Projekbeschreibung

Dieses Projekt untersucht die räumlichen Integrationspraktiken ukrainischer Geflüchteter in Wien und Prag und fragt danach, wie ihre alltägliche Präsenz zu urbanen Veränderungen beiträgt. Im Mittelpunkt stehen Wohnräume, öffentliche, kulturelle, administrative und soziale Räume sowie entstehende Nachbarschaftsnetzwerke, informelle Treffpunkte, ukrainische Kultur- und Geschäftsinfrastrukturen und Interaktionen mit lokalen Gemeinschaften.

Das Projekt geht über ein Verständnis von Geflüchteten als bloßen Empfängerinnen und Empfängern von Unterstützung hinaus. Es analysiert ukrainische Geflüchtete als urbane Akteurinnen und Akteure, die städtische Räume in ihrem Alltag nutzen, anpassen und mitgestalten. Die vergleichende Perspektive auf Wien und Prag ermöglicht es, zu untersuchen, wie unterschiedliche urbane Kontexte, Integrationspolitiken, Wohnungsstrukturen und lokale Unterstützungssysteme die Verläufe räumlicher und sozialer Integration prägen.

Methodisch kombiniert die Studie Desk Research, die Analyse urbaner Integrationspolitiken und statistischer Daten auf Bezirksebene, vertiefende Interviews mit Expertinnen und Experten aus Stadtverwaltungen, NGOs und relevanten Institutionen, eine Online-Befragung ukrainischer Geflüchteter sowie GIS-gestützte Kartierungen zentraler „ukrainischer“ Räume. Dieser Mixed-Methods-Ansatz ermöglicht es, entstehende soziale Cluster, lokale Netzwerke und räumliche Transformationen in beiden Städten zu identifizieren.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Stadt- und Migrationsforschung, indem es mikro-level-orientierte räumliche Praktiken vertriebener Personen mit übergeordneten Fragen urbaner Governance, der Transformation von Stadtteilen und Inklusion verbindet. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frage, wie ukrainische Geflüchtete urbane Ressourcen nutzen, neue soziale und wirtschaftliche Beziehungen aufbauen und an der Produktion städtischen Raums teilhaben.

Zu den erwarteten Ergebnissen gehören eine vergleichende Analyse räumlicher Integrationspraktiken in Wien und Prag, GIS-gestützte Visualisierungen zentraler Integrationsräume, Erkenntnisse zur Transformation urbaner Bezirke sowie praktische Empfehlungen für Stadtplanung, Politik und lokale Stakeholder. Die Ergebnisse werden zu einem besseren Verständnis beitragen, wie europäische Städte inklusive, nachhaltige und sozial kohäsive Integrationsprozesse im Kontext erzwungener Migration unterstützen können.

Heimatinstitution

Staatliche Einrichtung „Dolishniy-Institut für Regionalforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine“

Projektdauer

01.04.2026 - 01.09.2026

Fördergeber

Joint Excellence in Science and Humanities Programme, Österreichische Akademie der Wissenschaften