Die Arbeitspapiere des ITA

In dieser Reihe stellt das ITA eigene Forschungsergebnisse in Form von Arbeitspapieren dar, publiziert aber auch Beiträge von Gästen des ITA. Die Beiträge werden intern doppelt referiert. Verantwortliche Redakteur für das ITA ist Michael Ornetzeder.

Die ITA-Manu:scripte werden auf EPUB.OEAW veröffentlicht und sind auch in RePEc abrufbar.

ISSN (online): 1681-9187

ITA-Manu:scripte Deutsch

  • Wie läßt sich konstruktiv mit verhärteten Wissenskonflikten umgehen? (ITA-manu:script 25-02). / Bogner, Alexander; Kirchner, Agnes; Miko-Schefzig, Katharina et al.
    2025. (ITA-manu:script).

    Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell die Wissenschaft zum Gegenstand öffentlicher Konflikte und Attacken werden kann, wenn Expertise zur zentralen politischen Ressource wird. Daraus ergeben sich zwei grundsätzliche Fragen: (1) Warum trägt eine Verwissenschaftlichung von Konflikten nicht zu deren Lösung bei? (2) Und wie lässt sich ein konstruktiver politischer Dialog über wissenschaftsbasierte Themen dennoch stärken? Die erste Frage wird im qualitativen Teil der Studie behandelt: Es wird gezeigt, dass in hochgradig verwissenschaftlichten Krisen alle Konfliktparteien sich auf Expert:innen (oder Pseudoexpert:innen) berufen. Der Konflikt wird selbst zum Mittel, um epistemische Autorität dort, wo eine institutionelle Basis fehlt, situativ zu behaupten. Dies erklärt das Desinteresse der Maßnahmengegner:innen an einer Konfliktlösung.
    Im quantitativen Teil der Studie wird die zweite Frage diskutiert: Anhand von Survey-Experimenten wird gezeigt, dass sich das Vertrauen in die Wissenschaft steigert, wenn die politikberatenden Expert:innen nicht von der Regierung, sondern von der Wissenschaft selbst ausgewählt werden. Außerdem spielt der Kommunikationsstil der Expert:innen eine wichtige Rolle: Vertrauen entsteht dort, wo sie nicht als missionsgetriebene Aktivist:innen auftreten, sondern als bescheidene Berater:innen, die der Politik verschiedene, gut begründete Handlungsoptionen eröffnen. Allerdings haben Expert:innen im Fall stark politisierter Themen sowieso einen schweren Stand, wie der Vergleich mit politisch unbelasteten Themen zeigt.

  • Wissenschaftliche TA - Begriffe, Typologie und Konsequenzen für die Praxis (ITA-manu:script 23-02). / Nentwich, Michael.
    2023. (ITA-manu:script).
  • Emergierende Technowissenschaften - Am Beispiel von Systembiologie und Synthetischer Biologie (ITA-manu:script 20-01). / Kastenhofer, Karin.
    2020. (ITA-manu:script).

    Systembiologie und Synthetische Biologie können als Beispiele emergierender Technowissenschaft verstanden werden. Sie sind wesentlich geprägt durch Zukunftsversprechungen und Visionen, eine bestimmte Logik der Namensgebung und -verwendung, bestimmte Formen sozialer Organisation, die Einbettung in ein bestimmtes Förder- und Innovationsregime sowie eine charakteristische Matrix an Handlungsorientierungen in der Forschungspraxis. Diese spezifische Konstitution von Forschung hat ihrerseits Konsequenzen für Wissenschaftsforschung, Wissenschaft und Wissenschaftspolitik.

  • Kann es eine digitale Souveränität Österreichs geben? Herausforderungen für den Staat in Zeiten der digitalen Transformation (ITA-manu:script 19-01). / Nentwich, Michael; Jäger, Wilfried; Embacher-Köhle, Gerhard et al.
    2019. S. 42 (ITA-manu:script; Band 19-01).

    Bislang wurden Dienste auf Basis moderner Informationstechnologie (IT) innerhalb der Verwaltung, wie Cloudcomputing, Automatisierung und Künstliche Intelligenz, hauptsächlich aus den Blickwinkeln der technischen Machbarkeit, der BenutzerInnenfreundlichkeit und der wirtschaftlichen Effizienz betrachtet. Die Perspektive der staatlichen Souveränität, also der digitale Souveränität, steht noch aus. Dieser Artikel ist ein erster Versuch, die zahlreichen Folgen der IT für unser Verständnis der Rolle des Staates im Allgemeinen, der Plattform-Souveränität und der staatlichen Rolle als Regulator, Dienstleistungsanbieter und Käufer solcher Technologien zu überblicken. Darüber hinaus werden die gesellschaftlichen Folgen und Risiken der digitalen Technologien für politische und administrative Funktionen dargestellt und diskutiert. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die Souveränität des Staates im digitalen Zeitalter unter großem Druck steht, sie stellen die entscheidenden Fragen, die in der Folge näher untersucht werden sollten und machen Vorschläge, wie die Gesellschaft mit dieser Herausforderung umgehen könnte.

  • Normative Leitbilder in der Technikfolgenabschätzung (ITA-manu:script 18-02). / Moser, Elias.
    2018. (ITA-manu:script).

    In diesem Artikel werden fünf in der Technikfolgenabschätzung zentrale normative Leitideen erläutert und analysiert, nämlich der Begriff des Gemeinwohles, die Konzepte der Nachhaltigkeit und der Sozialverträglichkeit, die Bedeutung von Grundrechten und zuletzt der Ansatz von Responsible Research and Innovation. Dabei werden einige versteckte Wertannahmen, die sich hinter den Konzepten verbergen, aufgedeckt. Ziel ist es aufzuzeigen, worauf normative Schlussfolgerungen über Technikfolgen theoretisch aufbauen. Zuletzt werden die fünf Konzepte miteinander in Beziehung gesetzt. Es wird dargelegt, welche Überschneidungen bestehen und welche Widersprüche zwischen den unterschiedlichen normativen Forderungen entstehen, die aus den jeweiligen Leitbildern folgen.

  • Vom Wissen zum Können, vom Lehren zum Forschen? Der Wandel biologischer Wissenschaftskultur am Universitätsstandort Wien (ITA-manu:script 18-01). / Kastenhofer, Karen; Novy, Katharina.
    31 S. 2018. (ITA-manu:script).

    Der vorliegende Bericht widmet sich der Rekonstruktion unterschiedlicher akademischer „Biologien“ am Universitätsstandort Wien: was unter biologischer Forschung und Lehre verstanden wird, wie diese bezeichnet und realisiert werden, mit welchem Selbstverständnis und in welchen sozialen Formationen sie ausgeübt werden, war auch in den letzten Jahrzehnten einem fundamentalen Wandel unterworfen. Auf Grundlage von vier narrativen Interviews mit ProfessorInnen unterschiedlicher Wissenschaftsgenerationen wird die Bandbreite dieses Wandels skizziert und auf synchrone paradigmatische Unterschiede (insbesondere zwischen „organismischer“ und „molekularer“ Biologie) eingegangen. Daran knüpft eine Diskussion der Bedeutung dieses Wandels für die Governance von TechnoWissenschaft im Allgemeinen wie für die Technikfolgenabschätzung im Besonderen an.

  • Neuroenhancement – (k)ein Thema? (ITA-manu:script 17-01). / Torgersen, Helge; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2017. (ITA-manu:script).

    Ist Neuroenhancement, die pharmakologisch oder mit Hilfe von Magnetfeldern oder Schwachstrom bewirkte Steigerung der Hirnleistung, (noch) ein Thema für Technikfolgenabschätzung (TA)? Neuroenhancement galt lange als gesellschaftlich brisante Entwicklung im Dunstkreis der Converging Technologies, befeuert durch transhumanistische Vorstellungen einer kognitiv über sich selbst hinauswachsenden Menschheit. Der Missbrauch existierender Pharmaka und die Verfügbarkeit einschlägiger (ungeprüfter) Geräte schienen Nachfrage und Brisanz zu untermauern. TA-Studien und andere Untersuchungen kamen allerdings zum Ergebnis, dass gängige Verfahren kaum wirksam sind, dass der Neuentwicklung grundsätzliche und institutionelle Hindernisse entgegenstehen und dass kaum medizinischer Bedarf besteht. Dennoch wurden in den letzten Jahren insbesondere individuelle und gesellschaftliche Folgen einer hypothetischen Anwendung bearbeitet, wobei man – Realisierungsprobleme hintanstellend – implizit von wachsender Verbreitung ausging. So sollte das EU-Projekt NERRI „gegenseitiges Lernen“ der Stakeholder und die breite öffentliche Debatte fördern. Mittlerweile hat sich Ernüchterung bezüglich der Realisierbarkeit eingestellt und der Fokus auf bestehende gesellschaftliche Problemlagen verlagert, die mit Neuroenhancement zu bestimmten Folgen führen könnten. Ob eine solche Konstellation für TA interessant ist bzw. was am Thema Neuroenhancement weiterhin für TA relevant sein könnte, wird in dem Beitrag diskutiert.

  • Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Aus- und Weiterbildung (ITA-manu:script 15-03). / Pfeiffer, Sabine; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2015. (ITA-manu:script).

    Der Beitrag beschäftigt sich mit neuen Kompetenzen und Qualifizierung im Kontext von Industrie 4.0. Einführend wird der Forschungsstand skizziert und die Defizite in der bestehenden Datenlage deutlich gemacht. Obwohl Industrie 4.0 auch viele Dienstleistungs- und Logistikbereiche tangiert, konzentriert sich die Studie auf Veränderungen in den Kernbereichen industrieller Produktionsarbeit und legt einen Schwerpunkt auf das System der dualen Aus- und Weiterbildung, da dieses in Deutschland wie in Österreich eine hohe und fast einmalige Bedeutung hat. Ausgehend von derzeit diskutierten Gestaltungsszenarien einerseits und der Innovationsfähigkeit des dualen Systems andererseits werden Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen entlang von vier qualifikationsrelevanten Dimensionen von Industrie 4.0 konkretisiert und schließlich Handlungsempfehlungen für Politik, Unternehmen und Sozialpartner abgeleitet.

  • Stromnetze: Bedarf, Technik, Folgen (ITA-manu:script 15-01). / Grünwald, Reinhard; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2015. (ITA-manu:script).

    Gegenwärtig befindet sich das deutsche Stromsystem in einem Umbruchprozess historischen Ausmaßes. Getrieben wird dies durch mehrere sich gegenseitig verstärkende Trends: ein dynamischer Ausbau der regenerativen Stromerzeugung, die Abkehr von nuklearen sowie CO2-intensiven Stromerzeugungstechnologien sowie die zunehmende Integration des europäischen Binnenmarkts. Hieraus resultiert ein erheblicher Um- und Ausbaubedarf bei den Übertragungsund Verteilnetzen. Dies ist mit erheblichen Eingriffen in die Lebensumwelt vieler Bürger und einer Vielzahl von tatsächlichen bzw. vermuteten Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen verbunden. Ein offener gesellschaftlicher Diskurs und eine aktive Beteiligung von Bürgern am Planungsprozess sind daher anzuraten, damit dieser Transformationsprozess gelingen kann.

  • Ökonomik in der Technikfolgenabschätzung – eine Bestandsaufnahme (ITA-manu:script 14-03). / Wächter, Petra; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2014. (ITA-manu:script).

    Ökonomische Analysen und Bewertungen sind als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Betrachtungsweise aus der Technikfolgenabschätzung nicht wegzudenken. Insbesondere in den ökonomischen Modellen der Neoklassik kommt dem technischen Fortschritt eine bedeutende Rolle zu, da durch diesen wirtschaftliches Wachstum erklärt wird. Nach der Darstellung der wichtigsten ökonomischen Methoden in der Technikfolgenabschätzung wird in den Forschungsgebieten Informations- und Kommunikationstechnologien, Nachhaltigkeit und Biotechnologie zum einen gezeigt, welchen theoretischen Hintergrund es dazu gibt und zum anderen werden exemplarisch empirische Forschungsarbeiten mit ökonomischem Fokus innerhalb der Technikfolgenabschätzung sowie TA-relevante Ergebnisse aus anderen Bereichen dargestellt. Die Ergebnisse zeigen die methodische und thematische Vielfalt ökonomischer Fragestellungen in der Technikfolgenabschätzung auf.

ITA-Manu:scripte Englisch

  • Responsible research and innovation in positive energy districts (ITA-manu:script 26-01). / Regen, Livia; Ornetzeder, Michael.
    2026. (ITA-manu:script).
  • Generative AI in policy-oriented technology assessment (ITA-manu:script 25-01). / Jahnel, Jutta; Nentwich, Michael; Riousset, Pauline et al.
    2025. (ITA-manu:script).
  • The role of users in smart energy pilot and demonstration projects: Evidence from Austria, Denmark and Norway (ITA-manu:script 24-01). / Ornetzeder, Michael; Bettin, Steffen; Christensen, Toke Haunstrup et al.
    2024. (ITA-manu:script).
  • Assessment of Socio-Technical Configurations: Towards a new framework for studying societal implications of energy innovations (ITA-manu:script 23-01). / Ornetzeder, Michael; Udrea, Titus; Bettin, Steffen et al.
    2023. (ITA-manu:script).
  • Technology Assessment in Central and Eastern Europe - Status quo in 2022 and future prospects (ITA-manu:script 22-01). / Sinozic-Martinez, Tanja; Udrea, Titus; Nentwich, Michael et al.
    2022. (ITA-manu:script).
  • COVID-19 – Voices from academia (ITA-manu:script 21-02). / Kastenhofer, Karen; Friesacher, Hannah Rosa; Reich, Alexander et al.
    2021. (ITA-manu:script).
  • Three decades of institutionalised TA in Austria (ITA-manu:script 21-01). / Nentwich, Michael; Daniela, Fuchs.
    2021. (ITA-manu:script).
  • Parliamentary Technology Assessment Institutions and Practices. A Systematic Comparison of 15 Members of the EPTA Network (ITA-manu:script 16-02). / Nentwich, Michael; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2016. (ITA-manu:script).

    This paper is a systematic comparison of 15 institutions world-wide, which deliver technology assessment (TA) services to their respective parliaments, i.e. perform parliamentary technology assessment (PTA). The fields of comparison are: the role of the parliamentarians (members of parliament) in the TA process; the institutional location inside or outside the parliament; the competence in the parliament for dealing with TA; the type of financing of PTA activities; the mission of the (P)TA institution; its legal status; how topics are selected; whether the topics have a narrower or wider technology notion; what the time frame for the chosen topics is; the working modes; the methods; the number of staff and budget; and finally how they communicate their results.

  • Opening the black box of participation in medicine and healthcare (ITA-manu:script 16-01). / Savio, Del; Buyx, Alena; Prainsack, Barbara et al.
    2016. (ITA-manu:script).

    This paper unpacks the notion of public and patient “participation” in medicine and healthcare. It does so by reviewing a series of papers published in the British Medical Journal, and by discussing these in the light of scholarship on participation in political and social theory. We find that appeals to public participation in this series are based on a diverse, potentially contradictory, set of values and motivations. We argue that if these diverse values and motivations are not carefully distinguished, appeals to participation can be an impediment, rather than an enhancement, to greater transparency and public accountability of health research.

  • Effects of Industry 4.0 on vocational education and training (ITA-manu:script 15-04). / Pfeiffer, Sabine; Aichholzer, Georg (Herausgeber:in).
    2015. (ITA-manu:script).

    The paper is concerned with new competencies and qualification in the context of Industry 4.0 (also addressed as the Industrial Internet). The introductory section will outline the state of re- search and highlight the deficits in the existing data. Although Industry 4.0 also affects many service and logistics sectors, the study concentrates on changes in the core areas of industrial manufacturing work, and focuses on the system of dual vocational education and training, as this has a high, almost unique significance in Germany and Austria. Beginning with develop- ment scenarios that are currently under discussion, and with the innovative capacity of the du- al system, the paper outlines specific competency and qualification requirements in relation to four qualification-relevant dimensions of Industry 4.0, and, lastly, uses these to make recom- mendations for policymakers, companies and social partners.