Credit Scoring in Österreich

Studie für die AK untersucht Regulierungsbedarf

Diese in Kooperation mit der Arbeiterkammer durchgeführte Kurzstudie zum Thema „Credit Scoring in Österreich“ beleuchtet technische Entwicklungen und versucht die Stakeholder und ihre Interessen darzustellen. Ziel ist, Bedingungen für einen möglichen Regulierungsbedarf zu erheben.

Ausgehend vom Gedanken des Gläubigerschutzes entstanden in Österreich und wie auch in anderen Ländern Kreditschutzunternehmen und Wirtschaftsauskunfteien. In den letzten Jahren wurden auf EU-Ebene verschiedene Regulierungsvorhaben begonnen, die ebenfalls in Richtung Gläubigerschutz weisen. Dazu kommen vor allem technische Entwicklungen im Bereich Datenbanken, Data Mining – also der Versuch, aus großen Datenmengen Muster abzulesen – und Scoring Modelle, aus denen sich grundlegende Fragen in den Bereichen KonsumentInnenschutz, Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung ergeben.

In der internationalen Diskussion wird dem Thema „Social Sorting“ – dem Einfluss sogenannter virtueller „Daten-Doubles“ auf das reale Leben von Menschen – breiter Raum gewidmet. Ziel ist es dabei, durch das Zusammenführen von Daten aus verschiedenen Quellen Aufschluss über das Verhalten eines Individuums zu erhalten und nach bestimmten Kriterien zu „sortieren“, was konkrete Auswirkungen auf Gestaltungsspielräume in ihren Leben haben kann. Auch wenn im Datenschutzgesetz 2000 das Verbot „automatisierter Einzelentscheidungen“ normiert ist, also Individuen nicht durch Algorithmen allein benachteiligt werden dürfen, dürfte auch in Österreich die EDV-gestützte Verarbeitung und Zusammenführung von KonsumentInnendaten mit entsprechenden Auswirkungen auf die KonsumentInnen Realität sein.

Die in manchen Branchen geführten Listen von KundInnen mit nicht ausreichender Bonität werden zunehmend mit Verbrauchsdaten und Konsumprofilen angereichert, um daraus erweiterte Bonitätsprofile zu erstellen. Dies führt immer öfter dazu, dass es zu Ungleichbehandlungen und wirtschaftlichen Nachteilen für einzelne KonsumentInnen kommt, ohne dass diese die Grundlagen der sie betreffenden Entscheidung nachvollziehen können.

Im Rahmen der Studie werden die grundlegenden Mechanismen erklärt, die Situation in Österreich analysiert und Empfehlungen für mögliche Regulierungsschritte erarbeitet.

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Elektronische Systeme sollten bei Bonitäts-Fragen nicht die letzte Instanz sein dürfen.
Laufzeit
12/2013 - 03/2014
Finanzierung