Senior Fellowships für Grundlagenforschungsprojekte „Antisemitismus: heute“

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) fördert in einer neuen Ausschreibung bis zu drei Projekte im Bereich Antisemitismus-Forschung.


Einreichfrist:

Einreichungen können bis 15. April 2022 erfolgen.

Projektstart: ab September 2022

Projektort: WIEN


ZIELSETZUNG

Die geförderten Projekte der Grundlagenforschung untersuchen Dynamiken, Herausforderungen und Wirkungen des gegenwärtigen Antisemitismus – unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Situation und Perspektive.

Mit dieser Förderung will die ÖAW wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung stellen, damit Politik und Gesellschaft aktuellen Ausformungen und Entwicklungen des Antisemitismus wissenschaftsbasiert angemessen begegnen und auf dieser Grundlage Schritte und Maßnahmen setzen können, um Antisemitismus zurückzudrängen.


ZIELGRUPPE

Die Ausschreibung wendet sich an bereits fortgeschrittene Wissenschaftler/innen (idealerweise zehn Jahre nach ihrer Promotion), die bereits Erfolge (z.B. Monographie, Drittmittelakquise, Projektleitung u.ä.)  in der Antisemitismusforschung, gegebenenfalls unter Berücksichtigung angrenzender Forschungsfelder wie beispielsweise Radikalisierungs- und Extremismusforschung, Migrations- und Integrations­forschung, Einstellungs- und Verhaltensforschung, mitbringen.

Antragsberechtigt sind einzelne Wissenschaftler/innen aus allen Ländern der Welt, die über verhandlungssichere deutsche und/oder englische Sprachkenntnisse verfügen und bereit sind, für die Dauer des Projekts überwiegend in Wien tätig zu sein.


Fördergegenstand

Gefördert werden Projekte in zwei möglichen Themenfeldern, die sich bislang nicht hinreichend bearbeiteten Forschungsfragen stellen und neue methodische Zugänge in der Antisemitismusforschung unter besonderer Berücksichtigung der gegenwärtigen Situation in Österreich ermöglichen.

Innenperspektiven von Jüdinnen und Juden in Österreich:

Wie erleben Jüdinnen und Juden in Österreich Antisemitismus? Inwiefern gibt es unterschiedliche Ausprägungen und Bedrohungserfahrungen von Jüdinnen und Juden, etwa in der Stadt und am Land oder in verschiedenen Generationen?

Österreichische Spezifika von Antisemitismus:

Inwiefern sind aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus ein österreichisches Phänomen? Inwiefern unterscheiden sie sich von anderen Ländern? Welche Rolle spielen der israelbezogene, der muslimisch geprägte, der links- und der rechtsextreme Antisemitismus sowie Verschwörungsmythen für antisemitische Dynamiken in Österreich heute, ggf. unter Beachtung von Subkategorien, z.B. bildungsbezogen?

Was bedeuten aktuelle antisemitische Entwicklungen für den gesellschaftspolitischen und gesellschaftlichen Umgang mit Antisemitismus in Österreich?

Forschung zu ‚Good Practice‘ sowie zu antisemitismuskritischen Bildungselementen in Österreich ist ebenso ein Desiderat wie zu Antisemitismus und Restitution sowie Antisemitismus und Vernachlässigung jüdisch kulturellen Erbes, z.B. betr. Lokalgeschichte. Weiters sind Antisemitismus und Sprache im österreichischen Kontext sowie Fragen der Verinnerlichung von Gedenkprozessen möglicherweise Besonderheiten, die auch im wissenschaftlichen Vergleich zwischen Österreich und Deutschland untersuchungswürdig sind.

Inwieweit verwenden Museums-, Gedenk- und Erinnerungsstätten, v.a. in österreichischen Städten und Gemeinden, in denen das jüdische Leben vernichtet wurde, klischeehafte Darstellungen von Juden und Judentum, die partiell antisemitischen Subkontext haben und die authentische Eigenperspektive von Jüdinnen und Juden außer Acht lassen?


FÖRDERDAUER

  • zwischen 12 und 18 Monaten

FÖRDERUMFANG

Für jedes der geförderten Projekte bzw. Fellowships ist ein Arbeitsplatz am Campus Akademie im Zentrum Wiens sowie ein Budget von i.d.R. EUR 150.000 bis zu EUR 300.000 vorgesehen.

Förderungen im Rahmen der Fellowships können insbesondere verwendet werden für:

  • Personalkosten (inkl. für Fördernehmer/in)
  • Verbrauchsmaterial
  • Vergabe von Werkverträgen
  • Mittel zur Veranstaltung von bzw. zur Teilnahme an Workshops, Tagungen u.ä.
  • Sonstiges (z. B. Nutzungsentgelte für Infrastrukturen, Reisekosten)

ANTRAGSTELLUNG

Die Anträge werden in deutscher oder englischer Sprache bis 15. April 2022 erbeten an:  application2022(at)oeaw.ac.at

Jeder/r Antragsteller/in kann nur einen Antrag einreichen.


Antragsumfang (siehe Checkliste)

  • Formlose, begutachtungsfähige Projektskizze mit einem Umfang von max. fünf Seiten
  • Motivationsschreiben
  • CV der Antragstellerin / des Antragstellers
  • Vollständige Publikationsliste sowie Liste der fünf wichtigsten Publikationen der Antragstellerin / des Antragstellers
  • Arbeits -und Finanzplan (siehe Finanzplan)

ZEITLICHER ABLAUF DES VERFAHRENS

  • Start der Ausschreibung (online): 15. März 2022
  • Einreichung von Anträgen: bis 15. April 2022
  • Fachliche Begutachtung und Vergabeentscheidung: bis 15. Juni 2022

FÖRDERMODALITÄTEN

  • Die ausgewählten Projekte sollen spätestens 5 Monate nach Übermittlung des Bewilligungsschreibens starten.
  • Nach Abschluss des Projektes ist ein umfassender wissenschaftlicher Projektendbericht inklusive Abrechnung der verwendeten Fördermittel vorzulegen.
  • Die Forschungsergebnisse sollen in geeigneter Form wissenschaftlich publiziert werden.

Kontakt

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme
application2022(at)oeaw.ac.at