Earth System Sciences

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Das Forschungsprogramm Earth System Sciences (ESS), ein von der ÖAW durchgeführtes Programm des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, zielt auf die Erforschung des Systems Erde ab. Im Rahmen von Ausschreibungen werden Forschungsprojekte gefördert, die dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechen. ESS will dadurch Lücken in der österreichischen Förderungslandschaft schließen, etwa hinsichtlich interdisziplinärer Projekte, Projekte der Langzeitforschung sowie der Pionierforschung. Die drei thematischen Ausrichtungen des ESS-Programms sind die von drei Nationalkomitees verwalteten Bereiche Global Change, Geo/Hydro-Sciences sowie UNESCO Man and the Biosphere.


Neue Ausschreibung

Die aktuelle ESS-Projektausschreibung wurde am 23. April 2018 gestartet und läuft bis 13. August 2018.

Zur Ausschreibung (deutsch)

Call (english)

Antragsformular


Nationalkomitees

Die drei Nationalkomitees setzen sich zusammen aus renommierten Wissenschaftler/innen sowie Vertreter/innen von Ministerien und Länderorganisationen. Sie koordinieren die Forschungsaktivitäten, beobachten die österreichische Forschungslandschaft, analysieren den Forschungsbedarf und formulieren Ideen für neue Programmschwerpunkte. Darüber hinaus gestalten die Nationalkomitees gemeinsam die wissenschaftliche Ausrichtung der ESS-Ausschreibungen.

GLOBAL CHANGE

GLOBAL CHANGE

© Günter Köck

Die Forschungsschwerpunkte des Nationalkomitees für Global Change umfassen unter anderem den globalen Wandel in all seinen Facetten, die Gebirgsforschung, geogene Risiken, die Umweltsicherheit sowie das Langzeitmonitoring von Ökosystemen. Neben den über die ESS-Projektausschreibungen vergebenen Fördermitteln vergibt das Nationalkomitee auch Mittel für kleinere Forschungsvorhaben, etwa an Pilotprojekte zur Anbahnung neuer Forschungsfelder, für Forschungsexkursionen oder Expeditionen.

Auskünfte zur Antragstellung: guenter.koeck(at)oeaw.ac.at.

Das Nationalkomitee hat seit der Übernahme der Agenden der früheren Programme wie  Alpenforschung, Global Change oder International Strategy for Disaster Reduction zudem die Vertretung Österreichs in zahlreichen internationalen Forschungsprogrammen, -kooperationen und -netzwerken inne. Dazu gehören etwa beispielsweise Future Earth, das World Climate Research Programme, das International Scientific Committee on Research in the Alps (ISCAR) sowie Long Term Ecosystem Research (LTER). Es ist ferner Mitorganisator des „ForumAlpinum/Alpweek“, einer der renommierten Konferenzreihe zur Alpenforschung ForumAlpinum/Alpweek.

Vorsitz (interimistisch): Roland Psenner (Universität Innsbruck)

Vizevorsitz: (interimistisch): Birgit Bednar-Friedl (Universität Graz)

GEO/HDYRO-SCIENCES

GEO/HDYRO-SCIENCES

© Günter Köck

Die Forschungsschwerpunkte des Nationalkomitees Geo/Hydro-Sciences umfassen Themen des globalen Wandels, sowie alle Bereiche der Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, die Quartärforschung sowie Forschungen zu Mineralstoff- und Grundwasserressourcen. Das Nationalkomitee fördert wissenschaftliche Projekte, sofern diese innerhalb der thematischen Schwerpunkte des IGCP-Programms der UNESCO angesiedelt sind.

Auskünfte zur Antragstellung: guenter.koeck(at)oeaw.ac.at.

Das Nationalkomitee für Geo/Hydro-Scienes übernahm 2013 die Agenden der früheren Programme Geophysik der Erdkruste, UNESCO International Hydrological Programme – IHP und UNESCO International Geoscience Programme, das in Österreich auch die UNESCO Geoparks vertritt.

Vorsitz (interimistisch): Werner Piller (Universität Graz)

Vizevorsitz (interimistisch): Christoph Spötl (Universität Innsbruck)

UNESCO MAN AND THE BIOSPHERE (MAB)

UNESCO MAN AND THE BIOSPHERE (MAB)

© Lois Lammerhuber / Edition Lammerhuber

Das im Jahr 1971 gegründete Programm UNESCO Man and the Biosphere (MAB) widmet sich der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt sowie der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Ziel ist die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie der Bewahrung der jeweiligen kulturellen Werte - kurz: eine nachhaltige Entwicklung der Beziehung Mensch-Umwelt.

MAB fördert interdisziplinäre und international vernetzte Forschung, Modellbildung und Training im nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das Konzept des weltweiten Biosphärenpark-Netzwerkes stellt dabei die Schlüsselkomponente des MAB-Programms zur Umsetzung einer nachhaltigen Gestaltung der Beziehung Mensch-Umwelt dar. Diese international anerkannten Gebiete dienen als eine Art "Freilandlabor", in denen Modelle für eine integrierte nachhaltige Entwicklung der Region bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt entworfen, erprobt und umgesetzt werden.

Weltweit bilden 669 Regionen in 120 Staaten ein Netzwerk von Biosphärenparks, dem auch drei österreichische Modellregionen, der Wienerwald, das Große Walsertal und die Region „Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge“, angehören. Das österreichische MAB-Nationalkomitee fokussiert seine Forschungsvorhaben auf die heimischen Biosphärenparks, fördert aber auch die Kooperation innerhalb des Netzwerks von Weltbiosphärenparks der UNESCO. Die Vergabe von MAB-Forschungsprojekten erfolgt mittels Ausschreibung.

Vorsitz (interimistisch): Arne Arnberger (Universität für Bodenkultur Wien)

Vizevorsitz (interimistisch): Marianne Penker (Universität für Bodenkultur Wien)

www.biosphaerenparks.at


ESS ADVISORY BOARD

Für die Qualitätssicherung zeichnet ein internationales Earth System Sciences Advisory Board verantwortlich. Es berät die Nationalkomitees, die ÖAW und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung bei der Programmentwicklung und diesbezüglichen wissenschaftlichen Fragen. Das ESS Advisory Board hat im Juli 2017 ein Papier erstellt, das die Philosophie des ESS-Programmes widerspiegelt.

Mitglieder des ESS Advisory Board

Mitglieder des ESS Advisory Board

  • Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg; Sprecherin des ESS-AB)
  • Annegret Thieken (Universität Potsdam)
  • Heike Zimmermann-Timm (Goethe Universität Frankfurt am Main)
  • Mark Gessner (Leibnitz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin)
  • Peter Grathwohl (Universität Tübingen)
  • Thomas Schaaf (Terra-Sana Environmental Consulting, Freiburg)
  • Thomas Scheurer (Akademien Schweiz)
  • Reimund Schwarze (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig)