Arthur Schnitzler – Kritische Edition (Frühwerk) III

Das Arthur-Schnitzler-Projekt "Arthur Schnitzler – Kritische Edition (Frühwerk) III" widmet sich der Erstellung und (digitalen) Publikation einer historisch-kritischen Edition des literarischen Frühwerks des österreichischen Schriftstellers Arthur Schnitzler (1862-1931). Die Hybrid-Edition entsteht in Kooperation zwischen dem Institut für Germanistik der Universität Wien und dem ACDH und geht zurück auf die vom FWF finanzierten Projekte "Arthur Schnitzler - Kritische Edition (Frühwerk) I-III" (Leitung Konstanze: Fliedl). Zusätzlich zum Erscheinen der einer Printausgabe bei De Gruyter (wie bereits in den Vorgängerprojekten seit 2010), wird am ACDH eine digitale Edition erarbeitet. Das Projekt zielt darauf ab, Schnitzlers Handschriften und die Ergebnisse mehrerer früherer Projekte öffentlich zugänglich zu machen und die Sicherung ihrer offenen Zugangsposition zu gewährleisten.

Während Arthur Schnitzlers Werke ein kanonischer Teil der modernen österreichischen Literatur sind, haben Wissenschaftler unter der Leitung von Konstanze Fliedl (Universität Wien) erst im Jahr 2010 das Projekt einer historisch-kritischen Edition seiner Werke unternommen. Die Tatsache, dass eine Dokumentation seines Schreibprozesses durch alle überlieferten Manuskripte und Textfassungen nicht früher versucht worden war, ist zum Teil auf seine weitgehend unleserliche Handschrift und zum Teil auf die komplizierte Situation seines Nachlasses zurückzuführen: 1938, beim ‚Anschluss‘ an Hitlerdeutschland, waren sämtliche seiner hinterlassenen Papiere nach Cambridge in Sicherheit gebracht worden. Während Schnitzlers Sohn später die "privaten" Teile des Nachlasses, das Tagebuch und die Korrespondenzen, dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach überließ, wird ein großer Teil der Werkmanuskripte nach wie vor an der University Library Cambridge verwahrt. Andere Nachlassteile liegen in Exeter, Genf, Jerusalem und anderen Orten, was die Bearbeitung erschwert. Dennoch blieb die Herausgabe einer historisch-kritischen Ausgabe ein Desiderat, zumal die im Fischer-Verlag erschienenen Lesetexte aufgrund früherer Korrektur- und Bearbeitungsvorgänge sehr unzuverlässig sind.


Bereits die Vorgängerprojekte (Arthur Schnitzler - Kritische Edition (Frühwerk) I, 2010-2014 und Arthur Schnitzler - Kritische Edition (Frühwerk) II, 2014-2018) beschäftigten sich mit Schnitzlers Frühwerk, das im Gegensatz zu späteren Werken hauptsächlich in handschriftlicher Form überliefert ist und nicht in Typoskripten. Der erste Schritt bestand darin, Richtlinien zur Transkription der Manuskripte zu erstellen. In der Edition werden alle überlieferten Manuskripte als Faksimiles in Originalgröße neben diesen Umschriften präsentiert. Die Bände enthalten auch den Drucktext des jeweiligen Werks, in der Regel basierend auf dem Erstdruck, sowie einen Variantenapparat, der alle Abweichungen bis zur letzten, von Schnitzler selbst durchgesehenen, Ausgabe verzeichnet wurde. Neben einer Einführung in die Entstehungs- und Druckgeschichte enthalten die Bände auch einen Kommentar, der kulturhistorische Besonderheiten, österreichspezifische Gegebenheiten oder Dialektausdrücke beleuchtet.


Die folgenden zehn Bände sind bisher bei de Gruyter erschienen:

Im Entstehen sind derzeit die Bände "Reigen", "Paracelsus" und "Der grüne Kakadu".

Ab Beginn der zweiten Projektphase wurden alle Daten auch nach TEI-Richtlinien verarbeitet, um sie über die Printausgabe und eBooks hinaus digital verfügbar zu machen. Das nun an der Universität Wien und am ACDH angesiedelte dritte Projekt arbeitet an der Onlineveröffentlichung dieser Editionen. Darüber hinaus steht das Editionsteam in enger Zusammenarbeit mit dem in Cambridge ansässigen Schnitzler-Editionsprojekt "Digital Critical Edition of Middle Period Works" (unter der Leitung von Prof. Andrew Webber). Neben dem Reigen und den Einaktern Paracelsus, Der grüne Kakadu und Die Gefährtin wird das Stück Der Einsame Weg erscheinen, das mit einem Drama der mittleren Schaffensperiode, Professor Bernhardi, gemeinsame stoffliche Wurzeln hat. Durch die Kooperation zwischen der Universität Wien, dem ACDH und der Cambridge University Library wird es dem Schnitzler-Projekt möglich sein, die Entstehung von Schnitzlers literarischen Texten werkübergreifend digital abzubilden.