1450

Frühe Reiseberichte

Die Lage von Ephesos ist seit jeher bekannt, da viele Gebäude nie völlig verschüttet worden sind. Zahlreiche Reisende beschreiben und zeichnen die antiken Ruinen, z.B. Cyriacus von Ancona oder Evliya Çelebi.
1863

Erste Ausgrabung

1863 legt der englische Eisenbahningenieur John Turtle Wood zahlreiche Sondagen an. Im Auftrag des British Museum sucht er das Artemision, eines der Sieben Weltwunder der Antike.
1865

Freilegung zahlreicher Bauwerke

Wood vermutet das Heiligtum der Artemis im hellenistisch-römischen Stadtteil. So werden dort im Zuge seiner Grabungen zahlreiche Gebäude, wie das Bouleuterion, das sog. Lukas-Grab und das Große Theater zumindest teilweise freigelegt.
1870

Entdeckung des Artemisions

1870 entdeckt J. T. Wood entdeckt den Tempel der Artemis. Aufgrund des schlechten Erhaltungszustands und ausbleibender Funde beenden seine Geldgeber jedoch ihre Unterstützung. 1874 muss Wood seine Arbeiten einstellen.
1893

Otto Benndorf

1893 schlägt Otto Benndorf, Archäologe an der Universität Wien, dem k.u.k. Cultus-Ministerium ein Grabungsprojekt für Ephesos vor. In dieser Zeit feiern Deutschland in Troja und die Briten in Ägypten große wissenschaftliche Entdeckungen. Daher ist auch die Österreichisch-Ungarische Monarchie auf der Suche nach einer repräsentativen archäologischen Grabung.
1895

Beginn der österreichischen Ausgrabung

Mit der Genehmigung durch den Kaiser und einer großzügigen Spende von Karl Mautner Ritter von Markhof in Höhe von 10.000 Gulden nimmt eine der größten archäologischen Unternehmungen in der heutigen Türkei ihren Anfang. Am 20. Mai startet Otto Benndorf seine Grabung - zuerst im Artemision, dann am Burgberg des heutigen Selçuk, dem Ayasoluk.
1896

Errichtung eines Expeditionshauses

Im nahegelegenen Selçuk wird ein Expeditionshaus errichtet. Noch heute dient es als Stützpunkt für das Grabungsteam.
1898

Gründung des ÖAI

Als Reaktion auf die extrem erfolgreichen Grabungen in Ephesos wird das Österreichische Archäologische Institut gegründet, das 1898 seine Arbeit aufnimmt. Erster Direktor ist Otto Benndorf.
1903

Entdeckung des Parthermonuments

Schon in den ersten Jahren gelingen den Archäologen sensationelle Funde, wie 1903 das Parthermonument. Es wurde in den frühen Jahren der Herrschaft des Antoninus Pius (ca. zwischen 141 und 145 n. Chr.) errichtet und befindet sich heute großteils im Ephesos-Museum in Wien.
1906

Erste Publikation

1906 erschien der erste Band der Reihe »Forschungen in Ephesos«.
1910

Forschungen quer durch die Jahrhunderte

Der Ansatz der ersten Ausgräber ist ein sehr moderner. Sie wollen die Topografie der Stadt und deren Entwicklung durch die Jahrhunderte erfassen. Dabei werden nicht nur die griechisch-römischen, sondern auch islamische Denkmäler berücksichtigt.
1926

Wiederaufnahme nach dem I WK

Nach der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg werden die Grabungen 1926 wieder aufgenommen. Im Zentrum stehen die Bad-Gymnasien-Komplexe und christliche Monumente wie die Marienkirche, die Johannesbasilika und das Sieben-Schläfer-Zömeterium.
1954

Freilegung ganzer Stadtbereiche

Von 1937 bis 1953 war die archäologische Arbeit durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. In den folgenden Jahrzehnten werden unter großem Einsatz von Menschen und Maschinen ganze Stadtbereiche freigelegt. Grabungsleiter sind Franz Miltner und Fritz Eichler.

Die Kuretenstraße

Die »Auferstehung« von Ephesos als Ruinenstadt und Anziehungspunkt für Touristen begann in den 1950er Jahren mit der Freilegung der wichtigsten Verkehrsader der Stadt, der Kuretenstraße.
1957

Erste Wiedererrichtungen

Der Hadrianstempel und die Johannesbasilika werden wiedererrichtet.
1969

Entwicklung zu einem Großunternehmen

Speziell unter Grabungsleiter Hermann Vetters entwickelt sich die Grabung Ephesos zu einem Großunternehmen. Die intensiven Grabungsaktivitäten werfen aber auch Fragen nach der Erhaltung der freigelegten Denkmäler auf.
1978

Wiedererrichtung der Celsusbibliothek

Nach knapp zehnjähriger Arbeit ist 1978 die Wiedererrichtung der Celsusbibliothek abgeschlossen.
1990

Neue Schwerpunkte

In den 1990er Jahren verlagerte sich der Forschungsschwerpunkt von großflächigen Freilegungen hin zu Aufarbeitung und Publikationstätigkeit. Bei Feldforschungen werden heute modernste und zum Teil zerstörungsfreie Methoden eingesetzt und nur gezielte Grabungen durchgeführt.
1999

Schutzbau für das Hanghaus

Bereits kurz nach der Entdeckung des Hanghauses 2 wird beschlossen, den Malerei- und Mosaikenschmuck an Ort und Stelle zu belassen. 1999/2000 wird unter der Grabungsleitung Friedrich Krinzinger ein adäquates Schutzdach errichtet. Seitdem ist der antike Wohnkomplex öffentlich zugänglich.
2025

Touristenmagnet

Ephesos ist die am meisten besuchte archäologische Stätte der Türkei. Rund 4 Millionen Menschen besuchen die antiken Ruinen pro Jahr. Die hohe Besucheranzahl ist Herausforderung und Chance zugleich. Das große Interesse an den Ruinen macht Ephesos aber bekannt und führt zu einer hohen Akzeptanz des wissenschaftlichen Unternehmens in der Öffentlichkeit.

Moderne Forschung

Heute ist Ephesos ein großes Grabungsunternehmen, zu dessen Aufgaben die archäologische Grundlagenforschung, aber auch der Denkmalschutz, die Ausbildung von Studierenden und die Wissensvermittlung zählen. Die zentrale Zielsetzung der Archäologie ist es, die komplexe Siedlungsgeschichte der antiken Metropole, die durch Eingriffe des Menschen und der Natur geprägt wurde, zu rekonstruieren.

Die Verwendung der Fotos der Grabung von J. T. Wood erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Beazley Archive