Gender & Diversity ist für die ÖAW ein zentrales Thema. Die Akademie schafft ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld und hat sich der Gleichstellung aller Angehörigen der ÖAW verschrieben.

Exzellente Forschung braucht faire Bedingungen. Deshalb setzt die ÖAW gezielt Maßnahmen, die Chancengleichheit und Vielfalt sichern und beim Streben nach wissenschaftlichen Höchstleistungen ein respektvolles, diskriminierungsfreies Arbeits- und Diskursumfeld gewährleisten – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung, sexueller Identität, Religion oder Weltanschauung.

Mit dem Gleichstellungsplan verfügt die ÖAW über ein wirksames Instrument, das messbare Ziele zur Förderung von Gleichstellung und Diversität festlegt und die dafür notwendigen Maßnahmen und Verantwortlichkeiten klar benennt.

Die Gelehrtengesellschaft im Wandel

Die ÖAW entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als Gelehrtengesellschaft und war lange Zeit männlich geprägt. In der Gesamtakademie beträgt der Frauenanteil in der für die Zuwahl maßgeblichen Altersgruppe der Mitglieder unter 60 Jahren bereits 50 Prozent (Stand: Februar 2026).

Dieser Wandel ist auch im historischen Clubraum der ÖAW sichtbar: Seit 2023 ergänzt ein Kunstwerk der Künstlerin Tatjana Lecomte das rein männlich besetzte Gemälde einer Akademiesitzung von Olga Prager (1912) um die Namen weiblicher und nicht-binärer Mitglieder. Das Kunstwerk wird laufend aktualisiert.

 

Frauenförderung und Karriereentwicklung

In Österreich bekleiden Frauen nur rund ein Drittel der Professuren und wissenschaftlichen Leitungspositionen. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, setzt die ÖAW Fördermaßnahmen für unterschiedliche Karrierephasen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von Forscherinnen in MINT-Fächern, in denen Frauen weiterhin unterrepräsentiert sind. Dazu zählen die Berta-Karlik-Fellowships, FEMtech-Praktika und die L’ORÉAL-Stipendien. Als Mitglied des Dual Career Service Supports (DCSS) unterstützt die ÖAW Mitarbeitende in Leitungs- und Schlüsselpositionen bei berufsbedingten Ortswechseln. Die Richtlinie „Akademie und Familie“ schafft verbindliche Rahmenbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Nachwuchswissenschaftler:innen steht ein fächerübergreifendes Mentoringprogramm offen.

Arbeitskultur inklusiv gestalten

Die ÖAW fördert eine inklusive Arbeitskultur und verfolgt eine diskriminierungsfreie Beschäftigungspolitik. Ein besonderer Fokus liegt auf Barrierefreiheit, die bauliche, digitale und arbeitsbezogene Aspekte umfasst.

Zur Unterstützung unterrepräsentierter Gruppen kooperiert die ÖAW in Bewerbungsprozessen mit MyAbility und NEBA. Behindertenvertrauenspersonen sowie Gleichbehandlungsbeauftragte beraten vertraulich zu Anliegen der Gleichstellung, Diversität und Inklusion und tragen zur Sichtbarkeit dieser Themen an den einzelnen Standorten der ÖAW bei. Die Clearingstelle gegen Diskriminierung (CGD) steht Beschäftigten der ÖAW als vertrauliche Anlaufstelle zum Schutz vor Diskriminierung, sexueller Belästigung und Mobbing zur Verfügung.

Der demokratisch gewählte Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) erarbeitet Vorschläge und berät als unabhängiges Gremium Präsidium und Zentrale Verwaltung.

Gender & Diversity Lectures

Die Gender & Diversity Lectures richten sich an eine breite Öffentlichkeit und fördern den Austausch zu Gleichstellungs- und Diversitätsthemen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft. Das Format findet mindestens zweimal jährlich statt.