Das von der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung finanzierte Förderprogramm Heritage Science Austria der ÖAW unterstützt Wissenschaftler/innen und kooperative Initiativen an Institutionen wie Bibliotheken, Archiven, Museen, Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, an denen Forschung am kulturellen Erbe betrieben wird.


Zielsetzung

Heritage Science ist ein stark expandierendes multi- und interdisziplinäres Forschungsfeld, das jede Art von Forschung am kulturellen Erbe umfasst. Außergewöhnlich bewahrenswerte Objekte und Sammlungen in Museen, Bibliotheken und Archiven, aber auch archäologische Fundstätten sowie Denkmäler bilden den Gegenstand ihrer Forschung, unter Verwendung eines etablierten und gleichzeitig innovativen Methodeninventars von Heritage Science. Die interdisziplinäre Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaften ist hierbei von großer Bedeutung.

Die ÖAW unterstützt mit dem Impulsprogramm Heritage Science Austria den Beitrag, den Heritage Science zur Bewahrung des kulturellen Erbes leisten kann. Das Programm fördert und sorgt für die Erweiterung des Wissenstransfers zwischen den Akteuren der Bewahrung des Kulturerbes und der Wissenschaft einerseits und der Öffentlichkeit andererseits. Die Erkenntniserträge aus den Projekten werden open access zur Verfügung gestellt.


Zielgruppe

Heritage Science Austria richtet sich an Institutionen aller Disziplinen in Österreich, an denen Forschung am kulturellen Erbe betrieben wird (Bibliotheken, Archive, Museen, Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen). Mehrere Institutionen können gemeinsam Anträge stellen, die zu einer konkreten Fragestellung interdisziplinär und innovativ Lösungen finden. Neben exzellenter Forschung soll auch benötigte Infrastruktur (Gerät, leistungsfähige Computer) vor Ort finanziert werden.

Das Thema des Projekts muss dezidiert interdisziplinär ausgerichtet sein. Partnerschaften mit Kulturerbeeinrichtungen sind ausdrücklich erwünscht. In den Projektteams soll auf die Beteiligung von Jungforscher/innen und auf eine geschlechtergerechte Verteilung geachtet werden - der ÖAW ist auch in diesem Förderprogramm die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein großes Anliegen.


Voraussetzungen für die Antragstellung

  • Einreichung als Gruppe von zumindest zwei Wissenschaftler/innen.
  • Eine der antragstellenden Personen tritt als Koordinator/in des Antrags auf.
  • Jede der antragstellenden Personen darf sich nur an einem Antrag beteiligen.
  • Die Antragsteller/innen sind bereit, aktiv an der öffentlichen Darstellung des Programms mitzuwirken und an den Rahmenveranstaltungen teilzunehmen.
  • Das Projekt muss an einer wissenschaftlichen Institution bzw. Institution zur Bewahrung des kulturellen Erbes (Bibliotheken, Archive, Museen, Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) durchgeführt werden, kann aber Partnerschaften mit anderen Einrichtungen eingehen.
  • Die Zustimmung der Vertretung der beteiligten Institutionen ist dem Antrag beizulegen.
  • Eine Institution kann mehrere Anträge unterstützen.

Dauer der Förderung

  • Maximal 4 Jahre

Höhe der Förderung

Für jedes der Projekte ist ein Budgetrahmen zwischen min. EUR 300.000,- und max. EUR 600.000,- vorgesehen. Die zur Verfügung stehende Gesamtvergabesumme beträgt EUR 4,5 Mio.

Der Förderbetrag soll Overheadkosten in Höhe von 10 % der direkten Projektkosten enthalten. Folgende direkte Kosten können beantragt werden:

  • Personalkosten
  • Kosten für Verbrauchsmaterial
  • Reisekosten
  • Sonstige Kosten (etwa Forschungsinfrastruktur bzw. Gerätekosten, Software, Beauftragung externer Dienstleistungen)

Ablauf des Verfahrens

Die Ausschreibung ist themenoffen und erfolgt österreichweit.

Das Verfahren ist zweistufig: Stufe 1 der Antragstellung (Short Proposal/Kurzantrag) ist offen für alle Antragsteller/innen, die die Voraussetzungen für eine Antragstellung (siehe oben) erfüllen; Stufe 2 der Antragstellung (Full Proposal/Vollantrag) ist nur nach Einladung möglich.

  • Start der Ausschreibung: 6. Juli 2020
  • Antragstellung Stufe 1: Das vollständig ausgefüllte Antragsformular Short Proposal  (Vorhabensbeschreibung), CVs, Publikationslisten und Einverständniserklärungen inkl. Beilagen sind vom Koordinator/von der Koordinatorin bis 15. September 2020 per E-Mail an programmmanagement(at)oeaw.ac.at einzureichen.
  • Alle Einreichungen, die die notwendigen formalen Antragsvoraussetzungen (siehe Voraussetzungen für die Antragstellung) erfüllen, werden einer unabhängigen internationalen Jury vorgelegt. Die Jury lädt im Sinne der Zielsetzung des Programms und auf Basis von wissenschaftlicher Exzellenz und Originalität des Forschungsvorhabens ausgewählte Projektleiter/innen bis Ende Oktober 2020 ein, Vollanträge einzureichen. In dieser Phase werden keine Fachgutachten eingeholt. Nicht erfolgreiche Antragsteller/innen werden umgehend über die Ablehnung informiert.
  • Antragstellung Stufe 2: Vollanträge sind bis 12. Jänner 2021 per E-Mail einzureichen (Stufe 2 des Auswahlverfahrens). Die Vollanträge müssen einen detaillierten Arbeitsplan und eine Anzahl von Milestones enthalten, deren Erreichung in jährlichen Zwischenberichten berichtet werden muss. Weiters muss ein Data Management Plan (DMP) vorgelegt werden, der Sorge zu tragen hat, dass die in den Projekten erzeugten Daten langfristig gesichert erhalten und für die weitere Forschung daran offen zur Verfügung gestellt werden (open data nach FAIR Prinzipien). In dieser Phase können Fachgutachten eingeholt werden.
  • Im Frühjahr 2021 findet ein Hearing vor der Jury statt, bei dem die Projekte präsentiert und mit der Jury diskutiert werden. Zu dem Hearing können alle vollantragstellenden Projektteams eingeladen werden.
  • Die Vergabeentscheidung durch die unabhängige internationale Jury wird voraussichtlich im April 2021 bekannt gegeben. Die Antragsteller/innen werden über das Ergebnis informiert.

Die Antragsteller/innen nehmen mit ihrer Einreichung bei dieser Ausschreibung zur Kenntnis, dass die damit verbundenen Daten und Unterlagen an die Jurymitglieder und Gutachter/innen weitergeleitet werden. Zweck der Weiterleitung ist die Bewertung des Antrags und die Entscheidungsfindung zur Vergabe der Förderung.


Modalitäten der Förderung (Auszug)

  • Die ausgewählten Projekte müssen spätestens 6 Monate nach Übermittlung des Bewilligungsschreibens starten und haben eine Projektlaufzeit von max. 48 Monaten. Mit den Projektleiter/innen wird eine Fördervereinbarung abgeschlossen. Eine kostenneutrale Verlängerung der Projektlaufzeit ist für einen Zeitraum von max. 6 Monaten möglich, muss allerdings begründet werden.
  • Jährlich ist über den Projektfortschritt und die Mittelverwendung Bericht zu legen. Über eine Änderung des Projektplans muss das Programmmanagement umgehend informiert werden. Nicht gemeldete Änderungen haben die Einstellung des Projekts zur Folge. Es liegt im Ermessen des Programmmanagements, Änderungen zu akzeptieren oder auch extern evaluieren zu lassen und im schlimmsten Fall abzulehnen.
  • Nach Abschluss ist ein umfassender Projektendbericht vorzulegen, der einer Evaluation unterzogen wird. Erst nach erfolgter erfolgreicher Evaluation der Ergebnisse des Projekts gilt das Projekt als abgeschlossen.

Kontakt

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme
Dr. Alexander Nagler
alexander.nagler(at)oeaw.ac.at
T +43 1 51581-1272


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