Wirtschaftliche Erholung ukrainischer Städte nach dem Krieg auf der Grundlage der Erfahrungen europäischer Länder

Projekbeschreibung

Dieses Projekt untersuchte mögliche Ansätze für die wirtschaftliche Erholung ukrainischer Städte nach dem Krieg unter Berücksichtigung europäischer Erfahrungen in den Bereichen Stadtentwicklung, Planung und Wiederaufbau. Es wurde als Reaktion auf die großflächige Zerstörung der städtischen Infrastruktur in der Ukraine infolge des russischen Krieges sowie auf den dringenden Bedarf an evidenzbasierten Ansätzen für die künftige städtische Erholung entwickelt.
Im Mittelpunkt des Projekts standen ukrainische Städte als zentrale Elemente des nationalen Siedlungssystems sowie als wichtige Räume wirtschaftlicher Erneuerung, sozialer Resilienz und territorialer Entwicklung. Da sich Ausmaß und Charakter der Zerstörungen zwischen Städten und Regionen erheblich unterscheiden, ging das Projekt von der Annahme aus, dass es kein universelles Modell des Wiederaufbaus geben kann. Stattdessen müssen Strategien der Nachkriegserholung die jeweiligen sozioökonomischen, räumlichen, infrastrukturellen und institutionellen Bedingungen jeder Stadt berücksichtigen.
Ein zentraler Bestandteil der Forschung war die Analyse europäischer Ansätze des Stadtentwicklungsmanagements, mit besonderem Fokus auf den Erfahrungen Wiens. Das Projekt untersuchte, wie moderne Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung – darunter Smart Cities, Creative Cities, Green Cities und Learning Cities – zur Rekonstruktion und Erneuerung ukrainischer Städte beitragen können. Besondere Aufmerksamkeit galt der Diversifizierung urbaner Ökonomien, der Stadt der kurzen Wege, gemischten Nutzungsstrukturen, Nachbarschaften als sozialen Räumen, dem öffentlichen Verkehr, der behutsamen Erneuerung historischer Stadtstrukturen sowie einer bürgerorientierten digitalen Verwaltung.
Methodisch kombinierte die Studie Desk Research, die Analyse stadtentwicklungspolitischer Konzepte und regulatorischer Rahmenbedingungen, eine vergleichende Analyse von Wien und Kyjiw sowie Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern lokaler Behörden, Architektinnen und Architekten sowie Projektentwicklern in Wien. Dadurch war es möglich, strategische Konzepte der Stadtplanung mit praktischen Umsetzungserfahrungen zu verknüpfen und die Übertragbarkeit ausgewählter Wiener Praktiken auf ukrainische Stadtkontexte zu bewerten.
Das Projekt leistet einen Beitrag zur Stadt- und Regionalforschung, indem es mögliche Entwicklungspfade für ukrainische Städte nach dem Krieg aufzeigt und Debatten über den Wiederaufbau mit nachhaltiger Stadtplanung, wirtschaftlicher Erneuerung und lokaler Governance verbindet. Es bildet eine Grundlage für die Entwicklung staatlicher und kommunaler Politiken, die auf eine resiliente, inklusive und nachhaltige Erholung ausgerichtet sind.

Ergebnisse

Wissenschaftliche Präsentationen, Veranstaltungen, Medien:

  • Wissenschaftliches Seminar „Wirtschaftliche Erholung ukrainischer Städte nach dem Krieg“, Institut für Raumplanung, Technische Universität Wien, 15. Juni 2022, Wien, Österreich.
     
  • Interview für die Zeitung Die Presse über die Rolle des JESH-Programms bei der Unterstützung ukrainischer Forschender während des Krieges. https://www.diepresse.com/6163109/in-einer-hand-das-kind-in-einer-den-laptop? 
     
  • Teilnahme an der Zweiten Internationalen Konferenz „Grundlagen der modernen wissenschaftlichen Forschung“, Zürich, Schweiz, 12. August 2022. Vortrag: „Besonderheiten der Umsetzung des Smart-City-Konzepts in den Hauptstädten der Ukraine und Österreichs“.
     
  • Teilnahme an der 26. RSEP International Conference on Economics, Finance & Business, Istanbul, Türkei, 22.–23. August 2022. Vortrag: „Die Auswirkungen des Krieges auf die Entwicklung ukrainischer Städte: Bedrohungen und Chancen“.
     
  • Teilnahme an der Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz „Territorial and Inter-Organizational Cooperation 2022“, Brenna, Polen, 28.–30. September 2022. Vortrag: „Wiens Erfahrung nachhaltiger Stadtplanung als Beispiel für den Wiederaufbau ukrainischer Städte nach dem Krieg“.
     
  • Teilnahme als Sprecherin an der Podiumsdiskussion „EU Migration Talks: Trendbarometer Migration and Asylum 2022 – Integration im Kontext des vorübergehenden Schutzes für aus der Ukraine vertriebene Menschen“, organisiert von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) Österreich, 21. Oktober 2022.
  • Teilnahme an der 8th Central European Conference in Regional Science „Resilience of Cities and Regions in an Uncertain Time“, Poznań, Polen, 21.–23. November 2022. Vortrag: „Resilienz ukrainischer Städte im Angesicht globaler Veränderungen“.
     
  • Teilnahme am International Urban Forum, Kyjiw, 22.–23. März 2023. Vortrag: „Die Erfahrung der Nachkriegstransformation Wiens: Von Ruinen zur lebenswertesten Stadt der Welt“.

Publikationen

  • Tkach S. (2022). Features of the implementation of the smart city concept in the capitals of Ukraine and Austria. Grundlagen der modernen wissenschaftlichen Forschungder Sammlung wissenschaftlicher Arbeiten «ΛΌГOΣ» zu den Materialien der II internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz, Zürich, 12. August, 2022. Zürich-Vinnytsia: BOLESWA Publishers & Europäische Wissenschaftsplattform.

  • Tkach, S. (2022). The Impact of the War on the Development of Ukrainian Cities: Threats and Opportunities. The 26th RSEP International Conference on Economics, Finance & Business, Istanbul, 22–23 August 2022. P.15

  • Tkach S. (2023). The Experience of Vienna's Postwar Transformation: From Ruins to the Most Comfortable City in the World. Economics of Urban Renewal: Collection of Materials of the International Urban Forum, Kyiv National Economic University named after Vadym Hetman, Kyiv, March 22–23, 2023. Kyiv: KNEU, 2023. Pp. 379-382.

  • Tkach, S., & Giffinger, R. (2024). A smart indicator concept for post-war resilient development of Ukrainian cities. Rozwój Regionalny I Polityka Regionalna, 18 (68), 29–49. https://doi.org/10.14746/rrpr.2024.68.04

ISR Projektteam

Heimatinstitution

Staatliche Einrichtung „Dolishniy-Institut für Regionalforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine“

Projektdauer

02.05.2022 - 04.09.2022

Fördergeber

Joint Excellence in Science and Humanities Programme, Österreichische Akademie der Wissenschaften