Hintergrund

Straßenraumbilder (Street View Images, SVI), stellen eine weltweit verfügbare Datenquelle dar, die vielfältige Informationen zum öffentlichen Raum, zur funktionalen Nutzung von Ergeschoßzonen oder zu baulichen Strukturen enthält. In den vergangenen Jahren ist die Analyse von SVI-Daten sprunghaft angestiegen, wobei Google Streetview-Daten klar dominieren. Bislang durchgeführte Analysen – zur Erhebung der Bebauungsstruktur, Erfassung von Graffitis im öffentlichen Raum oder Leerstandsananlysen von Einfamilienhäusern – lassen darauf schließen, dass diese Daten beträchtliche Potentiale für die Stadtforschung darstellen. Die Erfassung der Erdgeschoßzonen stellt allerdings noch eine Forschungslücke dar.

Welche Daten enthält dieses Bild? Wie können diese für die Stadtforschung genützt werden?
(Google Street View)

Forschungsprojekt und Ziel

Das Projekt „MOSAIK“ verfolgt das Ziel, kleinräumige sozio-ökonomische Strukturen und Dynamiken im Bereich der Erdgeschoss-Zonen Wiens mittels KI-basierter Methoden aus Bilddaten (SVI und Luftbildern) herauszulesen und zu analysieren. In dem FFG-geförderten Projekt findet dazu eine enge Kooperation mit dem Unternehmen WIGEOGIS statt.

Das Projekt zielt darauf ab, eine robuste und skalierbare Dateninfrastruktur zu entwickeln, die die Basis für weitere Analysen auf der Mikroebene (individuelle Gebäude) darstellt. Mit Modellen für maschinelles Lernen sollen Gebäudemerkmale, Gestaltungselemente im öffentlichen Raum und Erdgeschossnutzungen erkannt werden. Dafür werden zunächst aussagekräftige Trainingsdatensätze generiert, die als Grundlage für das Anlernen und die Validierung verschiedener KI-Modelle dienen. Dieser methodische Ansatz ermöglicht die Ausdehnung des Analyseobjektes vom räumlich begrenzten Trainingsdatensatz auf den gesamten Stadtraum.

Ausblick

Erste durchgeführte Analysen lassen darauf schließen, dass die Daten wichtige, bislang fehlende Informationen – Erdgeschoss-Nutzung, baulicher Zustand der Wohngebäude – für die Forschung bereitstellen. Insbesondere in den Bereichen Gentrifizierung, Segregations- und Ungleichheitsforschung ergeben sich neue quantitative Analysemöglichkeiten. 

Projektlaufzeit

1. Jänner 2026 bis
31. Dezember 2027

Fördergeber

FFG /Bridge-Call