
CSES-1 (China Seismo-Electromagnetic Satellite 1) wurde als erster von zwei chinesischen Satelliten am 2. Februar 2018 gestartet, um natürliche elektromagnetische Phänomene zu untersuchen, die einen Zusammenhang mit der Erdbebenaktivität auf der Erde haben. Dazu fliegt der Satellit in einer sonnensynchronen, polaren Erdumlaufbahn in ca. 500 km Höhe mit einer Lokalzeit von 02:00 beziehungsweise 14:00 Uhr. CSES-2 folgte im Juni 2025. Das Satellitenprojekt steht unter der Leitung des chinesischen National Institute of Natural Hazards.
Die wissenschaftliche Ausrichtung erfordert die exakte Bestimmung von magnetischen und elektrischen Feldern sowie der Analyse von Plasma und hochenergetischen Teilchen.
Das Instrument zur Messung von magnetischen Gleich- und Wechselfeldern bis ca. 60 Hz wurde in einer Kooperation zwischen dem National Space Science Center (NSSC) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, dem IWF und dem Institut für Experimentalphysik (IEP) der Technischen Universität Graz gebaut. Das NSSC ist für die beiden Fluxgate-Magnetometer, den Instrumentenprozessor und die Energieversorgung verantwortlich. Das IWF baute gemeinsam mit dem IEP ein Quanteninterferenz-Magnetometer (CDSM), das wesentlich zum wissenschaftlichen Erfolg von CSES beiträgt. CDSM ermöglicht eine viel höhere Messgenauigkeit, da Fluxgate-Magnetometer bei hohen Hintergrundfeldern, wie sie bei niedrigen Erdumlaufbahnen auftreten, eine zu geringe Stabilität des Nullpunktes und des Messbereiches aufweisen.
