Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) beschäftigt sich seit 50 Jahren mit der Physik von Weltraumplasmen und den Atmosphären von Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems. Mit rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus zwanzig Nationen ist es eines der größten Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Beheimatet ist das Institut im Victor Franz Hess-Forschungszentrum der ÖAW im Süden von Graz. Am Observatorium Lustbühel betreibt es eine Satelliten-Laserstation, die zu den besten der Welt zählt.

Das IWF ist das einzige Institut in Österreich, das weltraumtaugliche Messgeräte im großen Rahmen entwickelt und baut. Die gewonnenen Daten werden am Institut wissenschaftlich analysiert und physikalisch interpretiert. Die Schwerpunkte dabei sind der Bau von Magnetometern und Bordcomputern sowie die Laserdistanzmessung zu Satelliten und Weltraumschrott. Die wissenschaftliche Datenauswertung dient vor allem der Untersuchung dynamischer Prozesse in der Weltraumplasmaphysik und der Erforschung der oberen Atmosphäre von Planeten und Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Der Weltraum wird seit mehr als 60 Jahren mithilfe von Satelliten erforscht und gibt uns noch immer sehr viele Rätsel auf. Seit Beginn der 80er Jahre trug/trägt das IWF zu rund 40 internationalen Weltraummissionen mit über 100 Messgeräten bei. Derzeit ist das Institut an 23 Projekten beteiligt, die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der NASA oder nationalen Weltraumagenturen in Japan, Russland, China und Südkorea geleitet werden. Die Missionen reichen von Satellitenflotten im erdnahen Weltraum über die Sonnenbeobachtung bis zur Erforschung von Planeten wie Merkur, Jupiter und extrasolaren Planeten. Vom Bau der Messgeräte bis zur Auswertung der Daten beträgt die Projektlaufzeit 10-30 Jahre. Während die Ernte der abgeschlossenen Missionen bereits eingefahren wurde, analysieren die Wissenschaftler/innen eifrig die Daten der laufenden Missionen und im Labor werden die Sensoren und Messgeräte für zukünftige Missionen entwickelt.