Geförderte Projekte 2025

Heritage_2024-01_TAGS „Materialities of Annihilation and Resistance: Prisoner Tags from the Mauthausen Concentration Camp“

Projektleitung: Barbara Hausmair, Ulrike Töchterle, Peter Tropper (Universität Innsbruck), Yvonne Burger (KZ-Gedenkstätte Mauthausen), Florian Schwanninger (Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim)

Fördersumme: 547.292,93

Kurzbeschreibung: „Hallo, wie heißt du?“ – eine banale Frage, die wir in unserem Leben tausendmal hören, die aber einen Kern unseres Menschseins berührt: unseren Namen. Namen sind mehr als Identifikationsmerkmale; sie sind tief mit unserer Identität und unseren Beziehungen verbunden – sie sind Teil unseres Selbst. Was also, wenn uns unser Name gewaltsam entrissen wird? Genau das erlebten Millionen Menschen in den Konzentrationslagern der Nazis zwischen 1933 und 1945. Die Schutzstaffel (SS) ersetzte Namen durch Nummern – eine grausame Praxis, die die Menschlichkeit der Opfer systematisch zerstören sollte. Überlebende erinnern die Nummer vor allem als Symbol für Demütigung und Leid. Die archäologischen Objekte, die im Mittelpunkt dieses Projekts stehen, deuten jedoch an, dass sich viele Häftlinge die Nummern aneigneten um ihre Menschlichkeit zu bewahren: Häftlingsmarken. Im Konzentrationslager Mauthausen wurden die Nummern nicht nur auf die Häftlingskleidung genäht, sondern auch auf Metallmarken ausgegeben, die um das Handgelenk oder den Hals getragen werden mussten. Es sind keine SS-Unterlagen bekannte die den genauen Zweck dieser Marken erklären. In den Sammlungen der Gedenkstätten Mauthausen und Hartheim befinden sich 262 solcher Marken, die bei Exhumierungen nach dem Krieg und bei archäologischen Ausgrabungen aus Massengräbern geborgen wurden. Interessanterweise umfasst dieses Ensemble aber nicht nur offizielle, von der SS ausgegeben Marken, sondern auch von Häftlingen gefertigte Objekte. Diese sind oft kunstvoll gestaltet, etwa mit Initialen, Daten oder Ortsnamen. Mit Heritage Sciences erforschen wir die ambivalente Materialität der Marken. Uns interessiert ihre Rolle in der Lagerverwaltung und in Vernichtungsprozessen, aber auch, wie Häftlinge diese Gewaltobjekte umnutzten um sich der Entmenschlichung zu widersetzen. Wir fragen uns auch, ob Marken nach 1945 zu Erinnerungsstücken wurden und welche Bedeutung sie für Überlebende und deren Familien haben. Mit innovativen Ansätzen der Metall-Traceologie untersuchen wir die Produktion offizieller Marken, aber auch Herstellungstechniken selbstgemachter Marken. Wir analysieren die chemische Zusammensetzung der Metalle mit modernsten metallurgischen Methoden um Ausgangsmaterialien, die Zirkulation im KZ-System, und Möglichkeiten der Häftlinge zur Herstellung der eigenen Marke zu durchleuchten. Durch die Verbindung von Archäologie, Archivforschung und Oral History untersuchen wir ihre Funktion und Bedeutungen für verschiedene historische Akteur*innen, aber auch für Überlebende und deren Familien heute. Ziel ist es, neue Einblicke in das Leben der von den Nazis ermordeten Menschen zu gewinnen, grundlegende Richtlinien für den Umgang mit Metallartefakten aus archäologischen Kontexten des 20. Jahrhunderts zu erarbeiten, und ein gemeinsames Bildungsprogramm der beteiligten Gedenkstätten zu entwickeln. So möchten wir zum langfristigen Erhalt und der Wertschätzung dieses einzigartigen materiellen Kulturerbes beitragen.

 

Heritage_2024-04_FunMuseSens „Fungi in museums and collections: a novel, highly sensitive, AI powered sensor system for the early stage detection of fungal contaminations“

Projektleitung: Katja Sterflinger (Akademie der Bildenden Künste, Wien), Elke Kellner (International Council of Museums -ICOM), Jürgen Zanghellini (Universität Wien)

Fördersumme: 549.536,29 €

Kurzbeschreibung: Pilzbefall ist eine der größten Gefahren für Kunst- und Kulturgut in Museen, Sammlungen und Archive. Pilze schädigen Materialien durch Zersetzung, Korrosion und ästhetische Veränderungen und stellen ein Gesundheitsrisiko für Museumsmitarbeiter und Besucher dar. Es wird prognostiziert, dass der Pilzbefall in den kommenden Jahrzehnten in Regionen über dem 50. Breitengrad aufgrund von mehr Niederschlägen und höheren Temperaturen als Folge des Klimawandels erheblich zunehmen wird. Verschärft wird die Situation durch die dringende Forderung an die Museen, klimafreundlicher zu werden und weniger Energie für die Klimatisierung zu verbrauchen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die rechtzeitige Erkennung von Pilzbefall zunehmend an Bedeutung. Es besteht Bedarf an einer einfachen, zuverlässigen und hochempfindlichen Methode zur Früherkennung von Schimmelpilzwachstum in Museen, Sammlungen und Depots. Daher planen wir ein neuartiges Metalloxid-Halbleiter Gas-Sensorsystem mit „künstlicher Intelligenz“ zu entwickeln, um den Geruch (flüchtige organische Verbindungen) zu detektieren, den Schimmelpilze während ihres Wachstums produzieren. Diese Technologie könnte eine „Echtzeit“-Bestimmung der flüchtigen Schimmelpilzemissionen als Marker für das Pilzwachstum ermöglichen und Rückschlüsse auf die Art des Schimmels und sogar auf die Art des befallenen Materials zulassen. In diesem Projekt ist geplant, ein einfach zu installierendes und kostengünstiges System mit hoher Empfindlichkeit für den Einsatz in Museen und Sammlungen anzupassen und zu optimieren. Die Forschung wird in Zusammenarbeit mit Partnermuseen in Österreich durchgeführt, mit dem Ziel, das System für alle interessierten Sammlungen des Kulturerbes verfügbar zu machen.

 

Heritage_2024-09_ACH „Digital Scientific Documentation, Monitoring, and Community Engagement for the Sustainable Management of Austria’s Underwater Heritage“

Projektleitung: Immo Trinks (Universität Wien), Cyril Dworsky (Kuratorium Pfahlbauten), Karina Grömer (Naturhistorisches Museum Wien)

Fördersumme: 549.948,01 €

Kurzbeschreibung: AquaCulturalHeritage ist ein innovatives Forschungsprojekt zur digitalen Dokumentation, Überwachung und nachhaltigen Bewahrung des österreichischen Unterwasser-Kulturerbes. Im Fokus stehen archäologische Stätten in Seen und Flüssen – insbesondere die UNESCO-Welterbestätte „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Das Projekt vereint wissenschaftliche Methoden, digitale Technologien und Bürgerbeteiligung, um das kulturelle Erbe unter Wasser zu schützen.

Viele dieser wertvollen Stätten sind durch invasive Arten wie die Quagga-Muschel bedroht. Diese Muschelart besiedelt archäologische Holzstrukturen, macht sie unkenntlich und gefährdet ihre Erhaltung. AquaCulturalHeritage reagiert auf diese Herausforderung mit modernster Technik: Unterwasserdokumentation mittels 3D-Photogrammetrie, Sonartechnologien und Umweltmonitoring wird mit einem breiten Citizen-Science-Programm kombiniert.

Besonders engagierte Sporttaucherinnen und -taucher werden als Bürgerwissenschaftler:innen geschult, um sowohl Fundstellen als auch das Vorkommen invasiver Arten zu dokumentieren. Grundlage dafür ist die bestehende „IceWatcher“-App, die mit Unterstützung des Bundesdenkmalamts (BDA) für die Unterwassernutzung erweitert wird. Ihre Beobachtungen fließen in eine nationale Datenbank zum Unterwasser-Kulturerbe ein.

Koordiniert wird das Projekt vom Vienna Institute for Archaeological Science (Universität Wien), in Partnerschaft mit dem Kuratorium Pfahlbauten und dem BDA. Zwei geförderte Doktoratsstellen erforschen neue Dokumentationstechniken und Konzepte für Bürgerbeteiligung. In Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste und der Universität Innsbruck werden auch konservierungswissenschaftliche und ökologische Auswirkungen invasiver Arten untersucht.

Workshops, Ausstellungen und öffentlich zugängliche Publikationen sorgen dafür, dass die Ergebnisse einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Das Projekt stärkt nicht nur den Schutz des österreichischen Unterwassererbes, sondern liefert auch ein Vorbild für europäische Forschung im Bereich digitaler Kulturerbe- und Umweltwissenschaften.

 

Heritage_2024-11_INDIGO2.0 „INventory and DIsseminate Graffiti along the dOnaukanal 2.0“

Projektleitung: Geert Verhoeven (Universität Wien), Norbert Pfeifer (Technische Universität Wien)

Fördersumme: 549.778,90 €

Kurzbeschreibung: Graffiti werden oft als Vandalismus oder visuelle Störung abgetan, sind aber vielfach eine kraftvolle, wenn auch flüchtige Ausdrucksformen sozialer, politischer und kultureller Anliegen. Das Projekt INDIGO (IN-ventory and DI-sseminate G-raffiti along the d-O-naukanal) wurde 2021 gestartet, um die zentrale Graffiti-Landschaft Wiens zu dokumentieren, zu archivieren, zugänglich zu machen und zu analysieren. Zwei Jahre lang legte INDIGO theoretische und methodische Grundlagen für die Erforschung zeitgenössischer Graffiti am Donaukanal. Dabei traten zentrale Herausforderungen zutage, die zur Entwicklung von INDIGO 2.0 führten.

Dieses Folgeprojekt reagiert auf den Bedarf an nachhaltigen, technologiegestützten Rahmenkonzepten zur digitalen Bewahrung, Zugänglichkeit und Interpretation moderner Graffiti-Landschaften. INDIGO 2.0 adressiert vier zentrale Hürden aus INDIGO 1.0: die schwierige Erkennung neuer Graffiti, Engpässe bei der Erfassung von Metadaten, Herausforderungen bei der Modellierung raumzeitlicher Beziehungen sowie die unzureichende Eignung relationaler Datenbanken zur Verwaltung komplexer Kulturerbedaten. INDIGO 2.0 setzt auf einen techno-humanistischen Ansatz, um diese Aspekte skalierbar zu bewältigen. Die zentrale Forschungsfrage—Wie lassen sich sich wandelnde Graffiti-Landschaften nachhaltig überwachen und verstehen?—leitet ein dreijähriges interdisziplinäres Entwicklungs- und Anwendungsprogramm.

Fünf inhaltliche Schwerpunkte bilden das Rückgrat des Projekts. Erstens wird ein fahrradgestütztes Multikamerasystem mit Change Detection in der Software AUTOGRAF kombiniert, um neue Graffiti zu erfassen und mit Orthofotos und 3D-Modellen zu dokumentieren. Zweitens werden Annotationen durch maschinelles Lernen und Sprach-zu-Text-Transkription beschleunigt—für regionsspezifische, sprachgesteuerte Verschlagwortung via GRAPHIS. Drittens werden zeitliche Dynamiken mit einer zeitbewussten Ontologie modelliert, die in eine Graphdatenbank eingebettet ist. Diese verwaltet verschiedene (Meta-)Daten und ermöglicht neue Formen der Analyse und Visualisierung komplexer Zusammenhänge. Viertens bestimmt HUEnique die Farben eines Graffitos, verknüpft sie mit standardisierten Namen und ordnet sie via COOLPI entsprechenden Spektren zu. Schließlich liefern Umfragen und interaktive Tools auf der UrbanChameleon-Plattform Einblicke in Sichtbarkeit, Wandel und Übermalung politischer Graffiti.

Durch die Verbindung von Digital Humanities und Technikwissenschaften bietet INDIGO 2.0 übertragbare Innovationen für die Heritage Science—mit Werkzeugen, die auch für Felskunst, Malereianalyse und digitale Kulturerhaltung relevant sind. Das Projekt strebt zudem terminologische Standards und Stilklassifikationen für die Graffiti-Forschung an. INDIGO 2.0 versteht Graffiti nicht bloß als visuelles Rauschen, sondern als reiche, dynamische und interpretierbare Zeugnisse urbaner Gegenwartskultur.

 

Heritage_2024-12_LEGION „machine LEarninG-enabled Identification of archaeological Objects in the middle daNube river basin“

Projektleitung: Dominik Hagmann, Silvia Radbauer (Österreichisches Archäologisches Institut, ÖAW), Sebastian Zambanini, Martin Kampel, Irene Ballester Campos (Technische Universität Wien)

Fördersumme: 243.464,62 €

Kurzbeschreibung: Das Projekt LEGION (machine LEarninG-enabled Identification of archaeological Objects in the middle daNube river basin) entwickelt eine innovative, KI-gestützte Methode zur automatisierten Klassifikation und Analyse römischer Alltagskeramik aus dem UNESCO-Welterbe Carnuntum. Ziel ist es, archäologische Funde effizienter und nachhaltiger auszuwerten – und damit neue Perspektiven auf die römische Provinzialgeschichte und materielle Kultur zu eröffnen.

Die Grundlage bildet ein einzigartiger Datensatz von rund 70.000 2D-Profilzeichnungen von Keramikgefäßen aus mehreren Jahrzehnten archäologischer Feldforschung. Diese werden mit detaillierten archäologischen Attributdaten zu Form, Herstellung, Verzierung, Datierung oder Fragmenttyp sowie neuen (wie auch bestehenden) petrographischen Analysen anhand von Dünnschliffen ergänzt. Das Projekt integriert modernste Machine Learning (ML)-Verfahren sowie Explainable AI (XAI) und Human-in-the-loop (HITL)-Ansätze. So entsteht eine skalierbare, transparente Typochronologie, die eine nachvollziehbare und wiederholbare Analyse erlaubt und neue Erkenntnisse zu Produktions- und Verteilungssystemen ermöglicht.

LEGION bietet daher eine praxisorientierte Lösung für die Klassifikation großer Fundmengen auf Basis etablierter 2D-Dokumentationsstandards – ein echter Innovationsschub für die Heritage Science (HS). Auf komplexe und kostenintensive 3D-Verfahren wird bewusst verzichtet, um die Anwendung in der alltäglichen archäologischen Praxis und kommerziellen Archäologie zu erleichtern.

Neben der Klassifikation liefert LEGION neue Einblicke in Siedlungsdynamiken: Anhand der Verteilung von Keramiktypen lassen sich Wachstums-, Krisen- und Niedergangsphasen der Stadt Carnuntum rekonstruieren. In einem interdisziplinären Ansatz wird die Typochronologie auch gezielt für die Analyse von sozioökonomischen und demografischen Prozessen genutzt. Die gewonnenen Daten erlauben Rückschlüsse auf Handelsnetzwerke, Produktionszentren und die kulturelle Identität in der römischen Provinz.

Alle Daten, ML-Modelle und Werkzeuge werden gemäß den FAIR- und CARE-Prinzipien nachhaltig offen verfügbar gemacht und u.a. in die europäische Forschungsinfrastruktur E-RIHS integriert. LEGION stärkt so Österreichs Sichtbarkeit und Kompetenz in der internationalen Heritage Science und schafft eine wiederverwendbare digitale Infrastruktur, die auch auf andere Fundregionen und Epochen (z.B. Mittelalter) anwendbar ist.

In enger Kooperation zwischen dem Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW, dem Computer Vision Lab der TU Wien, den Niederösterreichischen Landessammlungen, dem ACDH-CH sowie weiteren Partnern entwickelt LEGION ein zukunftsweisendes Tool für Wissenschaft, Denkmalpflege und kulturelles Erbe. Begleitet von einer aktiven Wissenschaftskommunikation (u.a. Social Media, Ausstellung in der Römerstadt Carnuntum, Online-Artikel), fördert LEGION zudem digitale Kompetenz, AI-Literacy und das Bewusstsein für den Einsatz von KI in der HS.

 

Heritage_2024-14_IronArch „Iron architecture in the Austrian monarchy. History of construction, material-related developments and theoretical discourse“

Projektleitung: Gudrun Styhler-Aydın (Österreichisches Archäologisches Institut, ÖAW), Daniel Kiener (Montanuniversität Leoben), Petra Weiss (Bundesdenkmalamt), Dörte Kuhlmann (Technische Universität Wien),

Fördersumme: 549.903,20 €

Kurzbeschreibung: Die industrielle Eisen‐/Stahlproduktion entwickelte sich im 19. Jh. rasant und prägte mit neuen Technologien und Produkten auch die Architektur‐ und Konstruktionsgeschichte in Österreich nachhaltig. Kühne, teilweise weitgespannte Eisenkonstruktionen aus dieser Zeit begegnen uns vielerorts, besonders auch im städtischen Alltag: Brücken, Viadukte, Hallenbauten, aber auch Kuppeln, Glasdächer und Gewächshäuser sind vor unser aller Augen und zeugen als Baudenkmäler von der technischen Kultur ihrer Zeit. Noch umfangreicher sind die verborgenen Eisenkonstruktionen als Tragwerke vieler Gebäude des Historismus. Die wissenschaftliche Erforschung der Massenproduktion mit dem Baustoff Eisen in der Österreichischen Monarchie ist jedoch rar und erfolgte bisher vor allem unter wirtschaftsgeschichtlichen, industriearchäologischen und architekturhistorischen Gesichtspunkten. Weniger Augenmerk lag auf den erhaltenen Bauwerken selbst, ihren zugrundeliegenden Konstruktionsprinzipien, fortschrittlichen Berechnungsmethoden, verbesserten Materialqualitäten, Herstellungsprozessen und Bauverfahren. Das Desiderat wird noch offensichtlicher angesichts drängender denkmalpflegerischer Fragestellungen zum Erhalt der noch in Nutzung befindlichen Bauwerke. Erhöhte Sicherheitsanforderungen, zusätzliche Nutzlasten und auch Auswirkungen des Klimawandels machen effiziente Analysemethoden und belastbare Datensammlungen unentbehrlich. Hier setzt das Projekt IronArch an. In einer exemplarischen, aber detaillierten interdisziplinären Analyse mit spezialisierten Partnern aus den Geistes‐, Natur‐ und Ingenieurwissenschaften werden die Eisentragwerke in der Österreichischen Monarchie mit dem Ziel einer nachhaltigen, systematischen und konsistenten Erfassung und Bewertung untersucht. Erstmals sollen Fragen der Bauforschung, der Geisteswissenschaften, der Denkmalpflege und der Materialwissenschaften zusammenhängend bearbeitet werden, indem ausgewählte Eisentragwerke in Bezug auf Material und Konstruktion, aber auch hinsichtlich ihres zeitgeschichtlichen Stellenwertes analysiert werden. Dieser Ansatz eröffnet neue Forschungsperspektiven mit dem Ziel einer zusammenhängenden Analyse und Darstellung der industriellen und baulichen Aktivitäten im Eisenhochbau des 19. Jh. in der Österreichischen Monarchie auf der Basis einer breiten Palette von erfassten Objektdaten und historischem Quellenmaterial. Der Aufbau einer frei zugänglichen Datenbank für die metallurgischen, chemischen, mechanischen und bautechnischen Parameter historischer Eisenkonstruktionen ermöglicht die Nutzung der Ergebnisse auch zukünftig und ist auf potentielle Fortführung angelegt. Die gleichermaßen notwendige grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung im Projekt erweitert die Basis von Erhaltungsstrategien für derartige Denkmäler und leistet einen wertvollen Beitrag zum europäischen Forschungsstand in diesem Bereich, inklusive wichtiger Impulse für die Kommunikation und zukünftige Vernetzung in der E-RIHS-Community.

 

Heritage_2024-24_AMA „A Mimeo Archaeology. Developing a method to classify mimeographed documents and re-evaluate their historical and social significance.“

Projektleitung: Julien Segarra (Akademie der Bildenden Künste, Wien), Raphael Pickl (Austrian Institute of Technology – AIT)

Fördersumme: 406.739,40 €

Kurzbeschreibung: AMA widmet sich einem bisher in Österreich kaum untersuchten Medium: Der Mimeographie, einer schablonenbasierten Vervielfältigungstechnologie, die im 20. Jahrhundert in Bildung, Verwaltung, Kunst und aktivistischen Kontexten weit verbreitet war. Obwohl sie maßgeblich zur öffentlichen Kommunikation und zur Entwicklung informeller und alternativer Druckkulturen beitrug, bleiben sowohl das technische Verfahren als auch mimeographierte Dokumente in Österreich bisher weitgehend unerforscht. Mimeographierte Dokumente sind in Archiven häufig falsch klassifiziert, und daher nicht angemessen archiviert und geschützt.

Das interdisziplinäre Projekt verbindet Medienwissenschaft, Heritage Science, maschinelles Lernen (ML) und künstlerischer Forschung und entwickelt neue methodische Zugänge zur Identifikation, Analyse und Erhaltung mimeographierter Materialien. Der medienzentrierte, interdisziplinäre Ansatz versteht Mimeographie nicht nur als Reproduktionstechnik, sondern als historisch und materiell verankertes Kommunikationsmedium.

Das Herzstück des Projektes ist die Entwicklung des MAID-Tools (Mimeo Archive IDentification), ein ML-Tool zur Identifikation mimeographierter Dokumente anhand visueller Merkmale, wie Tintenverlauf, Schablonenfehler oder mechanische Spuren. Dieser visuelle Zugang ergänzt klassische Archivpraktiken, die meist auf Metadaten oder Texterkennung beruhen, und ermöglicht eine präzisere Katalogisierung bislang übersehener Bestände. Ergänzend dazu nutzt das Projekt Reenactment als forschungsbasierte Methode, um das implizite, oft verkörperte Wissen rund um historische Vervielfältigungspraktiken zugänglich zu machen. Durch die wissenschaftlich-künstlerische Auseinandersetzung mit Originalgeräten, Schablonen und Tinten werden sinnlich-prozedurale Aspekte der Mediennutzung nachvollzogen. Diese Erkenntnisse fließen in Konservierungsrichtlinien ein, die auf die materiellen Eigenschaften mimeographierter Dokumente zugeschnitten sind.

Alle Ergebnisse werden auf der open-access Online Plattform MAPP (Mimeo Archaeology Project Platform) zugänglich gemacht. Diese vereint das MAID Tool, Konservierungsrichtlinien, Reenactment-Dokumentation und Materialien zum historischen Kontext der Technik. Sie richtet sich an Archivar:innen, Forscher:innen und Künstler:innen, die sich mit technischen und kulturellen Aspekten der Mimeographie auseinandersetzen.

Mit wissenschaftlichen Publikationen, Workshops und einem öffentlichen Symposium fördert das Projekt interdisziplinären Austausch und leistet einen internationalen Beitrag zur Debatte über den Erhalt analoger, marginalisierter Medientechniken. Darüber hinaus leistet es einen innovativen Beitrag und zeigt auf wie Medienarchäologie, Heritage Science und ML gemeinsam neue Perspektiven für archivische Praxis und kulturelle Erinnerung eröffnen können.

 

Heritage_2024-28_SaC „Splendor and Commerce - Exploring Humanist Italian Renaissance Book Production Through Art History and Material Analysis“

Projektleitung: Katharina Kaska (Österreichische Nationalbibliothek), Maria Theisen (Institut für Mittelalterforschung, ÖAW), Wilfried Vetter (Akademie der Bildenden Künste Wien), Robert Sablatnig (Technische Universität Wien), Christa Hofmann (Österreichische Nationalbibliothek)

Fördersumme: 549.826,00 €

Kurzbeschreibung: Wenige Epochen der europäischen Geschichte sind so eng mit der Buchkultur verbunden wie das Zeitalter des Humanismus, in dem die Wiederentdeckung klassischer Autoren eine zentrale Rolle spielte. Um die Auswirkungen auf das intellektuelle Leben Wiens besser zu verstehen, richtet sich der Fokus dieses Projekts auf zwei bedeutende humanistische Sammlungen des 16. Jahrhunderts in Wien: die Sammlung von Bischof Johannes Fabri, der eng mit Erasmus verbunden war, und die Bibliothek des Hofarztes und Historikers Johannes Sambucus. Beide Gelehrten sammelten umfangreiche Bestände, die von ihren Zeitgenossen für ihre klassischen und humanistischen Codices gelobt wurden, von denen viele prachtvoll illuminierte italienische Texte aus Zentren wie Florenz, Rom und Neapel sowie aus der berühmten Biblioteca Corviniana von König Matthias Corvinus von Ungarn stammten.

Ziel der Studie ist es, die künstlerische Ausstattung dieser Handschriften durch die Zusammenschau von kunsthistorischen Erkenntnissen und Materialanalyse zu verstehen. Da im 15. Jahrhundert nicht alle Farbmittel überall in Europa zugänglich waren und Künstler in verschiedenen Städten gelernt und gearbeitet haben, können so ihre Herkunft, Produktion und Handelswege untersucht werden. Dieses Projekt konzentriert sich daher auf drei zentrale Punkte:

• Welche Farbmittel wurden in der italienischen Renaissance-Buchproduktion häufig verwendet?
• Kann die Verwendung bestimmter Farbmittel mit bestimmten Regionen in Verbindung gebracht werden?
• Können anhand der Wahl der Farbmittel bestimmte Werkstätten oder Künstler identifiziert werden?

Die Anwendung von neuer, KI unterstützter Auswertesoftware für die Datenauswertung, erlaubt es eine große Referenzdatenbank für Farbmittel in dieser wichtigen Phase der Handschriftenproduktion zusammenzustellen.

Die Ergebnisse dieses Projekts werden Aufschluss über die Praktiken der Werkstätten in der frühen Neuzeit geben und die Verbreitung der Renaissance-Buchkunst in Europa sowie in die Wiener Gelehrtenwelt beleuchten. Es wird nicht nur das stereotype Bild der „Italienischen Renaissance“ versus des „gotischen Nordens“ hinterfragen, sondern auch die Grundlage für zukünftige Konservierungsmaßnahmen legen, um diese wertvollen Manuskripte als Zeugnisse unseres kulturellen Erbes zu bewahren.

 

Heritage_2024-33_METENCO „Historical Metalworking Techniques and Environmental Influences on the Corrosion and Preservation of Copper and its Alloys“

Projektleitung: Valentina Ljubić Tobisch (Technische Universität Wien), Wolfgang Kautek (Universität Wien), Klaudia Hradil (Technische Universität Wien), Astrid Huber-Reich (Bundesdenkmalamt)

Fördersumme: 550.000,00 €

Kurzbeschreibung: Kaum ein Material prägt unsere Bau- und Kulturgeschichte so nachhaltig wie Kupfer. Ob als Dachdeckung bedeutender Sakralbauten, als künstlerisches Gestaltungselement oder als Alltagsobjekt – Kupfer ist vielseitig, beständig und ästhetisch prägend. Doch gerade diese Eigenschaften sind zunehmend gefährdet: Umweltveränderungen, moderne Herstellungsverfahren und modifizierte Legierungen sowie der Verlust traditioneller Handwerkskunst wirken sich darauf aus, wie historische Kupferobjekte altern und wie sie erhalten werden können.

Das Forschungsprojekt METENCO (METalworking, ENvironment and COpper) widmet sich dieser Herausforderung. Es untersucht, wie sich traditionelle Verarbeitungstechniken, wie Hämmern, Glühen, Polieren oder künstliche Patinierung auf die Korrosionsbeständigkeit und Alterung von Kupfer und Kupferlegierungen auswirken. Dabei werden originale historische Kupferbleche, die bei Restaurierungsmaßnahmen entnommen wurden, mit experimentell hergestellten Referenzproben verglichen. Diese werden nach historischen Methoden gefertigt und gezielt kontrollierten Alterungsprozessen unterzogen.

Ziel ist es, das Zusammenspiel von Materialstruktur, Umweltbedingungen und handwerklicher Bearbeitung besser zu verstehen und daraus praxisnahe Empfehlungen für die Denkmalpflege zu entwickeln. Moderne Umweltbedingungen führen dazu, dass neue Kupferflächen oft dunkel werden, anstatt die ikonische grüne Patina zu entwickeln. Ein solcher Wandel muss nicht nur als wissenschaftliches, sondern auch als kulturelles und ästhetisches Problem betrachtet werden.

Das Projekt verbindet modernste Analysemethoden (z. B. mobile Röntgentechnik, Elektronenmikroskopie, Oberflächenanalytik) mit historischem Wissen und Handwerk. Dadurch entstehen neue Grundlagen für nachhaltige Reinigungs- und Konservierungsstrategien, die sowohl die materielle Substanz als auch die visuelle Kontinuität bewahren.

Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen, Restaurator:innen, Handwerker:innen und Denkmalpfleger:innen leistet METENCO einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des europäischen Kulturerbes in Zeiten des ökologischen und gesellschaftlichen Wandels. Die praxisnahen und zukunftsorientiert Erkenntnisse fließen in Open-Access-Publikationen, Schulungen, Ausstellungen und Leitfäden ein.

Das von der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung aus Mitteln des Fonds Zukunft Österreich finanzierte Förderprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird nach der ersten Ausschreibung 2024 zum zweiten Mal ausgeschrieben und dient erneut der mehrjährigen Förderung von Heritage Science-Forschungsprojekten an Forschungs- und Kulturerbeeinrichtungen in Österreich mit dem Ziel, weitere nachhaltige Forschungsimpulse im Bereich der österreichischen Heritage Science Community zu setzen, in dieser spezifischen Form gleichermaßen Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung zu stärken und die Verankerung in der diesbezüglichen europäischen Forschungsinfrastruktur (E-RIHS) zu festigen.

Zielsetzung

Heritage Science ist ein geistes- und natur- bzw. technikwissenschaftliche Ansätze und Methoden verbindender inter- und multidisziplinärer Forschungsbereich von hoher Relevanz. Er schließt Forschung zu Verständnis, Kommunikation, Bewahrung, Dokumentation, Management, Konservierung und Restaurierung des kulturellen Erbes ein und ist angesichts der Herausforderungen des Klimawandels und der Notwendigkeit der Schonung seiner vielfach einzigartigen und unersetzlichen Objekte in besonderer Weise gefordert, innovative und im weitesten Sinne nachhaltige Lösungen aufzuzeigen.

Die Heritage Science Austria 2.0 Ausschreibung konzentriert sich ausdrücklich auf Forschung am materiellen (greifbaren) Kulturerbe, die sowohl in Österreich durchgeführt wird als auch deren Objekte (etwa Artefakte, Denkmäler und Sammlungen, archäologische Funde und Fundstätten sowie paläontologische Fundstätten von Kulturerbebedeutung) sich in Österreich befinden bzw. zumindest in Österreich verwahrt werden.

Das Förderprogramm soll die Qualität und Vielfalt der in Österreich durchgeführten Heritage Science Forschung steigern und insbesondere zur Schaffung neuer oder Verbesserung bestehender Forschungsinfrastruktur sowie zu Sicherung und Aufbau von Kompetenzfeldern beitragen, die über Projektende hinaus wirken können.

Die interdisziplinär ausgerichteten Projekte müssen ein klares Forschungsziel verfolgen, in dem sowohl geistes- als auch natur- bzw. technikwissenschaftliche Ansätze und Methoden Anwendung finden oder entwickelt werden. Sie müssen von mehreren Institutionen umgesetzt werden, idealerweise als Zusammenarbeit von Forschungs- und Kulturerbeeinrichtungen, um gemeinsam wissenschaftsbasierte Lösungen zu erarbeiten und zu Vernetzung und Wissenstransfer zwischen den Stakeholdern des Kulturerbes und der wissenschaftlichen Community beizutragen.

Die Erkenntnisse aus den Projekten werden open access zur Verfügung gestellt.

Digital Humanities-Projekte oder kulturwissenschaftliche Projekte, die keine Methoden aus den Natur- bzw. Technikwissenschaften (d. h. Heritage Science) einbeziehen, werden nicht gefördert.

Zielgruppe

Das Förderprogramm richtet sich an Institutionen aller Disziplinen in Österreich, an denen Forschung am kulturellen Erbe betrieben wird (Archive, Bibliotheken, Ausgrabungsstätten, Gedenkstätten, Museen, Sammlungen, universitäre und außeruniversitäre Forschungsinstitutionen). Das Projekt muss an mindestens zwei Forschungs-/Kulturerbeinstitutionen in Österreich umgesetzt werden. Die Projektteams müssen interdisziplinär zusammengesetzt sein, auf die Beteiligung wissenschaftlichen Nachwuchses und eine geschlechtergerechte Verteilung geachtet werden. Weitere, Partnerschaften in und außerhalb Österreichs sind erwünscht.

Voraussetzungen für die Antragstellung

  • Einreichung als Team von zwei bis fünf Antragsteller:innen mit abgeschlossenem Studium in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und von mindestens zwei unterschiedlichen Forschungsinstitutionen (orientiert am Forschungsstättenkatalog der Statistik Austria ) bzw. Kulturerbeinstitutionen in Österreich.
  • Die disziplinäre Zusammensetzung des Projektteams steht frei, jedoch sollte mindestens eine der antragstellenden Personen einen natur- oder technikwissenschaftlichen Abschluss und mindestens eine der antragstellenden Personen einen geisteswissenschaftlichen Abschluss aufweisen.
  • Eine der antragstellenden Personen ist Projektleiter:in (principal investigator), die anderen Ko-Projektleiter:innen (co-principal investigator). Projektleiter:in und Ko-Projektleiter:innen müssen einer Forschungs- bzw. Kulturerbeeinrichtung in Österreich angehören.
  • Jede:r Projektleiter:in und jede:r Ko-Projektleiter:in darf sich nur an einem Antrag beteiligen.
  • Die Antragsteller:innen sind bereit, aktiv an der öffentlichen Darstellung des Heritage Science Austria 2.0-Förderprogramms mitzuwirken und an den Rahmenveranstaltungen teilzunehmen.
  • Das Projekt muss an zumindest zwei Forschungs-/Kulturerbeinstitution in Österreich durchgeführt werden. Die Zustimmung der Vertretung der antragstellenden Institutionen ist dem Antrag beizulegen. In der Vollantragsphase ist die Zustimmung aller beteiligten Institutionen erforderlich.
  • Partnerschaften mit ausländischen Forschungs-/Kulturerbeinstitutionen sind möglich, jedoch keine Ko-Antragstellungen.
  • Eine Forschungs-/Kulturerbeinstitution kann mehrere Anträge unterstützen.

Dauer der Förderung

  • mindestens 2 Jahre, maximal 4 Jahre

Höhe der Förderung

Das Budget kann zwischen min. EUR 300.000,- und max. EUR 550.000,- bemessen sein. Die zur Verfügung stehende Gesamtvergabesumme beträgt EUR 4,5 Mio.

Der Förderbetrag soll Overheadkosten in Höhe von 10 % der direkten Projektkosten enthalten.

Die folgenden Arten direkter Kosten sind förderbar:

  • Personalkosten
  • Sachkosten
    • Forschungsinfrastruktur
    • Kosten für Verbrauchsmaterial
    • Reisekosten
    • Sonstige Kosten (etwa Lizenzen, Software, Beauftragung externer Dienstleistungen)

Das Verhältnis zwischen Personal- und Sachkosten sollte ausgewogen sein. Kosten für ausländische Partner:innen können beantragt werden, dürfen jedoch ein Viertel der Antragssumme nicht überschreiten.

Antragsverfahren

Das Verfahren ist zweistufig: Stufe 1 der Antragstellung (Short Proposal/Kurzantrag) ist offen für alle Antragsteller/innen, die die Voraussetzungen für eine Antragstellung (siehe oben) erfüllen; Stufe 2 der Antragstellung (Full Proposal/Vollantrag) ist nur nach Einladung möglich.

Start der Ausschreibung: 4. November 2024

Antragstellung Stufe 1:

  • Durch die:den Projektleiter:in sind bis 15. Jänner 2025 per E-Mail an die Abteilung Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme, (programmmanagement(at)oeaw.ac.at) einzureichen:
    • vollständig ausgefülltes Antragsformular „Short Proposal“ (Vorlage siehe Antragsunterlagen),
    • Unterlagen der Antragsteller:innen (Projektleiter:in und Ko-Projektleiter:innen), bestehend aus CV, Liste der bis zu 10 wichtigsten Forschungsleistungen inkl. Publikationen, Kopie des wissenschaftlichen Abschlusses, unterzeichneter Einverständniserklärung der Institutionen, der die Antragsteller:innen angehören (Vorlage siehe Antragsunterlagen) = in 1 Datei je Antragsteller:in.

Der Eingang der Unterlagen wird per E-Mail bestätigt.

  • Alle Einreichungen, die die notwendigen formalen Antragsvoraussetzungen (siehe Voraussetzungen für die Antragstellung) erfüllen, werden einer unabhängigen inter­nationalen Jury vorgelegt. Die Jury lädt im Sinne der Zielsetzung des Programms und auf Basis von wissenschaftlicher Exzellenz und Originalität des Forschungsvorhabens ausgewählte Projektteams bis Ende März 2025 ein, Vollanträge einzureichen. In dieser Phase werden keine Fachgutachten eingeholt. Nicht erfolgreiche Antragsteller:innen werden umgehend über die Ablehnung informiert.
  • Zu Beginn von Stufe 1 veranstaltet das Programmmanangement jeweils ein deutsch- und ein englischsprachiges Informations-Webinar, in dem Fragen zur Antragstellung besprochen werden können. Die Teilnahme ist optional und potentiellen Antragsteller:innen empfohlen.

Webinare

Webinar (deutschsprachig)Montag, 11. November 2024, 16:00-17:00 Uhr

Webinar (englischsprachig)Mittwoch, 13. November 2024, 16:00-17:00 Uhr

Webinar (englischsprachig) – Mittwoch, 4. Dezember 2024, 16:00-17:00 Uhr


Antragstellung Stufe 2 (nur auf Einladung):

  • Voraussichtliche Einreichfrist für die Vollantragstellung ist der 15. Juni 2025.
  • Die Vollantragstellung besteht im Wesentlichen aus einer Konkretisierung des Kurzantrages in inhaltlicher, methodischer, technologischer und projektorganisatorischer Hinsicht (Arbeits- und Budgetplanung). Der Vollantrag (Full Proposal) muss mit dem Kurzantrag (Short Proposal) vereinbar sein. Über etwaige Änderungen ist die Abteilung Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme in Kenntnis zu setzen. Antragsteller:innen und durchführende wissenschaftliche Institutionen betreffende Änderungen müssen die Voraussetzungen für die Antragstellung erfüllen.
  • Für alle Vollanträge werden externe Fachgutachten eingeholt.
  • Ende September/Anfang Oktober 2025 findet ein Hearing vor der Jury statt, bei dem die Projekte präsentiert und mit der Jury diskutiert werden. Zu dem Hearing können alle vollantragstellenden Projektteams eingeladen werden.
  • Die Vergabeentscheidung durch die unabhängige internationale Jury wird voraussichtlich im Oktober 2025 bekannt gegeben. Die Antragsteller:innen werden über das Ergebnis informiert.

Datenschutz und Regeln guter wissenschaftlicher Praxis

Die Antragsteller:innen nehmen mit ihrer Beteiligung an der Ausschreibung zur Kenntnis, dass die damit verbundenen Daten und Unterlagen an die Jurymitglieder und Gutachter:innen weitergeleitet werden. Zweck der Weiterleitung ist die Bewertung des Antrags und die Entscheidungsfindung zur Vergabe der Förderung (siehe auch Datenschutzinformation der ÖAW).

Die ÖAW ist den Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) verpflichtet. Alle Anträge werden unter Verwendung der Software Similarity (Turnitin) auf Plagiate überprüft. Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis haben den sofortigen Ausschluss des Antrages zur Folge.

Modalitäten der Förderung (Auszug)

  • Die ausgewählten Projekte müssen spätestens 6 Monate nach Übermittlung des Bewilligungs­schreibens starten und haben eine Projektlaufzeit von max. 48 Monaten. Mit den Projektleiter:innen und und den Forschungs-/Kulturerbeinstituten wird eine Fördervereinbarung abgeschlossen. Eine kostenneutrale Verlängerung der Projektlaufzeit ist für einen Zeitraum von max. 6 Monaten möglich, muss allerdings begründet werden.
  • Jährlich ist über den Projektfortschritt und die Mittelverwendung Bericht zu legen. Über eine Änderung des Projektplans muss das Programmmanagement umgehend informiert werden. Nicht gemeldete Änderungen haben gegebenenfalls die Einstellung des Projekts zur Folge. Es liegt im Ermessen des Programmmanagements, Änderungen zu akzeptieren oder auch extern evaluieren zu lassen und im gegebenenfalls abzulehnen.
  • Nach Abschluss ist ein umfassender Projektendbericht vorzulegen, der einer Evaluation unterzogen wird. Erst nach erfolgter erfolgreicher Evaluation der Ergebnisse des Projekts gilt das Projekt als abgeschlossen.

Antragsunterlagen

Ausschreibungstext

Short proposal form

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Kontakt

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme
Dr. Alexander Nagler
alexander.nagler(at)oeaw.ac.at
T +43 1 51581 -1272; -1270