Das Österreichische Archäologische Institut unterhält in Selçuk eine Außenstelle, die hauptsächlich der Grabung Ephesos, der größten wissenschaftlichen Unternehmung der Republik Österreich im Ausland, als Forschungs- und Infrastruktureinrichtung dient. Zudem werden von dieser Außenstelle auch weitere Forschungsunternehmungen des ÖAI in der Türkei administrativ und logistisch koordiniert.

Bereits mit Beginn der österreichischen Grabungen in Ephesos im Jahre 1895 wurde ein erstes Gebäude als Arbeitsstätte, Funddepot und Quartier für das Team auf einem eigens vom ersten Grabungsleiter Otto Benndorf angekauften Areal im Schatten der seldschukischen Zitadelle von Ayasoluk erbaut. Sukzessive wurde die Anlage im Laufe der Jahre erweitert, um den stets steigenden, wissenschaftlichen und arbeitstechnischen Anforderungen zu entsprechen. Heute dient es als Unterkunft für rund 60 Mitarbeiter_innen.

Die Außenstelle bietet nahezu alle Einrichtungen und Möglichkeiten, derer es für die Durchführung eines archäologischen Großunternehmens: Neben Bereichen für die Bearbeitung und Dokumentation von Fundmaterial, deren Restaurierung sowie Konservierung wurden in den letzten Jahren Labore für naturwissenschaftliche Analysen eingerichtet bzw. ausgebaut. Eine große archäozoologische Vergleichssammlung ermöglicht beispielsweise die Bearbeitung von Tierknochen vor Ort. Das Fundmaterial kann sachgemäß in einem mehrstöckigen Depot gelagert werden, zudem ist eine räumliche Nähe zum lokalen Museum gegeben.

Eine umfangreiche Präsenzbibliothek mit Literatur zu Ephesos, zur Archäologie in der Türkei und zu den Forschungen des Österreichischen Archäologischen Instituts steht sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Grabung als auch Forscherinnen und Forschern vor Ort zur Verfügung.

Auf administrativer Ebene fungiert die Außenstelle gemeinsam mit der Zentrale Wien als direkter Ansprechpartner für die türkischen Behörden, die für die Durchführung archäologisch-altertumswissenschaftlicher Feldforschungen und Arbeiten in den Museen zuständig zeichnen, aber auch für Wissenschafter_innen des Landes, die der Grabung durch Kooperationen verbunden sind.

Die Außenstelle Ephesos dient jedoch auch der Dissemination der archäologischen Forschung: So werden gemeinsam mit lokalen und regionalen Partnern Veranstaltungen organisiert. Neben (populär-)wissenschaftlichen Abendvorträgen werden Seminare für lokale Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittlern veranstaltet, um die neuesten Ergebnisse präsentieren zu können. Regelmäßige Summerschools für türkische und internationale Studierende vermitteln Eindrücke in das wissenschaftliche Arbeiten mit den ephesischen Funden und Befunden. Mehrtätige, internationale Konferenzen mit Bezug zur Grabung Ephesos runden das Bild dieser Aktivitäten ab.

Zusätzlich zu all diesen Funktionen nimmt die Außenstelle auch eine kulturpolitische Funktion wahr. Regelmäßige Besuche österreichischer, türkischer und internationaler Vertreter von Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur zeigen eindrucksvoll die Bedeutung der Welterbestätte Ephesos über die Archäologie hinaus.

 



 
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