Nanotechnologien

Nanotechnologien werden vielseitig angewendet: von Konsumgütern wie Lebensmittel, Kosmetika oder Bekleidung über medizinische Anwendungen bis hin zu Elektronik und IT-Anwendungen. Aber wie sicher sind Nanoprodukte? Das ITA erforscht Nutzen und Risiken und fragt nach möglichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Nanomaterialien sind schon längst Teil unseres Alltags, sei es in Tennisschlägern, Imprägnierungssprays oder Sonnencremes. Sie bieten viele Vorteile, wie z.B. Ressourcenschonung durch geringeren Materialverbrauch oder die Verbesserung von Produkteigenschaften wie Härte, Abriebbeständigkeit und Verarbeitbarkeit. Gut vorstellen kann man sich die Bedeutung dieser Eigenschaften etwa bei Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff: Durch Nanomaterialien kann das Essen länger gelagert werden und bleibt länger frisch. Wie sich Nanomaterialien auf unsere Gesundheit und die Umwelt auswirken, ist noch nicht vollständig erforscht.

Bei so vielen Anwendungsgebieten kann von „der Nanotechnologie“ kaum die Rede sein. Genauer betrachtet steckt dahinter eine Vielzahl an unterschiedlichen Verfahren, Techniken und Methoden, die für verschiedene Wirtschafszweige relevant sind. „Nanotechnologien“ ist daher ein Sammelbegriff für jene Technologien, die sich besondere Eigenschaften von Atomen und Molekülen im unfassbar kleinen Nanometerbereich zunutze machen – ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter.

Wie sicher ist Nano


Nanomaterialien unterliegen zum Schutz der VerbraucherInnen einer Reihe von Vorschriften. In der EU führt die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Zulassung eine Sicherheitsbewertung durch. Das ITA stellt Sicherheitsaspekte bei seiner Forschungsarbeit ganz nach oben:

Das Team des ITA-Projekts NanoTrust analysiert seit dem Jahr 2008  die neuesten Erkenntnisse zu möglichen Gesundheits- und Umweltrisiken und gibt sie an politische EntscheidungsträgerInnen weiter. Aktuell geht es dabei auch um die Sicherheits- und Risikoforschung bei sogenannten „Advanced Materials“. NanoTrust liefert nicht nur Begleitforschung zur Regulierung von Nanotechnologien – zum Beispiel zur komplexen Standardisierung von Nanomaterialien. Die Verbreitung der Forschungsergebnisse ermöglicht auch eine kritische Reflexion der nationalen und internationalen Regulierungsaktivitäten.

Im Projekt SafeNanoKap wurde die Anwendbarkeit des Safe-by-Design-Ansatzes (SbD) für ein konkretes Nanoprodukt, nämlich die Kaffeekapsel, untersucht. Ziel von SbD ist, Sicherheitsaspekte schon früh im Designprozess zu integrieren bzw. mögliche, damit zusammenhängende Schwierigkeiten aufzuzeigen. Unternehmen könnten dadurch sicherheitsrelevante Fragen bei der Neuentwicklung von Materialien und Produkten schon früh aufgreifen. Derzeit ist SbD allerdings ein freiwilliges Konzept, das Betriebe zusätzlich zur EU-Chemikaliengesetzgebung implementieren können.

Was macht Nano im Abfallstrom? Das Projekt NanoMia hat den Austrag von Nanopartikeln aus sechs unterschiedlichen Produkten in bestimmten Stoff- und Abfallströmen modelliert, um mögliche Auswirkungen besser zu verstehen und Wissenslücken über deren Verbleib in der Umwelt aufgezeigt. 

Und was wünschen sich die BürgerInnen?


Neue Materialien und neue Produkte sind für die Industrie, die Politik, die Forschung und viele andere Beteiligte relevant. Aber welche Anwendungen wünschen sich BürgerInnen und Bürger um ihren Ansprüchen gerecht zu werden?  Danach fragt das laufende ITA-Projekt GoNano: BürgerInnen entwickeln gemeinsam mit ExpertInnen Vorschläge, für Anwendungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Energie. GoNano möchte demonstrieren, wie BürgerInnen konkrete Beiträge zu Forschungs- und Entwicklungsprozessen im Bereich Nanotechnologien leisten können, um entstehende Produkte und Businesskonzepte besser auf ihre Erwartungen, Sorgen und Hoffnungen abzustimmen.

Ausgewählte Projekte zum Thema Nanotechnologien


Okt 2019 - Sep 2020
Jan 2019 - Dez 2021
Okt 2017 - Sep 2020
Sep 2017 - Aug 2020
- Nov 2018
© iStockPhoto
Apr 2014 -