SRO - Strategien zur räumlichen Entwicklung der Ostregion


Zielsetzung und Fragestellungen


Anlass zur Vergabe dieses Forschungsprojekts war für die Planungsgemeinschaft Ost (PGO) die demographische Prognose für die Stadtregion Wien, nach der in den kommenden Jahrzehnten mit einem massiven Bevölkerungswachstum zu rechnen ist – sowohl in der Stadt Wien selbst, aber auch im Umland. Mit dem starken Wachstum von Bevölkerung sind natürlich auch planerische Fragen und Herausforderungen verbunden (Verkehr, Siedlungsstrukturen, Schaffung von gefördertem Wohnbau, Integration von Zuwanderern, Suburbanisierung etc.).

Hauptziele des Projekts sind zunächst die Analyse der Entwicklung in der Stadtregion und im weiteren Verlauf auch die Findung von Ideen und Vorschlägen für geeignete politisch-planerische Strategien, wie man auf das künftige Wachstum möglichst sinnvoll reagieren könnte. Das Projekt ist in insgesamt fünf Module untergliedert, von denen das ISR die ersten beiden übernommen hat: Modul 1 „Analyse der Entwicklung der Stadtregion 1991-2007“, Modul 2 „Szenarien der künftigen Entwicklung der Stadtregion“.

Ergebnisse


In Modul 1 wurde die Entwicklung in der Stadtregion Wien in den Jahren zwischen 1991-2007 in den Bereichen Bevölkerung, Wanderung, Siedlungsstruktur und Wirtschaft in Form zahlreicher kartographischer und tabellarischer Darstellungen nachgezeichnet. Auf dieser Basis wurden die treibenden Kräfte hinter diesen Entwicklungsprozessen identifiziert.

Aufbauend dieser Status Quo-Analyse in Form des „Atlas der wachsenden Stadtregion“ wurde in Modul 2 die Frage danach gestellt, ob und wie das prognostizierte Bevölkerungswachstum in der Stadtregion Wien in siedlungsstruktureller Hinsicht nachhaltig „untergebracht“ werden kann. Hierzu erfolgte eine Analyse der gewidmeten, aber noch ungenutzten Baulandreserven in allen Städten und Gemeinden der Stadtregion auf Ebene eines 1.500m-Rasters.

In der Folge wurde die Stadtregion nach Lagekriterien in verschiedene Entwicklungspotenzialkategorien unterteilt, um herauszufinden, welcher Anteil des erwarteten Wachstums theoretisch auf Baulandreserven in „guten Lagen“ (z.B. in Bezug auf Nähe zu ÖV/IV-Knotenpunkten, Versorgung, Siedlungsverband) bewältigt werden könnte. Diese Analyse hat gezeigt, dass schon zum damaligen Zeitpunkt theoretisch genügend Baulandreserven gewidmet waren, um das Bevölkerungswachstum von 400.000 Menschen auch bei einer nicht vollständigen Baulandmobilisierung zu bewältigen. Auf dieser Erkenntnis baute in weiterer Folge das theoretische Fundament für das Raumordnungsleitmotiv der „Strukturierten Stadtregion“ auf, das bis heute für die Entwicklung in und um Wien Gültigkeit hat.

Publikationen


Faßmann, Heinz, Peter Görgl und Marco Helbich (2009): Atlas der wachsenden Stadtregion. Wien. Endbericht.