologie und für Biochemie der medizinischen Fakultät der Universität Wien in der Virenforschung tätig. Vor 30 Jahren konnte er vom Gründungsdirektor Ernst Braun für die Technikfolgenabschätzung gewonnen werden und ist ihr und der ÖAW bis heute treu geblieben.

Helge baute zunächst das Arbeitsfeld Biotechnologie auf, woraus sich später seine Beschäftigung mit Fragen der Governance von Technik-Kontroversen entwickelte. Sein Interesse galt dem Verhältnis von Technikentwicklung und gesellschaftlicher Wahrnehmung. Zuletzt widmete er sich vor allem gesellschaftlichen Aspekten der Synthetischen und Systembiologie sowie von Nanotechnologien. Die theoretische Beschäftigung mit dem Thema "TA und Normativität" in unserem internen Reflexionsprojekt führte zu zahlreichen spannenden Publikationen und rundete seine Arbeit ab.

Helges kritischer, immer kreativer und lösungsorientierter Geist und trockener Humor wird uns abgehen. Sein bemerkenswertes Allgemeinwissen und seine Sprachkompetenz fehlen schon in den allerersten Tagen ohne unseren Langzeitkollegen. Wir wünschen Helge alles Gute für die neue Lebensphase.

Von: Michael Nentwich

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News
news-13614 Thu, 16 Jan 2020 10:07:07 +0100 Mehr Technik, mehr Mitsprache – aber wie? http://www.oeaw.ac.at/detail/news/mehr-technik-mehr-mitsprache-aber-wie/ Was bringt die elektronische Demokratie für Europa? Wo gibt es noch Defizite? Was brauchen die Politiker*innen, um mit den Ergebnissen umzugehen? Ein neues Buch bietet Antworten. Digitale Instrumente wie die elektronische Stimmenabgabe erlauben es Bürger*innen, einfacher an Politik- und Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) kann Beteiligung erleichtert und die Demokratie gestärkt werden.

Der  TA-Experte und ehemalige ITA-Forscher Georg Aichholzer hat sich über viele Jahre hinweg mit der Transformation demokratischer Prozesse beschäftigt. In dem soeben erschienenen Buch „European E-Democracy in Practice“ erläutern Aichholzer und seine Ko-Autor*innen Best Practice Beispiele und Szenarios für eine erfolgreiche Umsetzung, setzen sich aber auch kritisch mit noch verbesserungswürdigen Praktiken im Zusammenhang mit den Entscheidungsverfahren und Institutionen der EU auseinander.

Dieses Open-Access-Buch zeigt anhand verschiedener E-Partizipationsprojekte, wie digitale Werkzeuge und Social-Media-Technologien die Beteiligung und Einbeziehung der EU-Bürger*innen in die europäische Politik steigern können. Es vereint die gesammelten Erfahrungen auf europäischer Ebene und gibt Empfehlungen wie E-Partizipation genutzt werden kann um auf EU-Ebene bestehende „Demokratie-Defizite“ zu beheben. (DR)

Studies in Digital Politics and Governance: European E-Democracy in Practice
Editors: Hennen, L., Van Keulen, I., Korthagen, I., Aichholzer, G., Lindner, R., Nielsen, R.Ø. (Eds.)
Springer Open 2020

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News
news-13579 Mon, 13 Jan 2020 16:16:34 +0100 Demokratie in Gefahr? – Das sind die Keynotes der TA20-NTA9 http://www.oeaw.ac.at/detail/news/demokratie-in-gefahr-das-sind-die-keynotes-der-ta20-nta9/ Philip Howard, Julian Nida-Rümelin, Gerda Falkner und Moritz Leuenberger werden das Thema der 20. ITA-Konferenz „Digitalisierung-Demokratie-TA“ aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Von 8. bis 10. Juni findet in Wien ein besonders Jubiläum des ITA statt: Gemeinsam mit dem Netzwerk Technikfolgenabschätzung (NTA) feiern wir im Festsaal der Technischen Universität Wien die 20. Konferenz für Technikfolgenabschätzung in Österreich. (Der Call läuft!) Aus diesem Anlass freuen wir uns über hochkarätige Keynotes internationaler Expert*innen, die das Thema "Digitalisierung–Demokratie–Technikfolgenabschätzung" aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Gibt es eine ethische Digitalisierung?

Philipp Howard (Professor of Internet Studies, Direktor des Oxford Internet Institute) ist u.a. Autor des Buchs „Pax Technica: How the Internet of Things May Set Us Free or Lock Us Up“, und Koordinator des Projekts „Computational Propaganda“. Er wird in seinem Vortrag einen kritischen Blick auf politische Meinungsbildung in Europa im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, Social Media und Fake News werfen. (mehr zu Philipp Howard)

Julian Nida-Rümelin (Ludwig-Maximilians-Universität München) gilt als einer der wichtigsten Philosophen und Ethiker der Gegenwart. Der ehemalige Politiker weist in seinem Buch „Digitaler Humanismus“ u.a. darauf hin, dass Ethik bei der Umsetzung digitaler Technologien „nicht intrinsisch eingeschrieben“ ist, und dass die Unberechenbarkeit des Menschen der Kontrolle durch Algorithmen gegenüber steht. (mehr zu Julian Nida-Rümelin)

Politik und Gesellschaft erleben ein digitales Erdbeben

Gerda Falkner (Universität Wien, Leiterin des Centre for European Studies) sieht die digitale Revolution als ernsthafte Herausforderung für demokratische Systeme: "Extreme Ungleichheiten in Zeiten des Überwachungskapitalismus paaren sich mit Gefahren der Manipulation des politischen Wettbewerbs und erhöhter Verführbarkeit sowie häufiger Irreführung der Menschen im Cyberspace." Für Falkner ist daher die Zusammenschau der Forschungsergebnisse zur Digitalisierung auf allen Ebenen – der wirtschaftlichen, der politischen und der individuellen – unabdingbar. (mehr zu Gerda Falkner)

Moritz Leuenberger (Vorsitzender des Lenkungsausschusses von TA-Swiss) wird die Sicht eines ehemaligen Schweizer Regierungsmitglieds einbringen: In der Schweiz sollen sogenannte „Civic Techs“ politische Instrumente digitalisieren, um u.a. die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Politik zu fördern. TA-Swiss beschäftigt sich aktuell mit der Gestaltung dieses Prozesses und fragt, wie die Gleichstellung aller Akteure gewährleistet werden kann. (mehr zu Moritz Leuenberger)

Hier geht’s zum Open Call für die TA20-NTA9!

(DR)

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News OpenTA Konferenzen
news-13545 Thu, 09 Jan 2020 13:10:45 +0100 Die neue Regierung nimmt sich viel Technikfolgen­abschätzung vor http://www.oeaw.ac.at/detail/news/die-neue-regierung-nimmt-sich-viel-technikfolgenabschaetzung-vor/ ITA-Direktor Michael Nentwich: "Im Programm von ÖVP und Grünen wird konkret über die Notwendigkeit evidenzbasierter Politik bei technologie- und innovationspolitischen Entscheidungen gesprochen." Besonders in Zusammenhang mit der Digitalisierung hat die neue Bundesregierung einiges vor: Öffentliche Digitalisierungsvorhaben sollen ebenso betreiberunabhängig auf ihre Technikfolgen evaluiert werden wie jene Materien, die aufgrund ihrer potentiellen Risiken verstärkt Regulierung erfordern. Genannt werden z.B. „intelligente Transportsysteme, selbstfahrende Fahrzeuge, Assistenz- und Leitsysteme etc.“.

Sogar auf die aktuell laufende Studie des ITA zu 5G und Gesundheitsrisiken der nächsten Mobilfunkgeneration wird Bezug genommen: Hier will man „wissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere die vom Parlament beauftragte Technikfolgenabschätzung zu 5G Mobilfunk und Gesundheit" berücksichtigen.

Die Ethik nicht aus den Augen verlieren

An zahlreichen Stellen ist auch von ethischer Begleitung bei der Einführung jener Technologien die Rede, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändern. Genannt werden hier etwa autonome Fahrzeuge. Auch der Begriff der „Digitalisierungsethik“ und die mit der TA verwandten Begriffe „Umweltfolgenabschätzung“ und „Wirkungsfolgenabschätzung“ sowie das „Vorsorgeprinzip“ kommen vor.

Konkrete Themen für die TA sind etwa die Regulierung von Drohnen, Digitale Souveränität,  Datenschutz und Privatsphäre, „datenschutz- und grundrechtsfreundliche Technikgestaltung“ der Wirtschaft 4.0, die Aufwertung der Datenschutzbehörde und deren Ausstattung mit ausreichenden Ressourcen.

Diskussionsbedarf bei künstlicher Intelligenz

Das wichtige Zukunftsthema „Künstliche Intelligenz“ wurde von den Koalitionspartnern nicht nur als wirtschaftliche Chance begriffen. Sie erkennen auch den intensive Diskussionsbedarf in diesem Zusammenhang an: „Die Förderung von KI-Entwicklung und -Anwendung erfolgt unter anderem unter Berücksichtigung ethischer Grundsätze (insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Privatsphäre und unter Berücksichtigung sozialer Auswirkungen).“ Nicht zuletzt wird festgehalten: „Ethische Reflexion hat ein immanenter Bestandteil der österreichischen KI-Politik und Praxis zu sein (Human-Centered AI). KI-Entwicklung muss den Menschen und dessen Rechte im Blick haben, zum Beispiel hinsichtlich der Unterscheidbarkeit von Menschen und Maschine und des Schutzes von Konsumentinnen und Konsumenten.“ In diesem Zusammenhang will die neue Regierung auch „(n)otwendige Studien über geeignete Gestaltungs- und Einsatzkriterien für KI-Systeme und Algorithmen sowie für die Einbindung des Menschen in derartige Entscheidungsprozesse“ beauftragen.

Schließlich ist aus Sicht der TA der sich durchziehende Fokus auf Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien zu begrüßen, etwa im Zusammenhang mit dem Ziel der „Green-IT“ in der Bundesverwaltung, bei der Entwicklung von Konsumprodukten oder in den Bereichen Mobilität und Energie.

Von: Michael Nentwich

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News ITA-Intern Michael Nentwich
news-13199 Mon, 04 Nov 2019 00:00:00 +0100 4. Europäische TA-Konferenz http://www.oeaw.ac.at/detail/news/4-europaeische-ta-konferenz/ 4. europäische TA-Konferenz in Bratislava, 4. bis 6. November 2019 Die 4. Europäische TA-Konferenz findet vom 4. bis 6. November 2019 in Bratislava statt. Das Thema lautet:Value-driven Technologies: Methods, Limits, and Prospects for Governing Innovations.

Ziel der Konferenz ist es, zu diskutieren, wie Technologiebewertung und damit zusammenhängende Aktivitäten – wie Wissenschafts- und Technologiestudien (STS), verantwortungsbewusste Forschung und Innovation (RRI), öffentliches Engagement und Vorausschau – zu einer wissensbasierten Politikgestaltung in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation beitragen können, um politische Entscheidungsträger und andere Interessengruppen in dieses Vorhaben einzubeziehen und aus den Perspektiven des anderen zu lernen.

Von 4. bis 6. November werden in Bratislava in 26 Sessions aktuelle Themen der Technikfolgenabschätzung in Europa diskutiert. Darüber hinaus wird auch das neu gegründete Netzwerk „globalTA“ vorgestellt. Drei Keynote-Vorträge und zwei Plenumdiskussionen zum Thema "Value-driven Technologies" bieten einen Einblick in die aktuelle Forschung und Möglichkeit zur Diskussion in einem interdisziplinären Rahmen.

Keynotes:

Peter Sýkora (Center of Bioethics, University of Sts. Cyril and Methodius, Trnava)
Gaston Meskens (Centre for Ethics and Value Inquiry, Faculty of Arts and Philosophy, Ghent University)
Claudia Müller-Birn (Institute of Computer Science, Department of Mathematics and Computer Science, Freie Universität Berlin)

Das Organisationskomitee der European TA Conference freut sich auf Ihren Besuch bei der European Technology Assessment Conference 2019 in Bratislava!

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news-13200 Mon, 04 Nov 2019 00:00:00 +0100 Das Taxi der Zukunft schadet dem System http://www.oeaw.ac.at/detail/news/das-taxi-der-zukunft-schadet-dem-system/ Autonome elektrische Fahrzeuge bedeuten ein riesiges Defizit für den Staat. Neue Preismodelle sind gefordert, wenn in Zukunft auch fahrerlose elektrische Fahrzeuge am Verkehr teilnehmen werden. Für Tanja Sinozic (ÖAW-ITA) brennt das Thema: „Um sicherzustellen, dass die Verbreitung von autonomen elektrischen Fahrzeugen zum Gemeinwohl beiträgt, brauchen wir jetzt einen offenen politischen Diskurs, und nicht erst, wenn es schon zu spät ist.“ Der Anteil an elektrischen Fahrzeugen wird sich aktuellen Prognosen zufolge bereits bis 2030 vervielfachen. Auch der Anteil an autonomen Fahrzeuge, die untereinander Daten austauschen und sich ohne zu parken im Verkehr einordnen, soll sich wesentlich erhöhen. Wenn sie aber im Verkehr zugelassen sind, werden für den Staat gleichzeitig Einnahmen aus etwa Benzinsteuer oder Parken wegfallen.

Die Ökonomin und Technikforscherin Tanja Sinozic vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW hat gemeinsam mit ihren KollegInnen Stefanie Peer (WU Wien) und Martin Adler (Universität Amsterdam) die Möglichkeiten und Risiken in einem aktuellen Fachartikel unter die Lupe genommen, die durch den Einsatz autonomer Fahrzeuge auf nationale Budgets zukommen könnten.

„Wenn wir große Defizite vermeiden wollen, müssen wir jetzt schon neue politische Maßnahmen diskutieren und schauen wie  wir sie implementieren, damit öffentliche Gelder erhalten bleiben. Denn das würde sich ja wieder auf andere Bereiche wie Bildung und Gesundheit auswirken. Unser Ziel war daher, verschiedene Preismodelle zu analysieren, durch die wieder Geld einfließen könnte. Dazu gehört auch geschicktes Mobility Pricing, also etwa dass Nutzer autonomer Fahrzeuge weniger Steuern für Fahrten zahlen, auf denen sie Staus und Hauptverkehrszeiten vermeiden.“

Ego-Fahrten sollen mehr kosten

Möglich wird dies in Zukunft auch, da Fahrten schon jetzt individuell erfasst werden. Wer wohin fährt, wie lange es dauert, und ob die Route mit dem wenigsten Verkehr ausgewählt wurde, weiß man bereits jetzt. Diese Informationen können dazu genutzt werden, attraktive Preismodelle je nach Fahrt zu gestalten. „In den USA kann man sich bereits jetzt bei Anbietern entscheiden, ob man gemeinsam mit anderen fahren will, und ob man jene Routen nimmt, die etwas ruhiger sind. So wird die Fahrt günstiger. Ähnlich könnten man auch den Firmen vermitteln, dass sie davon profitieren, wenn sie versuchen Störungen zu vermeiden.“

Von: DRied

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